Die Mitwirkung zeigt: Der Standort «Sportplatz» für die geplante Tram-Wendeschlaufe in Ostermundigen erreicht die höchste Akzeptanz. Auch der Shuttlebus zum Anschluss des Rüti-Quartiers wird unterstützt. Allerdings wünscht sich die Ostermundiger Bevölkerung zusätzlich eine direkte Verbindung zwischen der Rüti und dem Zentrum Ostermundigen. Die Beschaffung einiger Zweirichtungstrams durch Bernmobil ändert nichts am Umstand, dass Wendeschlaufen – so wie im Oberfeld – weiterhin nötig sind.

Die geplante neue Tramlinie zwischen Bern und Ostermundigen benötigt in Ostermundigen an der Endhaltestelle eine Wendeschlaufe. Zudem muss das Rüti-Quartier mit der Endhaltestelle verbunden werden. Dazu hat die Gemeinde Ostermundigen Mitte 2018 eine Mitwirkung durchgeführt. Insgesamt gingen 84 Stellungnahmen ein. Beteiligt haben sich Private, Parteien und öffentliche Organisationen. Über die Ergebnisse orientierten am Donnerstag, 10. Januar 2019, Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten und Gemeinderat Andreas Thomann. Zudem legte Bernmobil-Direktor René Schmied den Nutzen einzelner Zweirichtungstrams dar und bestätigte die Strategie des Unternehmens, das Liniennetz in Bern auch in Zukunft überwiegend mit Einrichtungstrams zu betreiben.

Shuttlebus wird akzeptiert

Die Auswertung der Mitwirkung zeigt, dass der Standort «Sportplatz» für eine Wendeschlaufe am besten abschneidet. 64 Prozent der Mitwirkenden erachten ihn als «gut» oder «akzeptabel». Unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Rüti sind es 67 Prozent. Jene, die den «Sportplatz» «weniger gut» oder «schlecht» finden, würden mehrheitlich den Standort «Coop» vorziehen. Diese Endhaltestelle ist aber für wesentlich weniger Personen leicht erreichbar als eine Endhaltestelle beim «Sportplatz». Die übrigen Standorte «Waldkurve» und «Steingrüebli» sind der hohen Kosten wegen nicht umsetzbar. Zur Erschliessung der Rüti wird ein Shuttlebus mehrheitlich unterstützt. 71 Prozent halten ihn für «gut» oder «akzeptabel». Bei der Bevölkerung in der Rüti sind es 66 Prozent. Für einen Teil der dortigen Bewohnerinnen und Bewohner ist das Umsteigen vom Tram auf den Shuttle ein Nachteil.

Beim Shuttlebus befürworten 43 Prozent der Mitwirkenden neben der heutigen Haltestelle auf der Rüti eine zusätzliche neue Endhaltestelle in der oberen Rüti. Die Quartierbevölkerung in der Rüti selbst plädiert hingegen mit 59 Prozent für eine Endhaltestelle auf dem zentralen Platz beim Restaurant Rüti.

Gemeinderat prüft Ortsbus

Um dem Wunsch der Rüti-Bevölkerung nach einer umsteigefreien Verbindung ins Ortszentrum zu entsprechen, prüft der Gemeinderat Ostermundigen eine Kombination von Shuttle- und Ortsbus. Vorstellbar ist eine Verlängerung der geplanten neuen Linie vom Berner Breitenrainplatz via Bahnhof Ostermundigen, Bahnhofstrasse, Flurweg, Ahornweg, Oberfeld bis in die Rüti und später allenfalls nach Deisswil. Idealerweise wäre der Anschluss bei jedem Tram abwechslungsweise entweder durch den Shuttle oder den Bus garantiert. Damit die Idee umgesetzt werden kann, braucht es allerdings ein Ja der Regionalkonferenz Bern-Mittelland, der zuständigen Kantonsbehörde und des Kantonsparlaments. Der Gemeinderat Ostermundigen wird sich für eine solche Kombi-Lösung engagieren.

Wie gehts weiter?

Die Ergebnisse der Mitwirkung fliessen nun in die weiteren Arbeiten für das Projekt Tram Bern-Ostermundigen ein. Gemäss aktuellem Zeitplan soll die Projektierung für die Wendeschlaufe 2020 abgeschlossen sein. Die entsprechenden Pläne dürften voraussichtlich 2022 aufgelegt werden. Erste Entscheide zur Erschliessung der Rüti werden voraussichtlich 2024/25 fallen.

Auch Zweirichtungstrams brauchen Wendeschlaufen

Bernmobil hat im Herbst 2018 über die Pläne zum Kauf von 20 Zweirichtungstrams informiert. Diese werden zum grossen Teil auf der Linie 6 nach Worb eingesetzt, wo sie die Zweirichtungstrams des RBS ablösen werden. Trotz dieser Beschaffung sind Wendeschlaufen an den Endhaltstellen von Tramlinien aber weiterhin unabdingbar, so auch in Ostermundigen. Denn der überwiegende Teil der Tramflotte von Bernmobil wird nach wie vor aus Einrichtungsfahrzeugen bestehen. Auch der weitere Fahrzeugbedarf soll weiterhin mit Einrichtungstrams abgedeckt werden. Gegenüber Zweirichtungstrams verfügen Einrichtungstrams zudem über 15 bis 20 Prozent mehr Sitzplätze, mehr Raum für Kinderwagen und Rollstühle und sind sowohl bei der Anschaffung wie im Betrieb günstiger. Wendeschlaufen an Endhaltestellen sind auch für Zweirichtungstrams vorteilhaft, da sie ein schnelleres Wenden erlauben, was gerade bei Verspätungen stark ins Gewicht fällt.

Hingegen verbessern die Zweirichtungstrams die betriebliche Flexibilität auf dem Berner Netz merklich, weil in der Innenstadt Wendeschlaufen praktisch fehlen. Bei geplanten Unterbrüchen (zum Beispiel Fasnacht, Zibelemärit, Demos, Baustellen) müssen künftig nicht mehr ganze Tramäste auf Ersatzbusse umgestellt werden. Das Halten solcher Ersatzbusse ist teuer und höchst unwirtschaftlich.

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