Die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge verkehren dank diverser Verbesserungen stabiler als Ende 2018. Bei weiterhin positiver Entwicklung wird die SBB in den nächsten Wochen weitere Züge von Bombardier in den Betrieb aufnehmen. Es werden laufend weitere Massnahmen zur Erhöhung der Betriebsstabilität und des Fahrkomforts umgesetzt. Im Auftrag des Bundesamts für Verkehr (BAV) hat die SBB die Neigung der Einstiegsrampen durch unabhängige Experten messen lassen.

Von Dezember 2018 bis Anfang Mai 2019 wurden rund 4500 Fahrten und über 700’000 Kilometer mit dem FV-Dosto zurückgelegt. Der Hersteller Bombardier hat zusammen mit Sublieferanten in dieser Zeit verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Betriebsstabilität umgesetzt. So wurde die Türsoftware bis Mitte April 2019 auf den neusten Stand gebracht und Türwartungsarbeiten und Mängelbehebungen durchgeführt. Dadurch konnte in diesem Bereich die Ausfallquote um 50% reduziert werden. Die Betriebsstabilität zeigt auch in den anderen Bereichen einen deutlich positiven Trend. In den letzten April-Tagen waren keine Zugsausfälle zu verzeichnen. Bombardier wird in den kommenden Monaten die Fahrzeugsoftware weiter optimieren.

Auch bei der Laufruhe konnten Fortschritte erzielt werden. Am Testzug von Bombardier (502 007) wurde das Radprofil geändert und die Software der Wankkompensationssteuerung angepasst. Inzwischen wurden die Radprofile auch bei zwei weiteren Zügen (502 006 / 502 209) angepasst. Unabhängige Messungen haben eine spürbare Verbesserung gezeigt. Für die Pressefahrt am 1. Mai 2019 wurde die auf Olten getaufte IC 200-Einheit RABDe 502 006 eingesetzt. Dass bei diesem Twindexx zum Zeitpunkt der Medienfahrt noch keine Optimierungen bezüglich der Laufruhe umgesetzt waren, konnte insbesondere im tiefen Geschwindigkeitsbereich deutlich wahrgenommen werden, hingegen fuhr der Zug bei höherem Tempo sehr ruhig. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ist die Umsetzung der ersten Massnahmen zur Verbesserung der Laufruhe (Reprofilierung der Radsätze / Software-Update im Bereich Drehgestelle) an den restlichen Fahrzeugen vorgesehen.

Stand Mai 2019 hatte Bombardier 330 Rohwagenkasten gefertigt, 275 davon waren zu diesem Zeitpunkt endmontiert.

SBB plant weitere Fahrzeuge in den Einsatz zu nehmen

Die SBB sieht vor, schrittweise weitere Fahrzeuge auf der Interregio-Strecke IR13/37 zwischen Chur, St. Gallen, Zürich und Basel einzusetzen. Schlussendlich sollen alle Umläufe der IR13/37 mit Twindexx geführt werden. Seit 2. September 2019 (früher hiess es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019) kommt der FV-Dosto auch auf zwei Umläufen des Intercity 3 zwischen Basel SBB – Zürich HB – Chur zum Einsatz, einzelne Fahrten auf dieser Linie gab es bereits vor diesem Datum. Das Lokpersonal und die Kundenbegleiter aus dieser Region verfügen mittlerweile über viel Betriebserfahrung und können dadurch zu einer hohen Betriebsstabilität mitbeitragen.

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SBB Twindexx RABDe 502 009 «Stadt St. Gallen» am 7. September 2019 als IC 571 der IC-Linie 3, Basel SBB – Chur in Zürich HB. / Quelle: Bernhard Ledermann

Auf den kleinen Fahrplanwechsel im Juni hat die SBB mit den drei Einheiten 502 213, 214 und 215 – alles Fahrzeuge der Ausführung IR 200 – weitere Züge von Bombardier vorübernommen. Seither sind nochmals einige Einheiten dazugekommen, darunter der RABe 502 404, am 28. Juni 2019 in Brig auf «Brig-Glis» getauft, sowie der RABDe 502 014, am 5. Juli 2019 in Zürich HB auf «Zürich» getauft. Schliesslich erfolgte am 20. September 2019 in Biel die Taufe des RABe 502 402 auf «Biel/Bienne». Somit verfügt die SBB Stand September 2019 über 22 Einheiten in unterschiedlichen Konfigurationen. Bis zu 12 FV-Dosto-Züge werden täglich eingesetzt, die restlichen dienen als Reserve bzw. befinden sich im Unterhalt.

Der Einsatz auf der IC1-Strecke zwischen St. Gallen und Genève-Aéroport wird dann aufgenommen, wenn genügend betriebstaugliche Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Umsetzung der Auflage des Bundesverwaltungsgerichts

Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) hatte mit seinem Entscheid vom 20. November 2018 bestätigt, dass der neue Zug die massgebenden Normen und die Vorgaben des Behindertengleichstellungsrechts erfüllt. Gemäss BVGer muss die SBB den Nachweis erbringen, dass pro Fahrzeug ein Ein- und Ausstieg bei Wagen mit Rollstuhlabteil sowie in die Verpflegungszone beim Speisewagen eine Neigung von maximal 15 Prozent aufweist.

