Bahnhof Bern: Verkehrsmassnahmen gehen in die Mitwirkung

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Als Teil des Gesamtprojekts Zukunft Bahnhof Bern (ZBB) bauen die SBB bis 2025 zwei neue Bahnhofzugänge: den Zugang Bubenberg und den Zugang Länggasse. Als Folge davon werden die Passantenströme insbesondere im Bereich Bubenbergplatz stark zunehmen. Um diese neue Situation bewältigen zu können, muss die Stadt Bern den Verkehr im Bahnhofumfeld anders organisieren und eine neue Personenpassage zum Hirschengraben realisieren. Weiter wird als Option eine Velostation unter dem Hirschengraben projektiert. Heute beginnt die öffentliche Mitwirkung zu diesen Massnahmen.

Schon heute platzt der Bahnhof Bern aus allen Nähten, und in Zukunft wird er noch von mehr Menschen genutzt: Prognosen zeigen, dass die Zahl der täglich ein- und aussteigenden Bahnfahrgäste von rund 270’000 (Stand 2016) auf 375’000 (2030) anwachsen wird. Um dieses Wachstum aufzufangen, haben SBB, RBS, Kanton und Stadt Bern sowie weitere Planungspartner das Projekt Zukunft Bahnhof Bern (ZBB) gestartet: Bis 2025 werden unter anderem ein neuer RBS-Bahnhof sowie eine zusätzliche Personenunterführung realisiert. Zudem entstehen zwei neue Bahnhofzugänge: der Zugang Bubenberg (beim Bubenbergzentrum) und der Zugang Länggasse (im Bereich Grosse Schanze/Schanzenbrücke).

Unterirdische Personenpassage und Neuorganisation des Verkehrs

Durch den Bau der neuen Personenunterführung wird der Zugang Bubenberg zum zweiten vollwertigen Hauptzugang; ab 2025 wird ihn rund die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer des Bahnhofs passieren. In der Abendspitze werden so über 16’000 Personen pro Stunde den Bubenbergplatz queren. Diese massiv wachsenden Passantenströme bedingen, dass die Stadt Bern den Verkehr im Bereich Bubenbergplatz und im weiteren Bahnhofumfeld neu organisiert. Die entsprechenden Verkehrsmassnahmen umfassen folgende Eckpunkte:

  • Personenpassage Hirschengraben: Die grossen Passantenströme beim Zugang Bubenberg sind mit den oberirdischen Übergängen allein nicht mehr zu bewältigen. Deshalb soll eine unterirdische Personenpassage realisiert werden, welche den Bahnhof und den Hirschengraben verbindet. Die neue Passage erfordert eine Neugestaltung des gesamten Hirschengrabens: Die Platzoberfläche soll neugestaltet, die Bäume sollen neu gepflanzt und leicht versetzt werden. Zudem bedingt der Aufgang der Passage eine Verschiebung des Denkmals Adrian von Bubenberg: Vorgesehen ist, das Denkmal neu in die Mitte des Hirschengrabens zu platzieren. Als Option wird zudem eine mit der Passage verbundene neue Velostation Hirschengraben projektiert.
  • Verkehrsmassnahmen im Bahnhofumfeld: Damit das Verkehrssystem im Bereich Bubenbergplatz und im weiteren Bahnhofumfeld funktionsfähig bleibt, muss der private motorisierte Individualverkehr auf dem Bahnhof- und Bunbenbergplatz mindestens halbiert werden. Weiter wird der Verkehr im Bahnhofumfeld teilweise neu gelenkt und dosiert sowie das Länggassquartier vor Mehrverkehr zusätzlich geschützt. Ziel ist es, den öffentlichen Verkehr auszubauen und für den Fuss- und Veloverkehr attraktive Bedingungen schaffen zu können. Schliesslich wird der gesamte öffentliche Raum im Bahnhofumfeld barrierefrei ausgestaltet.

«Die im Rahmen von ZBB geplanten Massnahmen bieten die grosse Chance, den Knoten Bubenberg neu zu organisieren, Verbesserungen zugunsten des öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs zu realisieren und erst noch zusätzliche Veloabstellplätze zu schaffen. Zudem kann der Hirschengraben wieder zu einem Platz für die Bevölkerung werden»

, sagte Gemeinderätin Ursula Wyss dazu heute Morgen an einer Medienkonferenz.

Parallel zur Mitwirkung wird zurzeit im Auftrag des Stadtrats ein Konzept für einen autofreien Bahnhofplatz erarbeitet. Der Stadtrat erwartet die Ergebnisse zusammen mit dem Realisierungskredit für die nun aufgelegten Verkehrsmassnahmen. Diese gehen nicht von einem autofreien Bahnhofplatz aus; ein solcher wäre jedoch ohne grundlegende bauliche Anpassungen der nun aufgelegten Verkehrsanlage möglich.

Neue Velostation Hirschengraben als Option

Die neue Personenpassage Hirschengraben bietet die Chance, direkt daran anschliessend eine neue, zweigeschossige Velostation mit bis zu 3’000 Abstellplätzen unter dem Hirschengraben zu realisieren. Das Bedürfnis nach Veloabstellplätzen im Bahnhofumfeld ist gross. Das heutige Provisorium mit den Veloabstellplätzen im Hirschengraben könnte aufgehoben werden. Angesichts der damit verbundenen Eingriffe in die Substanz des geschützten Hirschengrabens gibt es allerdings starke Bedenken der zuständigen Bundesstellen: zum einen wegen der archäologischen Strukturen im Boden – in diesem Bereich verläuft die alte Befestigungsmauer des Hirschengrabens –, zum andern, weil die Unterhöhlung des Platzes die Authentizität der Gesamtanlage untergraben würde.

«Wir klären momentan ab, ob es für die unterirdische Velostation alternative Standorte südlich des Bubenbergplatzes gibt. Falls aber der Standort unter dem Hirschengraben der einzig mögliche ist, hoffen wir, mit diesem Nachweis gute Argumente zu haben»

, erklärte Stadtingenieur Reto Zurbuchen.

Weil die Bewilligungsfähigkeit der Velostation Hirschengraben nicht gesichert ist, enthalten die aufgelegten Mitwirkungsunterlagen eine Variante mit und eine ohne unterirdische Velostation Hirschengraben.

Die öffentliche Mitwirkung
Die öffentliche Mitwirkung für die städtischen Verkehrsmassnahmen zu ZBB begann am Dienstag, 19. Februar 2019, und dauert bis zum 5. April 2019. Gegenstand der Mitwirkung sind die Vorprojekte der verschiedenen Massnahmen: die Verkehrsmassnahmen, die Personenpassage und die Neugestaltung des Hirschengrabens mit Option Velostation. Die Mitwirkungsunterlagen können im Sitzungszimmer «Baustelle» beim Tiefbauamt der Stadt Bern (Bundesgasse 38, Erdgeschoss; Öffnungszeiten: Mo-Do: 8-12/14-17 Uhr; Fr: 8-12/14-16 Uhr) oder über das Internet unter www.bern.ch/mitwirkungen eingesehen werden. Die Mitwirkungsfragebogen liegen in der «Baustelle» auf oder können online über die erwähnte Webseite ausgefüllt werden. Zu folgenden Zeiten stehen Fachleute in der «Baustelle» für ergänzende Auskünfte zur Verfügung:

  • 19. März 2019 15:00-19:00 Uhr

Die Mitwirkungseingaben werden anschliessend ausgewertet, die Ergebnisse bis Sommer 2019 in einem Mitwirkungsbericht festgehalten. Dieser wird veröffentlicht und dem Kanton als Bewilligungsbehörde vorgelegt.

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