• Mit 1,25 Millionen erneut mehr Passagiere pro Tag befördert (+ 0,8 Prozent).
  • Pünktlichkeit leicht gesunken auf 90,1 Prozent (- 0,1 Punkte), in einzelnen Regionen und im 4. Quartal unbefriedigend.
  • Betrieblich anspruchsvolles Jahr: Rekordmengen an Unterhalt bewältigt, Angebot ausgebaut, Fernverkehrs-Doppelstockzüge von Bombardier verspätet.
  • Konzernergebnis von 568 Millionen Franken erzielt (+ 42,5 Prozent), auch dank Effizienzprogramm «Rail Fit 20/30»; Gewinn bleibt gänzlich im Bahnsystem.
  • Gutes Ergebnis ermöglichte mehr Sparbillette und weitere Investitionen für Kunden in Service und Qualität.
  • SBB Cargo mit 12,9 Millionen Franken wieder in den schwarzen Zahlen; Situation bleibt angespannt, da voll liberalisiert und ab 2019 keine Subventionen mehr.
  • Bund und Kantone bestellten Leistungen von 3466 Millionen Franken (+ 2,8 Prozent) für Betrieb und Unterhalt Infrastruktur, Regionalverkehr und Ausbauten.
  • Kostendeckungsgrad Regionalverkehr für Bund und Kantone verbessert, unter anderem dank höherer Produktivität.
  • Schuldendeckungsgrad weiter verbessert und mit 5,62 unterhalb der vom Bund geforderten Höchstgrenze von 6,5.

Die SBB beförderte 2018 täglich 1,25 Millionen Passagiere (+ 0,8 Prozent). Rückläufig war die Kundenpünktlichkeit: 90,1 Prozent der Fahrgäste (- 0,1) kamen pünktlich an; die Anschlüsse erreichten 97,0 Prozent (- 0,1). Unbefriedigend war die Pünktlichkeit in der Romandie und im Tessin sowie im 4. Quartal auf stark ausgelasteten Strecken wie Bern – Zürich.

Die Sicherheit blieb auf hohem Niveau: Es gab weniger Berufs-, Rangier- und Zugsunfälle als im Vorjahr. Die Kundenzufriedenheit ist im Personenverkehr und im Güterverkehr gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bei SBB Immobilien blieb sie konstant. Bei fünf von neun Konzernzielen fielen die Werte 2018 besser aus als im Vorjahr, der Imagewert blieb gleich, bei Pünktlichkeit, Personalmotivation und Free Cashflow lagen die Werte tiefer.

Was die Pünktlichkeit 2018 beeinflusste
Die SBB hat so viel Unterhalt gemacht wie noch nie, zeitgleich mit Ausbauten der Infrastruktur; diese Baustellen erforderten zahlreiche Streckensperrungen. Gleichzeitig hat die SBB das Angebot ausgebaut und wie üblich viele Zusatzverkehre bewältigt, beispielsweise für Grossveranstaltungen wie die Street Parade oder an Schulreisetagen.

Fehlende Kapazitäten der verspäteten Fernverkehrs-Doppelstockzüge von Bombardier machten es notwendig, älteres Rollmaterial länger und intensiver einzusetzen. Die SBB setzt zusammen mit Lieferant Bombardier alles daran, die neuen Züge möglichst rasch zuverlässig einzusetzen. Hinzu kamen unterschiedliche technische Störungen ohne systematische Ursachen an Lokomotiven, Wagen, Stellwerken, Fahrleitungen, IT-Systemen sowie Verspätungen aus dem Ausland und leider auch Personenunfälle.

