Vernehmlassung zu den multimodalen Mobilitätsdienstleistungen: Öffnung des Verkehrssystems für VCS zu wenig durchdacht

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Der Bundesrat will multimodale Mobilitätsdienstleistungen fördern. Seinen Vorschlag, das Ticket-Vertriebssystem einseitig für private Anbieter zu öffnen, lehnt der VCS ab. Stattdessen fordert er neue gesetzliche Grundlagen, um die strikte Trennung zwischen öffentlichem und privatem Verkehr aufzuweichen und den Service-Public-Auftrag in einer multimodalen Verkehrswelt breiter zu fassen.

Die Digitalisierung wird es in Zukunft vereinfachen, unterschiedliche Verkehrsmittel zu kombinieren. Der VCS begrüsst solche multimodale Transportketten. Die heutigen und künftigen technischen Möglichkeiten sollen voll ausgeschöpft werden, um den Verkehr zu minimieren sowie menschenfreundlich und ressourcenschonend zu gestalten.

Riskante, einseitige Öffnung des Vertriebssystems

In seiner Revision des Personenbeförderungsgesetzes schlägt der Bundesrat vor, privaten Anbietern und Vermittlern Zugang zum Ticket-Vertriebssystem der öV-Transportunternehmen zu gewähren. Der VCS kritisiert diese einseitige Öffnung. Sie verschafft privaten Anbietern einen Vorteil gegenüber den Unternehmen des öffentlichen Verkehrs. Während erstere im Verkehrsmarkt künftig innovativ auftreten können, riskieren letztere, in die passive Rolle des «Fuhrparkhalters» gedrängt zu werden.

Neues Bundesgesetz gefordert

Aus diesem Grund lehnt der VCS die geplante Revision ab. Stattdessen fordert er ein neues Bundesgesetz über die Mobilitätsdienstleistungen, das der zunehmenden Verwischung von öffentlichem und privatem Verkehr Rechnung trägt. Multimodalität muss nach klaren Grundsätzen geregelt und der Auftrag des Service Public in Hinblick auf die Zukunft breiter gefasst werden. Eine einseitige Bevorteilung privater Anbieter im Verkehrsmarkt ist klar der falsche Weg und kann zu einem späteren Zeitpunkt nur schwierig korrigiert werden.

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