BLS Cargo hat im Jahr 2018 den Umsatz gesteigert und schliesst mit einem Gewinn von 5,4 Millionen Franken ab. Durch die geplante Übernahme der belgischen Güterbahn Crossrail im Jahr 2019 stärkt BLS Cargo ihre Position auf dem Nord-Süd-Güterverkehrskorridor. Grosse Herausforderungen bleiben Baustellen und Streckensperren auf dem Schienennetz.

Im Jahr 2018 erwirtschaftete die BLS Cargo AG einen Umsatz von CHF 235 Millionen (+15.8%; 2017: CHF 203 Mio.) und steigerte den Jahresgewinn um CHF 1.9 Millionen auf CHF 5.4 Millionen. Das Verkehrsvolumen bewegte sich mit 17’051 Zügen leicht unter dem Vorjahresniveau (2017: 17’529 Züge). Gründe für das tiefere Verkehrsvolumen lagen in den vielen baustellenbedingten Streckensperrungen und – einschränkungen. Trotz des tieferen Verkehrsvolumens nahm die Transportleistung gemessen in Nettotonnenkilometern gegenüber Vorjahr um 9.9% deutlich zu, da mehr schwere Züge im Transit verkehrten. Entsprechend stieg der Marktanteil im alpenquerenden Schienengüterverkehr durch die Schweiz gemessen in Bruttotonnen um drei Prozentpunkte auf 30%.

BLS Cargo hat 2018 gemeinsam mit anderen europäischen Güterbahnen die Initiative «Rail freight forward» lanciert. Ziel der Initiative ist es, mehr Verkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern und bis ins Jahr 2030 den Anteil des Schienengüterverkehrs in Europa von 18% auf 30% zu steigern. Damit wollen die Güterbahnen einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. BLS Cargo investiert deshalb bereits im Jahr 2019 in neue Lokomotiven, wird diese grenzüberschreitend einsetzen und dem Markt innovative Verkehrskonzepte bieten.

Übernahme von Crossrail stärkt Marktposition

Durch die geplante Übernahme der belgischen Güterbahn Crossrail, baut BLS Cargo zudem ihre Position auf dem Güterkorridor 2019 aus und wird ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern.

«Wir sehen vor allem Potenzial darin, die gemeinsamen Züge durchgängig zu steuern und dabei die internationale Lokflotte besser und verzahnter auf dem Güterkorridor nach Belgien einzusetzen»

, kommentiert Dirk Stahl, CEO von BLS Cargo.

Die Übernahme unterliegt dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

Grosse Herausforderung: Zustand und Verfügbarkeit der Schieneninfrastruktur

BLS Cargo sieht sich in den vergangenen Jahren immer häufiger mit länger dauernden baustellenbedingten Streckensperren konfrontiert. Trotz grosser Anstrengungen ist BLS Cargo nicht in der Lage, die vielen Einschränkungen zu kompensieren und den Verkehr uneingeschränkt rollen zu lassen. Dies wirkt sich negativ auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Züge aus, was wiederum die Position der Schiene gegenüber der Strasse schwächt. BLS Cargo fordert deshalb eine umsichtige Planung der Bautätigkeiten auf den Transitachsen. Bevor weitere gravierende Sperrungen vorgenommen werden, muss der 4-Meter-Korridor am Gotthard im Dezember 2020 eröffnet sein, damit Verkehre über diese Achse umgeleitet werden können.

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