ATO-Pilotprojekt der SOB – jetzt geht es an die Umsetzung

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Die SOB hat die Strecke Mogelsberg - Wattwil - Nesslau-Neu St. Johann für den Pilotbetrieb bestimmt. / Quelle: Sandro Hartmeier

Im März 2018 hat die Schweizerische Südostbahn AG (SOB), als Branchenpartner von Smartrail 4.0, einen Wettbewerb für einen Pilotversuchsbetrieb des «Automatisierten Fahrens» (Automatic train operation ATO) öffentlich ausgeschrieben. Am 4. Dezember 2018 wurden die Teilnehmer des Wettbewerbs von einem Preisgericht prämiert.

Die SOB ist innerhalb des Branchenprogramms Smartrail 4.0 (SR4.0) für das Teilprogramm «Automatisiertes Fahren (ATO)» verantwortlich. Das im Teilprogramm enthaltene Pilotprojekt ATO der SOB hat das Ziel, die Fahrzeuge zu automatisieren, um die Kapazität auf der bestehenden Infrastruktur optimal zu nutzen und die zukünftigen Transportbedürfnisse auf der Schiene kostengünstig abdecken zu können.

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Die SOB strebt einen maximalen Automatisierungsgrad GoA 3 an, in einem ersten Schritt wird GoA2 Plus (+) angestrebt. Also die Stufe 2 mit gewissen Elementen der Stufe 3. / Quelle: Sandro Hartmeier

Empfehlung Preisgericht

Grundlage des Wettbewerbs ist eine Machbarkeitsstudie für das automatisierte Fahren auf der bestehenden Infrastruktur mit Lichtsignalen. Der Wettbewerb hat die Industrie angespornt, unterschiedliche und innovative Lösungsansätze vorzuschlagen. Am 4. Dezember 2018 hat ein Preisgericht die erfolgversprechendsten Konzepte aus dem Wettbewerb für das ATO-Pilotprojekt der SOB ausgewählt. Die prämierten Bewerber sind im ersten Rang Rail Systems Engineering, im zweiten Rang Stadler Bussnang AG und im dritten Rang Bombardier Transportation (Switzerland) AG. Das Preisgericht empfiehlt davon zwei Angebote zur Weiterbearbeitung.

Ausblick

Beim Pilotbetrieb wird die SOB zusammen mit den vom Preisgericht empfohlenen Anbietern den automatisierten Fahrbetrieb auf der bestehenden Infrastruktur der SOB entwickeln und erproben.

Die Züge werden dazu mit einem Fahrassistenzsystem ausgerüstet; zu vergleichen mit einem Autopiloten bei Autos oder Flugzeugen. Diese Assistenzsysteme ermöglichen dem Lokpersonal eine energieoptimierte und präzise Fahrweise. Die Bahnen gehen davon aus, dass sich damit die Kapazitäten auf der bestehenden Schieneninfrastruktur erhöhen lassen. Bei den mit ATO ausgerüsteten Zügen kann das Lokpersonal, das auf die Überwachung der Systeme konzentriert ist, jederzeit eingreifen und den Zug wieder manuell steuern. Die Lokführerin oder der Lokführer bleiben jederzeit für die Sicherheit verantwortlich.

Die ersten Testfahrten ohne Reisende sollen zwischen Dezember 2019 und Dezember 2020 im Toggenburg zunächst in der Nachtbetriebspause der Bahn stattfinden. In einem zweiten Schritt sollen die Pilot-Fahrzeuge im kommerziellen S-Bahn Verkehr zwischen Wädenswil und Einsiedeln eingesetzt werden.

Branchenprogramm Smartrail 4.0

Das Programm definiert den Bahnbetrieb im Kern vollständig neu und soll bis zu 30 Prozent mehr Kapazität, zu geringeren Betriebskosten, auf dem bestehenden Schienennetz der Schweiz bringen. Smartrail 4.0 ist ein Programm der Schweizer Bahnbranche. Vorangetrieben wird es durch die vier Bahnen SBB, BLS, Schweizerische Südostbahn AG (SOB), Rhätische Bahn (RhB) sowie dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV). Die Bahnindustrie, weitere Bahnunternehmen aus der Schweiz und Europa, Partner aus der Wissenschaft, Behörden aus dem In- und Ausland und Dienstleistungsunternehmen sind aktiv miteinbezogen.

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