BVB: Abschluss der Untersuchung zu den ausserordentlichen Schäden an den Gleisen

Strukturen angepasst und Prozesse optimiert.

0
229

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mehrere Prozesse im Geschäftsbereich Technik optimiert und Strukturen angepasst. Auslöser davon waren ausserordentliche Schäden an den Gleisen, die im vergangenen Sommer entdeckt wurden. Diese wiesen ein anderes, neues Schadensbild auf und sind auf einen Wartungsrückstau im Bereich der Radsatzbearbeitung zurückzuführen. Der BVB-Verwaltungsrat wollte die Umstände und Ursachen sowie die administrativen und personellen Verantwortlichkeiten klären, welche zu diesem Wartungsrückstau geführt haben. Er hatte dazu eine unabhängige externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Diese Ergebnisse liegen nun vor.

Die Ursache des Wartungsrückstaus im Bereich der Radsatzbearbeitung und des Bandagen- Managements ist gemäss dem Untersuchungsbericht der Firma Nodon Consulting AG auf ein Zusammentreffen verschiedener Faktoren zurückzuführen. Zum einen auf eine inkonsequente und teilweise auch widersprüchliche Umsetzung einer Strategieänderung bei der Flotteninstandhaltung (von intervallabhängiger zu zustandsorientierter Instandhaltung). So fehlte unter anderem eine Überprüfung der eingeleiteten Massnahmen. Zudem bestanden Mängel in der Organisation und bei verschiedenen Prozessen sowie in der Vergangenheit eine problematische Betriebskultur im betroffenen Geschäftsbereich. So wurden beispielsweise Aufträge nicht korrekt abgearbeitet und bestehende Vorgaben nicht eingehalten. Entsprechenden Hinweisen von Mitarbeitenden wurde zudem zu wenig Beachtung geschenkt.

Ursache der ausserordentlichen Gleisschäden

Die ausserordentlichen Schäden wiesen ein anderes, neues Schadensbild auf und sind auf den Wartungsrückstau im Bereich der Radsatzbearbeitung zurückzuführen. Dies hatten bereits interne Untersuchungen der BVB wie auch von zugezogenen technischen Experten im August 2018 bestätigt. Wartungsintervalle wurden missachtet und korrekte Spureinstellungen versäumt.

«Die nach internen Richtlinien vorgeschriebenen Instandhaltungsintervalle wurden deutlich überdehnt. Wir stellten im Laufe der Untersuchung markante Schäden an der Infrastruktur fest, jedoch sind daraus keine Betriebsrisiken erwachsen»

, kommentierte die Prose AG aus Winterthur die Aufnahme vor Ort.

Die Ursachen für die ausserordentlichen Schäden sind bereits seit September 2018 behoben. Seither sind keine ausserordentlichen Schäden mehr an den Gleisen aufgetreten. Die Kosten zur Behebung der Schäden betragen rund 950’000 Franken und belasten das eigene Betriebsergebnis. Die Instandsetzung der Schäden passiert durch entsprechendes Schweissen und Schleifen der Schienen. Es gibt aktuell keine zusätzlichen Baustellen, welche auf das Auftreten der ausserordentlichen Schäden zurückzuführen sind.

«Dem Verwaltungsrat war wichtig, dass eine unabhängige externe Stelle untersucht, wie es zu diesem Wartungsrückstau kommen konnte»

, sagt Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler.

Die Geschäftsleitung hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Ursachen verschiedene Prozesse optimiert.

«Wir bedauern, dass es zu diesen Schäden gekommen ist und sind gleichzeitig überzeugt, dass wir mit den sofort vorgenommenen Anpassungen alle notwendigen Schritte unternommen haben»

, sagt Direktor Erich Lagler.

Zwei Führungskräfte aus dem Geschäftsbereich Technik wurden mit Beginn der externen Untersuchung vorübergehend freigestellt. Diese vorübergehenden Freistellungen wurden im Dezember 2018 aufgehoben. Eine der beiden Personen hat das Unternehmen inzwischen auf eigenen Wunsch verlassen.

Shop Bahnonline.ch
Im Shop von Bahnonline.ch finden Sie zahlreiche Bahnsachen zu günstigen Preisen.

Shop ansehen >

Kommentare

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: