Appenzeller Bahnen: Aufbruch in eine moderne Zukunft

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Die Bauarbeiten im AB-Bahnhof und in der Ruckhalde sind gestartet worden. Damit beginnen die Appenzeller Bahnen (AB) mit der umfassenden Modernisierung der Bahn. Erst die Inbetriebnahme der Neubaustrecke und die Verbindung der Bahnlinien in St.Gallen ermöglichen den Viertelstundentakt und den Einsatz von neuen Zügen.

Kurz nach Erhalt der Plangenehmigungsverfügung für die Neubaustrecke mit dem Ruckhaldetunnel und der neuen Haltestelle Riethüsli sowie des AB-Bahnhofs sind an beiden Orten die Baumaschinen aufgefahren. In vollem Gang sind die Arbeiten für die Erstellung der Brunnen zur Absenkung des Grundwassers im Riethüsli. Der Installationsplatz in der Ruckhalde ist weit fortgeschritten. Die Vorarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Die Gleise der Trogenerbahn im AB-Bahnhof sind bereits entfernt. Das Fundament für die neuen Perrons und Gleise ist in Arbeit.

Baubeginn im Riethüsli
Der eigentliche Baubeginn für den Tunnel in der Ruckhalde ist für den April 2016 terminiert. Zahlreiche Vorarbeiten beim Tunneleingang Nord und Süd sind bereits abgeschlossen. Die Zufahrt und der Platz für die Zwischenlagerung des Aushubs mussten erstellt werden. Anfangs März 2016 starten die Arbeiten am Südportal im Riethüsli mit dem im Tagbau zu erstellenden Tunnelabschnitt. In diesem Zusammenhang wird ab dem 7. März 2016 der Verkehr in der Riethüslistrasse umgeleitet.

Rascher Fortschritt im AB-Bahnhof St.Gallen
Ebenfalls in vollem Gang sind die Rückbauarbeiten im AB-Bahnhof in St.Gallen. Rechtzeitig auf den Teilabschluss der Umbauten auf dem Bahnhofplatz per Ende 2016, sollen die Züge von und nach Trogen und Teufen – Appenzell am neuen Bahnhof abfahren. Dazu werden die beiden Perrons neu erstellt und mit einem zusätzlichen Bahnübergang im Westen des Bahnhofs erschlossen.

Belastungen so tief als möglich halten
Während der Bauzeit sind Lärm-, Staub- und Vibrationsemissionen nicht zu vermeiden. Die AB versuchen die Belastung der Quartiere vor Ort so tief als möglich zu halten. Die AB pflegen daher auch eine gute Zusammenarbeit mit den Quartiervereinen. Am 23. Februar 2016 orientieren die AB die Anwohner im Riethüsli über den Stand der Bauarbeiten und die nächsten Schritte.

Detailinformationen zu den Modernisierungsschritten der AB
Bauprojekte in der Stadt
Auf dem Gebiet der Stadt St.Gallen planen die AB den Bau eines Durchgangsbahnhofs und den Bau einer Neubaustrecke vom Güterbahnhof ins Riethüsli. Diese ermöglicht künftig, zwischen Trogen und Teufen zu den Hauptverkehrszeiten einen Viertelstundentakt anzubieten. 2011 wurden die Bauprojekte zur Genehmigung eingereicht. Ende November 2015 wurde die Baubewilligung erteilt. Um das Angebot ausbauen zu können, sind Infrastrukturmassnahmen auf der Linie St. Gallen – Trogen und St.Gallen – Gais – Appenzell notwendig. Das grösste Teilprojekt ist der Ruckhaldetunnel als wichtigster Teil der Neubaustrecke, welcher die notwendige Fahrzeitverkürzung für eine Zugskreuzung und damit die Einführung eines Viertelstundentaktes bringt. Damit wird auch der letzte Zahnstangenabschnitt zwischen St.Gallen und Appenzell aufgehoben. Die heute getrennten Strecken im Bahnhof St.Gallen werden verbunden, womit die Standzeiten der Züge und damit die unproduktiven Stunden wegfallen.Das künftige Angebot der AB wird sich in das S-Bahn-Konzept St.Gallen einfügen. Der Angebotsausbau in Richtung Appenzellerland ergänzt das Angebot der S-Bahn.

Ausgewählte Infrastrukturmassnahmen
Neuer Tunnel Ruckhalde von rund 700 Meter Länge mit neuer Haltestelle im Quartier Riethüsli. Die Ausschreibung der Tunnelarbeiten (Hauptlos) ist nach GATT/WTO erfolgt. Der Zuschlag wurde an die ARGE Trans Ruck (Heitkamp Construction Swiss GmbH) erteilt. AB-Bahnhof St.Gallen erhält eine durchgehende Doppelspur und die beiden heute getrennten Linien werden verbunden. Unabhängig davon wird zurzeit der Bahnhofplatz durchgehend mit einer Doppelspur umgebaut. Diese Arbeiten sind im Gange und sollen per Ende 2016 abgeschlossen sein.

Eine neue Brücke über die Oberstrasse verbindet das bestehende Trassee im Güterbahnhof mit der Neubaustrecke.

Ausbau Güterbahnhof zu einer Doppelspur. Im Güterbahnhof läuft die Planung für eine gestreckte Linienführung der AB. Die ursprüngliche Planung einer Doppelspur wurde sistiert, bis Klarheit über die Kosten und den Terminplan zum Bau der gestreckten Linienführung nördlich des Güterbahnhofgebäudes der SBB herrscht. Eine gestreckte Linienführung würde trotzdem noch eine neue Haltestelle Güterbahnhof erlauben und hätte den zusätzlichen Nutzen einer kürzeren Fahrzeit der AB gegenüber der ursprünglichen Planung. Der Zeitpunkt der Realisierung ist offen. Aktuell geht man von einer Umsetzung im 2021/2022 aus.

Projektkosten
Im November 2012 haben die Parlamente der Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden und die Landsgemeinde des Kantons Appenzell Innerrhoden im April 2013 den jeweiligen Krediten zugestimmt. Die Kosten für den Bau des Ruckhaldentunnels betragen gemäss aktueller Planung rund CHF 63 Mio. Sämtliche notwendigen Infrastrukturmassnahmen kosten rund CHF 90 Mio. Dies wird über Gelder aus dem Agglomerationsfonds und den Bahninfrastrukturfonds (BIF) finanziert. Die aktuelle Endkostenprognose deckt sich mit den genehmigten Krediten.

Neues Rollmaterial
Zwischen Trogen und Appenzell werden nach Abschluss der Bauarbeiten neue Züge eingesetzt. Diese Tango-Züge von Stadler werden einen hohen Niederfluranteil aufweisen und somit sehr bequem zugänglich sein. Auch ein 1.Klasse-Angebot wird neu möglich. Die Züge werden ohne Bundesbeiträge finanziert. Die AB muss die Finanzierung aus eigener Kraft stemmen. Aktuell wird mit Kosten von rund 84 Mio. CHF gerechnet.

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