Konzernergebnis gesteigert

Das Konzernergebnis stieg um 169 auf 568 Millionen Franken. Davon stammen 102 Millionen Franken aus den Bereichen Regionalverkehr und Infrastruktur; diese werden gemäss gesetzlichen Vorgaben den spezialrechtlichen Reserven zugewiesen. Auch die frei verfügbaren 467 Millionen aus den eigenwirtschaftlichen Bereichen werden gänzlich ins Bahnsystem investiert, zum Beispiel in Rollmaterial. Das Konzernergebnis wurde auch durch das Effizienzprogramm «Rail Fit 20/30» ermöglicht. Dieses ist gut auf Kurs: Verwaltungskosten wurden gesenkt, die Produktivität beim Personen- und Güterverkehr wie auch bei der Infrastruktur gesteigert und bei Investitionen und Beschaffungen mehr erreicht mit weniger Mitteln. Im Vergleich zum Vorjahresergebnis sind Sondereffekte weggefallen: die Wertberichtigung von SBB Cargo sowie Restrukturierungsrückstellungen im Umfang von 208 Millionen. Umgekehrt sind die Gewinne aus Immobilienverkäufen 2018 zurückgegangen. In den kommenden Jahren sind tiefere Gewinne zu erwarten aufgrund der Inbetriebnahme von Rollmaterial (Fernverkehrs-Dosto, Giruno) und höherem Rollmaterial-Unterhalt. Beim abgeltungsberechtigten Regionalverkehr stieg der Kostendeckungsgrad auf 61,8 Prozent (+ 0,6).

Die bestellten Leistungen von Bund und Kantonen für Betrieb und Unterhalt der Infrastruktur, den Regionalverkehr sowie Ausbauten stiegen um 2,8 Prozent auf 3466 Millionen Franken, ohne Investitionen auf 2720 Millionen (+ 2,0 Prozent).

Der Free Cashflow lag wegen der kommerziell finanzierten Investitionen bei – 215 Millionen Franken (Vorjahr: 396 Millionen). Der Schuldendeckungsgrad verbesserte sich auf 5,62 (Vorjahr: 5,97). Damit hat die SBB die Höchstgrenze des Eigners von 6,5 erneut unterschritten. Für einen langfristig robusten Schuldendeckungsgrad sind weitere Effizienzsteigerungen nötig. Zur Steigerung von Service und Komfort für die Kunden wird die SBB auch künftig hohe Investitionen in Rollmaterial und Bahnhöfe tätigen.

Die Anzahl Vollzeitstellen sank um 446 auf 32’309. Sie haben in allen Bereichen abgenommen. Stellen geschaffen wurden bei Technik und Unterhalt des Personenverkehrs, den Tochtergesellschaften von SBB Cargo sowie bei IT. Im Konzernbereich Human Resources wurden aus Effizienzgründen Aufgaben aus den Divisionen zusammengefasst. 2018 wurden 1620 Lernende in 25 Berufen bei der SBB ausgebildet, 447 schlossen ihre Lehre ab. Ende 2018 wies die SBB 840 offene Stellen aus, vorab in den Bereichen, die für die Bewältigung der Verkehrszunahmen wichtig sind, so beim Lokpersonal oder technischen Personal.

Personenverkehr verkaufte erstmals mehr als 100 Millionen Billette

2018 hat die SBB 107 Millionen Billette verkauft. Dazu haben insbesondere die digitalen Verkaufskanäle www.sbb.ch und SBB Mobile beigetragen: Sie haben um 37 Prozent zugelegt. Der Absatz an Schaltern und auch an Automaten ist gesunken. Die Selbstbedienungsquote erreicht einen Höchstwert von rund 87,9 Prozent. Die SBB hat mehr Stammkunden als je zuvor, mehr als 3 Millionen: 490 000 Kunden haben ein Generalabonnement (+ 2,1 Prozent), 2,6 Millionen ein Halbtaxabo (+ 2,6).

Kunden und Besteller profitieren von Preissenkungen, auch 2019
Die Produktivitätssteigerungen ermöglichten es der SBB, 2018 mit Sparbilletten Preissenkungen im Umfang von 80 Millionen Franken umzusetzen, 30 Millionen mehr als angekündigt. So wurden über fünf Millionen Sparbillette verkauft, an Spitzentagen rund 30’000. Sie führten zu Mehrverkehr für den gesamten öV und haben eine Lenkungswirkung auf schwach ausgelastete Züge: Jeder vierte Kunde änderte seine Reisezeit. Ein Drittel der Kunden unternahmen die Fahrt nur dank Rabatt. Rund 20 Prozent reisten mit der Bahn anstatt mit einem anderen Verkehrsmittel, insbesondere dem Auto.

Die SBB hat in die Sauberkeit der Züge investiert und die Preise in der Bahngastronomie gesenkt. Um die Wartezeiten für Kunden weiter zu reduzieren, hat sie in Spitzenzeiten an Schaltern und im Contact Center Brig mehr Mitarbeitende eingesetzt. Insgesamt hat die SBB 2018 156 Millionen Franken für diese Massnahmen aufgewendet.

Auch 2019 wird die SBB das Preis-Leistungsverhältnis steigern und die Servicequalität verbessern. Es sind Sparbillette für mehr als 100 Millionen Franken geplant, zudem Gutscheine und Gutschriften für Abo-Kunden und Verbesserungen im Catering, bei Kundeninformation und Reinigung. Insgesamt wird die SBB dafür 230 Millionen Franken aufwenden. Damit geht die SBB weit über das hinaus, was mit dem Preisüberwacher vereinbart worden ist.

Dank Produktivitätssteigerungen bei der Infrastruktur konnte die SBB zudem den Bahnstrompreis im Umfang von jährlich rund 23 Millionen Franken senken; dies kommt allen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personen- und Güterverkehr zugute. Als Besteller profitieren Bund und Kantone vom verbesserten Kostendeckungsgrad im Regionalverkehr.

Produktivitätssteigerungen ermöglichen es der SBB auch, beim Bundesamt für Verkehr per 2021 oder falls möglich früher Trassenpreissenkungen im Umfang von rund 100 Millionen Franken zu beantragen. Das hilft allen Eisenbahnverkehrsunternehmen ihr Preis-Leistungsverhältnis zugunsten der Kunden zu verbessern und stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Mobilitäts- und Logistikkette.

 

Das Ergebnis des Personenverkehrs stieg auf 241 Millionen Franken (Vorjahr: 186 Millionen Franken). Die Verkehrserträge des Personenverkehrs haben um 2,2 Prozent auf 3483 Millionen Franken zugenommen. Gründe sind das Wachstum bei den General- und Halbtaxabonnementen, die Verbesserung im internationalen Personenverkehr dank gesteigerter Nachfrage auf der Nord-Süd-Achse und trotz Streiks in Frankreich.

Die aufgrund eines Lieferantenfehlers des Anbieters für Graffitischutz äusserlich verschmutzten IC2000 Wagen werden bis im Frühling gereinigt. Die Schäden durch Vandalismus am Rollmaterial haben erneut zugenommen auf 5,8 Millionen Franken. Die Zahl der Graffitifälle nahm um 29 Prozent zu, die Schadenssumme stieg um 43 Prozent auf drei Millionen, da immer grössere Flächen versprayt werden. Die SBB arbeitet eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen und bringt jeden Fall zur Anzeige.

Immobilien steigert die Mieterträge

Die Anlageobjekte in der Europaallee Zürich sowie in Zürich Altstetten/Westlink wurden im Verlauf 2017 in Betrieb genommen und generierten 2018 erstmals Mieterträge. Die Mieterträge von Dritten sind daher auf 502 Millionen Franken gestiegen (+ 4,6 Prozent).

Die Drittumsätze in den 32 Grossbahnhöfen entwickelten sich positiv (+ 61 Millionen Franken, + 3,7 Prozent), insbesondere aufgrund der Umsätze in den Bahnhöfen Zürich Hauptbahnhof, St. Gallen und Genève Cornavin. Während der Detailhandel Schweiz stagnierte (+ 0,1 Prozent, Stand November), lagen die flächenbereinigten Drittumsätze der SBB deutlich über dem Vorjahresniveau.

Der Erfolg aus Immobilienverkäufen ist von 207 Millionen Franken auf 107 Millionen zurückgegangen. In den nächsten Jahren werden sich Gewinne aus Immobilienverkäufen bei rund 60 Millionen einpendeln. Insgesamt erzielte SBB Immobilien mit 339 Millionen Franken ein tieferes Ergebnis vor Ausgleichszahlungen (2017: 435 Millionen).

Güterverkehr dank Sanierungsprogramm in den schwarzen Zahlen

SBB Cargo ist mit einem Ergebnis von 12,9 Millionen Franken wieder in den schwarzen Zahlen. Die Sanierungs- und Performancemassnahmen zeigten Wirkung. Allerdings sind 2018 Einmaleffekte aufgetreten, wie tiefere Abschreibungen aufgrund der Wertberichtigung 2017 oder Verkäufe von Rollmaterial. Ab 2019 entfallen die Subventionen von zuletzt 8 Millionen Franken; sie sind in den vergangenen Jahren schrittweise reduziert worden. SBB Cargo erhält also keine direkte Unterstützung mehr durch den Bund. Insgesamt bleibt die Lage angespannt: SBB Cargo ist voll im Wettbewerb und angewiesen, dass die Bahn dort eingesetzt wird, wo sie ihre Stärken hat und wo die Kunden bereit sind, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Das Ergebnis von Cargo International fällt dank einem Ertragswachstum von 11,6 Millionen Franken mit 6,1 Millionen positiv aus.

SBB Cargo überprüft Bedienpunkte und macht sich fit für Partnerschaft
Der für die Versorgung der Schweiz strategisch bedeutende System-Wagenladungsverkehr hat sich positiv entwickelt (+1,7 Prozent Umsatzwachstum). Der kleinteilige Einzel-Wagenladungsverkehr nahm erneut um 2,4 Prozent ab und steht immer stärker unter Druck. Deshalb überprüft SBB Cargo mit ihren Kunden bis Ende 2019 Alternativen zu einer fixen täglichen Bedienung, etwa gebündelte Lieferungen. So werden für die Kunden Überraschungen vermieden. Die Erfahrungen in ersten Regionen zeigen: In etwa 60 Prozent der Fälle können bessere Lösungen als bisher auf der Schiene gefunden werden.

Seit Januar ist SBB Cargo eine eigenständige Konzerngesellschaft. Damit legt die SBB die Basis, um die Drittbeteiligung an der SBB Cargo AG 2019 zu realisieren. Die Marktansprache für eine Partnerschaft hat Interessenten aus dem In- und Ausland angezogen. Die Offerten werden derzeit geprüft und verhandelt.

SBB Infrastruktur mit Rekord an Unterhalt und höherer Produktivität

SBB Infrastruktur hat noch nie so viele Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten ausgeführt, in der Sommerhitze für die Mitarbeitenden unter anspruchsvollen Bedingungen. Sie nähert sich dem Volumen, um den Substanzerhalt langfristig sicherzustellen.

Das Infrastrukturergebnis beläuft sich auf 78,2 Millionen Franken (Vorjahr: 99,6 Millionen). Das Ergebnis des Bereichs Energie von 24,8 Millionen fliesst in Reinvestitionen von Energieanlagen; dasjenige des Bereichs Netz von 53,3 Millionen fliesst zweckgebunden in die spezialgesetzlichen Reserven für die Zukunft.

Die Mittel aus der Leistungsvereinbarung (LV) wurden nicht vollständig ausgeschöpft, obwohl die geplanten Leistungen im Unterhalt erreicht wurden. Grund dafür sind einerseits die weiter erhöhte Produktivität und Einsprachen; andererseits fehlten bei steigendem Bauvolumen für zusätzliche Unterhalts-, Erneuerungs- und Ausbauprojekte die Ressourcen für Planung und Realisierung. Die SBB wird aus diesen Gründen auch den LV-Zahlungsrahmen 2017 bis 2020 entgegen den ursprünglichen Einschätzungen voraussichtlich nicht ausschöpfen und zwar im Umfang von geschätzt 250 Millionen Franken oder 3 Prozent.