Im Auftrag des BAV hat die SBB die Neigung der Einstiegsrampen bei allen drei Zugstypen (IC200, IR200, IR100) durch unabhängige Experten messen lassen. Die Neigungen der Einstiegsrampen lagen im Durchschnitt über alle drei Züge bei 14.8%. 69 von 76 Rampen waren korrekt. Bei sieben Rampen gab es kleine Überschreitungen, was gemäss Bombardier den Fertigungstoleranzen zuzuschreiben ist. Bei zwei markierten Rollstuhleingängen betrugen die Abweichungen 0,1 und 0,3%, was bei einer Rampenlänge von 785 mm eine Differenz von 0,8 mm bzw. 2,4 mm bedeutet. Alle Rampen der bereits produzierten Züge werden kontrolliert und wenn nötig angepasst. Zudem wird Bombardier bei der Produktion der weiteren Fahrzeuge sicherstellen, dass die Normen eingehalten werden. Die Messresultate liegen nun dem BAV vor.

Inclusion Handicap hat das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts am Bundesgericht angefochten. Das Gerichtsverfahren ist noch hängig. Der Weiterzug hat jedoch keinen Einfluss auf den Einsatz der neuen Züge.

Weitere SBB FV-Dosto getauft

Am Festwochenendes 150 Jahre Seelinie und Trajekt erhielten zwei FV-Dosto-Züge einen Namen. Der FV-Dosto RABDe 502 011 wurde auf den Namen «Romanshorn» und der RABe 502 405 auf den Namen «Rorschach» getauft, beide wurden mit dem entsprechenden Wappen versehen.

Der FV-Dosto RABe 502 211 wurde am 7. September 2019 am Stadtfescht Liestal auf den Namen «Liestal» getauft.

Am 9. August 2019 konnte in Zürich HB der FV-Dosto RABe 502 403 gesichtet werden, welcher nur kurzzeitig den Taufnamen «Andreas Thommen», eines langjährigen SBB-Mitarbeiters, trug.

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Der SBB FV-Dosto RABe 502 403 mit dem Namen «Andreas Thommen» am 9. August 2019 als Extrafahrt in Zürich HB. / Quelle: Sandro Hartmeier

Aus «St.Gallen» wurde «Stadt St.Gallen»

Der seit seiner Taufe nur mit «St.Gallen» beschriftete SBB FV-Dosto RABDe 502 009 hat nun im Mai 2019 das Wappen und den Schriftzug «Stadt St.Gallen» erhalten.

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Der SBB FV-Dosto RABDe 502 009 erhielt im Mai 2019 das Wappen und den Schriftzug «Stadt St.Gallen». Zuvor war der Zug nur mit «St.Gallen» beschriftet. / Quelle: Sandro Hartmeier
Barrierefreiheit bei der SBB
Die SBB nimmt das Thema Barrierefreiheit und Behindertengleichstellung sehr ernst. So soll mobilitätseingeschränkten Personen – z.B. Reisenden im Rollstuhl, älteren Personen, Reisenden mit Kinderwagen oder grossem Gepäck – das möglichst hindernisfreie Nutzen der Züge ermöglicht werden. Die SBB investiert erhebliche Mittel in die Behindertenfreundlichkeit ihrer Züge und in die Infrastruktur. Reisende im Rollstuhl, Geh- und Sehbehinderte sowie geistig Behinderte erhalten kostenlose Unterstützung beim Ein- und Aussteigen. Allein im Jahr 2018 organisierte die SBB für rund 10 Millionen Franken knapp 150 000 Einsätze. Dafür standen schweizweit 78 Mitarbeitende im Einsatz. Aktuell können 78 Prozent aller möglichen Verbindungen mit dem Rollstuhl genutzt werden und 61 Prozent der Reisenden können in den Bahnhöfen der SBB durch Perronerhöhungen, Rampen und Lifte barrierefrei ein- oder aussteigen. Ausserdem unterhält die SBB das SBB Call Center Handicap, das mobilitätseingeschränkten Kundinnen und Kunden bei der Planung und Durchführung von Zugreisen zur Seite steht.
FV-Dosto: Eine Ausschreibung nach öffentlichem Beschaffungsrecht
Am 29. April 2009 hat die SBB einen auf die Bedürfnisse der Reisenden und der Schweizer Infrastruktur sowie des Fahrplankonzeptes abgestimmten Zug ausgeschrieben. Die modernen und komfortablen Züge sollen mehr Sitzplätze und ein besseres Angebot schaffen.

Dem Entscheid ging ein Ausschreibungsverfahren gemäss Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB/VöB) voraus. Bombardier hat explizit bestätigt, über die entsprechenden Fähigkeiten und Ressourcen zu verfügen, die vertraglichen Leistungen termingerecht zu erbringen und hat weitreichende vertragliche Absicherungen angeboten. Im Rahmen des eng gestrickten Korsetts des öffentlichen Beschaffungsrechts, gab es für die Bewertung der Offerten keinen Handlungsspielraum: Bombardier hat die geforderten Kriterien klar am besten erfüllt.

Der neue Fernverkehrs-Doppelstockzug FV-Dosto sorgt mit bis zu 1300 Sitzplätzen für mehr Kapazität. Er verfügt über helle und grosszügige Innenausstattung, Steckdosen an jedem Sitzplatz in der 1. und 2. Klasse, rollstuhlgängige Abteile und Toiletten, WCs mit Wickeltischen sowie Kinderwagen- und Veloplätze über den Zug verteilt. Die druckertüchtigten Wagen reduzieren Ohrendruck bei Tunnelfahrten und Zugsbegegnungen bei hoher Geschwindigkeit.

Social Media

Als erstes Fahrzeug hat der RABe 502 216 beidseitig die Vario-Pantos erhalten:

 

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SBB Re 420 154-7 + Re 421 379-9 + RABe 502 211 am 06. Augusgt 2019 in Sargans–> Überführung von St. Gallen via Rheintal – Sargans nach Zürich

Gepostet von info24 – ÖV Schweiz – Europa am Dienstag, 6. August 2019

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Karl Liebethal
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Am 31. August hatte ich Gelegenheit mit dem FV-Dosto von Chur nach Zürich zu fahren. Der visuelle Eindruck war i.O. Leider war während der ganzen Fahrt, unabhängig der Geschwindigkeit, ein unangenehmer mittelhoher Ton zu hören der mich sehr störte, wahrscheinlich rührte er von der Ventilation her. Die Laufruhe ist aber meines Erachtens wirklich ungenügend, was mir bei der anschliessenden Fahrt mit dem älteren Doppelstockzug von Zürich nach Bern bewusst wurde. Es ist schon erstaunlich, dass ein altes Produkt viel ruhiger und ohne störende Geräusche fährt als ein neues. Für mich ist das absolut unverständlich. Das unglückliche Team SBB-Bombardier würde gut… Mehr lesen »

Eduard J. Belser
Gast
Eduard J. Belser

Der durch das Bombardier-Debakel verursachte Rollmaterialmangel wird noch überlängere Zeit den Alltag der BahnkundInnen mitprägen. Gleichzeitig steht offenbar eine ganze Flotte einsatzfähiger, neuer StadlerRail Doppelstockzüge wegen der Streitereien zwischen SBB und BLS um die Fernverkehrsverbindungen bei den BLS nutzlos herum. Hier müsste der Bund als Eigner der SBB zeitnah eingreifen und die SBB zwingen diese BLS Züge mit angemessener Kostenbeteiligung durch Bombardier zu mieten. SBB-Chef Meyer müsste dazu kurzfristig ins UVEK zitiert und zurechtgestutzt werden

Eduard J. Belser
Gast
Eduard J. Belser

Im Beitrag in der gestrigen Rundschau im Schweizer Fernsehen entstand allerdings ein weitaus kläglicherer Eindruck als in den schön gelogenen Verlautbarungen von SBB und Bombardier. Zu denken gibt vor allem, dass es Bombardier offenbar an einer ausrechend grossen, gut ausgebildeten Stammbelegschaft fehlt und die Züge von Leiharbeitern zusammengepfuscht werden. Da herrscht bei StadlerRail eine völlig andere Firmenkultur, was offensichtlich auch der Qualität der Züge zu gut kommt.

Heinrich ygretler
Gast
Heinrich ygretler

Meine erste Erfahrung mit diesem Zugstyp am 21.07.2019 und meinem 25 kg schweren E-Bike sind schlecht. Abfahrt Wil nach Zürich HB 16:04 (verspätet 5 min) Befördert in einem der letzten Wagen.
Der äussere Stellplatz ist zu kurz wenn eine Gepäckträgertasche dabei ist.
Infolge des Schüttelns des Wagenkastens schwankt das Velo in seiner eher lockeren Halterung.
(dass dabei meine Trinkflasche auslief ist nicht nur zugsbedingt, aber wurde unterstützt durch die unruhige Fahrt)
Ich werde künftig, mit Velo, diesen Zugstyp meiden.

Georg Trüb
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Georg Trüb

Für den Transport von schweren E-Bikes sind diese Züge auch nicht gedacht. Als die Züge ausgeschrieben wurden, gab es dies noch nicht oder nur absolut in Einzelfällen.

Marc Hermann
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Marc Hermann

Die Veloständer sind auch für normale Velos sehr eng. Seitentaschen müssen abmontiert werden, was verständlich ist. Angedacht sind zwei Velos pro Stellplatz. Das dies nicht geht und den Gang versperrt wird sicherlich noch vielen Reisenden in Zukunft auffallen.

ohne Namen
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ohne Namen

Die Firmenkultur bei Stadler mag anders sein. Aber nicht besser.