Den öV-Anteil erhöhen – dank konkreten Zielen und einer strikten Abstimmung zwischen Siedlung und Verkehr

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OeV Anteil 2015_OFS ARE MRMT 2015 Infografik 6t-bureau de recherche
Quelle: OFS / ARE MRMT 2015, Infografik: 6t-bureau de recherche

Die Verkehrsleistungen im öffentlichen Verkehr sind in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Doch: Der öV-Anteil stagniert. LITRA und VöV haben zur Entwicklung der vergangenen Jahre eine Studie vorgestellt und fordern nun Massnahmen, damit der öV-Anteil wieder steigt. Grosse Potenziale bestehen in der guten Koordination von Raum- und Verkehrsplanung und in der Förderung des öV im Freizeitverkehr. Zudem soll der öV auch ausserhalb von Agglomerationen gestärkt werden.

Die LITRA, der VöV und das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) haben die Entwicklung des Modalsplits in seinen verschiedenen Ausprägungen mit einer Studie untersuchen lassen. Die Studie basiert vor allem auf den Daten aus dem Mikrozensus Mobilität und Verkehr und fokussiert auch auf die Regionen: In vergleichbaren Gegenden wird der öV ganz unterschiedlich häufig genutzt. Hohe Anteile erzielt der öffentliche Verkehr in den grossen Agglomerationen; weniger genutzt wird er in den kleinen Agglomerationen und dem ländlichen Raum. Bei gleich gutem Angebot ist der öV-Anteil in der Deutschschweiz höher als in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz. Zum Teil hat dies mit der unterschiedlichen Nutzung mit räumlichen Merkmalen wie der Dichte und der Topografie zu tun, zum Teil mit der Entwicklung des Angebots und den Präferenzen der Nutzer. Der öV wird zudem je nach Verwendungszweck unterschiedlich intensiv genutzt: Ein Grossteil der Leute benutzt unter der Woche den öV zum Pendeln, bevorzugt aber das Auto in der Freizeit, vornehmlich am Wochenende.

Vier Forderungen zur Erhöhung des öV-Anteils

LITRA und VöV wollen den öV-Anteil am Modalsplit erhöhen, sodass das Grundszenario aus den Verkehrsperspektiven 2040 übertroffen wird. Dieses geht davon aus, dass sich der öV-Anteil zwischen 2010 und 2040 von 19 auf 23% erhöht.

«Ein guter öV trägt dazu bei, die Klimaziele und die Ziele der Energiestrategie zu erreichen. Eine Steigerung des öV-Anteils Teil der Lösung und nicht des Problems»

, sagt Ueli Stückelberger, Direktor des VöV.

1. Wir fordern klare Ziele für die Erhöhung des öV-Anteils

«Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, den öV-Anteil am Modalsplit wesentlich zu erhöhen»

, erklärt LITRA-Präsident Martin Candinas.

So wie dies zum Beispiel im alpenquerenden Güterverkehr dank festen Zielen und einem Bündel von Massnahmen erreicht worden ist. Die Ziele des Bundes für den Personenverkehr sollen abgestimmt sein auf regionale und kantonale Ziele, welche heute bereits existieren

2. Wir fordern Massnahmen für Gebiete ausserhalb von Agglomerationen

Mit den Ausbauschritten für die Bahninfrastruktur und den Agglomerationsprogrammen fokussiert sich die Verkehrspolitik heute, zu Recht, auf urbane Gebiete. Doch die Verkehrsperspektiven 2040 orten auch in kleineren Zentren am Rande von Agglomerationen, wie Düdingen oder Rolle, grosses Potenzial: Konkret dürfte der öV-Anteil in diesen Räumen bis 2040 um 5 Prozentpunkte steigen. Wir teilen diese Einschätzung. Unsere Fallstudie zum Oberen Baselbiet und der Region Gros-de-Vaud zeigt nämlich: Es gibt eindeutig Potenzial für mehr öV in solchen Gebieten.

3. Eine gute Koordination von Raum- und Verkehrsplanung ist notwendig

Unsere Studie postuliert drei Säulen, mit denen der öffentliche Verkehr gefördert werden kann. Es sind dies raumplanerische Massnahmen, neue Angebote und eine Einflussnahme auf die Nachfrage der Nutzer. Grosses Potenzial besteht in der guten Koordination von Raum- und Verkehrsplanung. In mehreren Kantonen hat die Abstimmung von Siedlung und Verkehr höchste Priorität und ist in den neuen Richtplänen festgeschrieben.

4. Der öV in der Freizeit muss gefördert werden

Der öffentliche Verkehr wird in der Freizeit nur für 19% der Distanzen genutzt. Im Pendlerverkehr sind es 32%. Es braucht deshalb zusätzliche Anstrengungen, um die Infrastruktur für Freizeitaktivitäten besser auf den öffentlichen Verkehr auszurichten. Auch sollen Komfort und Transportmöglichkeiten im öV weiter verbessert werden. Hier sind die öV- und die Tourismusbranche gefordert. Verschiedene Freizeitreiseangebote wurden von der öV-Branche bereits lanciert.

Info
  • Die Studie «Der Modalsplit im Personenverkehr der Schweiz» können Sie hier herunterladen.

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Solange beim Kanton solche Pfeifen sitzen, die das zukünftige Angebot an den bisherigen Nutzungszahlen auslegen, gehts auf den Land nicht vorwärts. Ein Stundentakt ab 20h (wenn überhaupt) ist halt nicht kundenfreundlich genug und zwingt manchen, trotzdem ein Auto zu kaufen. Dabei müsste man mit einem offensiven ÖV Angebot genau das verhindern. Doch die Mittel werden nicht locker gemacht. Schönen Dank auch.