Auch künftig zeitlich konzentrierte Arbeiten, Netzzustand stabil
Die SBB wird auch künftig Unterhalts-, Erneuerungs- und Ausbauarbeiten wo sinnvoll zeitlich konzentriert durchführen, wie 2018 mit der Totalsperre und intensivem Bauen zwischen Lausanne und Puidoux-Chexbres oder bei der Sperre des Bahnhofs Luzern über ein Wochenende für einen grossen Weichenumbau. Dabei werden Auswirkungen auf Kunden und auf die Pünktlichkeit sorgfältig abgewogen, die Arbeiten auf Zeiten mit möglichst wenig Kunden gelegt sowie Bahnersatzlösungen angeboten. Zeitlich konzentrierte Arbeiten sind nur möglich, wenn Planungs- und Bauspezialisten sowie Baukapazitäten zur Verfügung stehen. Es geht um eine Abwägung im Spannungsfeld von Pünktlichkeit, Verfügbarkeit der Infrastruktur und langfristiger Qualität.

Die Verfügbarkeit der Infrastruktur hat sich 2018 erhöht: Trotz mehr Verkehr gab es nicht mehr Anlagenstörungen. Der Zustand der Infrastrukturanlagen – Bahn-, Energie- und Telecomnetz – ist gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben und wird gemäss Netzzustandsbericht 2018 als «gut bis ausreichend» klassiert. Der Zustand der Fahrbahn wird nach wie vor als nur «ausreichend» bezeichnet, der Zustand der Kunstbauten als «gut» eingestuft. Die SBB hat mit 226 Kilometern mehr Fahrbahn-Kilometer erneuert (+14 Kilometer) und mehr vorbeugend unterhalten: mit 216 Kilometern wurden 10 Prozent mehr Schienen geschliffen.

Bei den in der Leistungsvereinbarung mit dem Bund enthaltenen Zielen hat die SBB 8 von 15 quantitativen Zielen erreicht (2017: 12 von 15). Die Sicherheitsziele wurden erneut alle übertroffen. Im Fall des gesenkten Bahnstrompreises nahm die SBB bewusst in Kauf, dass das finanzielle Ziel Trassenerlöse nicht erreicht wurde.

Der Lagebericht Infrastruktur, der Netzzustandsbericht und der Jahresbericht zur Leistungsvereinbarung können per Mail an kommunikation-infrastruktur@sbb.ch bestellt werden.

Konzern in Zahlen 2018_SBB CFF FFS_19 3 19
Quelle: SBB CFF FFS
Stellungnahme SEV: Gute Leistung und Gewinnsteigerung der SBB im 2018 – SEV fordert Gewinnbeteiligung des Personals
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV erwartet von der SBB-Spitze nicht nur verbales Lob für die ausgezeichnete Leistung des Personals im vergangenen Jahr, sondern eine substanzielle finanzielle Beteiligung am erwirtschafteten Gewinn.

Der SEV freut sich über die positiven Bilanzzahlen der SBB im 2018. Der Konzern hält in seiner Medienmitteilung explizit fest, dass zur Steigerung seines Gewinns um 42,5% auf 568 Millionen auch das «Effizienzprogramm Rail Fit 20/30» beigetragen hat. In der Tat ist die Zahl der Vollzeitstellen um 446 bzw. 1,4% auf 32’309 gesunken. Die SBB schreibt ausdrücklich, dass der Kostendeckungsgrad des Regionalverkehrs dank höherer Produktivität verbessert wurde. Besonders positiv ist die Rückkehr von SBB Cargo in die schwarzen Zahlen, wofür ebenfalls Sanierungsmassnahmen nötig waren. Erfreulich sind auch die Passagierzunahme um 0,8%, der Angebotsausbau, die Rekordmengen an Infrastrukturunterhalt (was zur leichten Verschlechterung der Pünktlichkeit beitrug) und der Anstieg der Kundenzufriedenheit im Personen- und im Güterverkehr.

Gewinnbeteiligung nicht nur für die Kundschaft

Die SBB betont, dass sie einen Teil des Gewinns im 2019 an die Kundschaft zurückgeben will, indem sie 216 Mio. Franken gezielt für besseren Service und günstigere Billette einsetzt, insbesondere mehr als 100 Mio. für Sparbillette.

«Der SEV begrüsst diese Beteiligung der Kundschaft am Gewinn, fordert aber auch eine angemessene Beteiligung des Personals»

, sagt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone.

«Denn die Mitarbeitenden haben durch ihren täglichen Einsatz die Steigerung der Produktivität und des Gewinns ermöglicht. Sie mussten in manchen Bereichen im Unterbestand arbeiten und auch Managementfehler ausbaden und haben durch besonderes Engagement dafür gesorgt, dass die Kundschaft möglichst keine Nachteile in Kauf nehmen musste. Beispiele dafür sind die Mängel des Einteilungsprogramms «Sopre», Engpässe beim Rollmaterialunterhalt und die Probleme mit dem neuen Doppelstockzug für den Fernverkehr. Darum darf man das Personal nicht vergessen, zumal die Zufriedenheitswerte in der Personalbefragung 2018 gesunken sind. Es reicht nicht einfach ein Dankeschön des CEO oder der Konzernleitung, sondern es braucht ein Zeichen der Wertschätzung in finanzieller Form.»

SBB haben Zielvorgaben des Bundesrats im Jahr 2018 insgesamt erreicht
An seiner Sitzung vom 22. März 2019 hat der Bundesrat überprüft, ob die SBB im Geschäftsjahr 2018 die von ihm vorgegebenen strategischen Ziele erfüllt hat. Der Bundesrat hat sich ausserdem über die maximalen Vergütungen für die Verwaltungsräte, die Verwaltungsratspräsidien und die Geschäftsleitungen der SBB im Jahr 2020 ausgesprochen. Die Berichte zu den erreichten Zielen hat der Bundesrat zuhanden der parlamentarischen Aufsichtskommissionen verabschiedet.

Die Leistungsausweise der SBB bei den Immobilien, im Infrastrukturbereich und teilweise im Personenverkehr sind gut. Beim Güterverkehr erzielte SBB Cargo nach dem grossen Verlust im Vorjahr wieder einen Gewinn. Die nachhaltige Weiterentwicklung von SBB Cargo bleibt anspruchsvoll.

Die SBB erzielte mit 568 Mio. CHF Gewinn ein Rekordergebnis (Vorjahr 399 Mio. CHF). Zurückzuführen ist es zum einen auf Massnahmen zur Steigerung der Effizienz («Rail Fit»). Zum anderen darauf, dass es – anders als 2017 – keine Wertberichtigungen und Rückstellungen für Restrukturierungen bei SBB Cargo gab. In allen Unternehmenssparten erreichte die SBB positive Ergebnisse. Sie erreichte zudem zum zweiten Mal das Verschuldungsziel in der Zielperiode 2015-2018.

Im Personenverkehr erzielte die SBB einen Gewinn von 241 Mio. CHF. Die Verkehrsleistung (Fernverkehr, Regionalverkehr) und die Kundenzufriedenheit stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht an. Unbefriedigend verlief die Inbetriebnahme der neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Die bisher ausgelieferten Züge sind seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 nur auf wenigen Verbindungen im Einsatz und im Betrieb instabil. Die Pünktlichkeit war insgesamt auf hohem Niveau stabil; sie ging jedoch in den letzten Monaten des Jahres 2018 insbesondere in der Romandie, im Tessin sowie auf stark ausgelasteten Strecken wie Bern-Zürich zurück. Betrieb und Erhalt der stark belasteten Infrastruktur erforderten 2018 erneut mehr Unterhaltsarbeiten.

Das Sicherheitsniveau ist weiterhin hoch. Bei den Umweltzielen (Energiesparprogramm und CO2-Reduktion) gelangen weitere Fortschritte.

Beim Personal hat die SBB ihre Ziele erreicht. Sie betreibt eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik. Die Zufriedenheit des Personals blieb gegenüber der letzten Vollerhebung 2016 unverändert bei 66 von 100 Punkten.

Social Media

Info

 

Kommentare

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: