Die BLT konnte das Unternehmensergebnis im 2018 leicht steigern. Insgesamt resultierte ein Jahresgewinn von CHF 2,45 Mio. Im Jahr 2018 transportierte die BLT total 54,8 Mio. Fahrgäste. Im Busbereich hielt der positive Trend mit einem Fahrgast-Plus von 1.1% weiterhin an. Im Trambereich ging die Anzahl Fahrgäste um 2,2% zurück.

Das Wachstum im Direkten Verkehr, Mehrerträge in der Fahrzeugwerbung und die gute Ertragslage bei den Liegenschaften im Marktwirtschaftlichen Bereich trugen im Wesentlichen dazu bei, dass die BLT das Unternehmensergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern konnte.

Positives Jahresergebnis

Die Sparte Regionaler Personenverkehr/Ortsverkehr weist einen Überschuss von CHF 0,29 Mio. aus. Zu diesem positiven Resultat trugen sowohl die Erträge im Direkten Verkehr und in der Fahrzeugwerbung bei als auch der Verkauf der sechs abgeschriebenen Schindler-Trams an die TWSB Thüringerwaldbahn und Strassenbahn Gotha GmbH in Deutschland. In der Sparte Infrastruktur, welche vollumfänglich vom Bund finanziert wird, beträgt der Überschuss CHF 0,48 Mio. Die Synergieeffekte der im Jahr 2016 erfolgten Fusion mit der Waldenburgerbahn zeigen Wirkung, mit einer Einsparung von CHF 0,3 Mio. im Leistungsauftrag der Linie 19. Die Sparte Marktwirtschaftlicher Bereich (Ertrag Liegenschaften), welche nicht abgeltungsberechtigt ist, schliesst mit einem Plus von CHF 1,68 Mio. Insgesamt weist die BLT im 2018 einen Jahresgewinn nach Steuern von CHF 2,45 Mio. aus.

Wachstum beim Bus, Rückgang bei Tram und Bahn

54,8 Millionen Fahrgäste nutzten im Jahr 2018 das öffentliche Verkehrsangebot der BLT. Dies entspricht einem Rückgang von 1,7% respektive rund 963‘000 Fahrgästen gegenüber dem Vorjahr. Die von den Fahrgästen zurückgelegte Reisestrecke sank um 2,2 Millionen (-1,2%) auf rund 189,0 Mio. Personenkilometer. Im Busbereich stieg die Anzahl Fahrgäste um 1,1%, während sie im Trambereich um 2,2% sank. Die Entwicklung aus dem Vorjahr setzt sich somit im 2018 fort.

Im Busbereich hält der positive Trend mit einem Zuwachs von 115‘000 Fahrgästen und 614‘000 Personenkilometern (+2,0%) weiterhin an. Auf Erfolgskurs sind die Buslinien 61 und 64. Im 2018 nutzten 2,1 Millionen Fahrgäste die Buslinie 64, ein Plus von 329‘700 Fahrgästen (+18,9%). Die Linie 64 ist ein wichtiger Zubringer in die Industriegebiete Allschwil und Reinach, zum Gymnasium Oberwil und zur S-Bahn in Dornach. Die Buslinie 61, eine wichtige Zubringerlinie für Schülerinnen und Schüler in Allschwil und Binningen, verzeichnete ein Plus von 24‘200 Fahrgästen (+3,3%). Positiv ausgewirkt hat sich dabei auch die Verlängerung von Allschwil Letten nach Allschwil Friedhof.

Bei den Tramlinien 10, 11 und 17 war die Nachfrage insbesondere im Innenstadtbereich rückläufig. Die Gründe sind vielschichtig.

Veränderungen in der Mikromobilität und Altersdemographie

Der Rückgang im Kurzstreckenbereich, daher auf den städtischen Abschnitten, ist vor allem auf die rasante Veränderung in der Mikromobilität zurückzuführen. E-Trottinette und E-Velos erleben einen eigentlichen Boom. Sie bieten eine attraktive Alternative zum öV. Die langanhaltende schöne Witterung im 2018 trug zusätzlich dazu bei, dass Fahrgäste auf das Fahrrad umstiegen, vermehrt zu Fuss unterwegs waren oder alternative Mobilitätsangebote wie Pick-e-Bike nutzten.

Die BLT erkannte diesen Trend bereits vor zwei Jahren und lancierte im Mai 2018 gemeinsam mit Primeo Energie und Basler Kantonalbank das neue Sharing-Angebot Pick-e-Bike. Heute stehen 300 E-Bikes und 60 E-Scooter in Basel-Stadt und Agglomeration mittels Smartphone und Pick-e-Bike-App zur freien Verfügung. Bereits über 14‘000 Kundinnen und Kunden nutzen das Sharing-Angebot. Die BLT ergänzt und verstärkt damit den öffentlichen Verkehr.

«Mit der Entwicklung von innovativen und intermodalen Vertriebslösungen, sogenannten Tür-zu-Tür-Angeboten, setzen wir unsere Unternehmensstrategie konsequent um und wandeln uns Schritt für Schritt vom liniengebundenen Transportunternehmen zum integralen Mobilitätsanbieter»

, erläutert Andreas Büttiker, Direktor BLT, und er fügt an:

«Dabei nutzen wir konsequent die Chancen der Digitalisierung, um für unsere Kundinnen und Kunden Mehrwerte zu erzielen.»

In der Veränderung der Altersdemographie sieht die BLT einen weiteren Grund für den leichten Rückgang auf den Tramlinien. Während die jüngeren und mittleren Altersgruppen seit Jahren konstant abnehmen, wächst jene der Seniorinnen und Senioren deutlich. Erwerbstätige, die in den Ruhestand treten, verändern ihr Mobilitätsverhalten. Sie sind nicht mehr täglich mit dem öV unterwegs und verzichten daher auf das Jahres-U-Abo. Stattdessen kaufen sie vermehrt Einzeltickets und Mehrfahrtenkarten.

Dieser Entwicklung kann mit einer Verbesserung des öV-Angebotes, das die Kundinnen und Kunden direkt spüren, entgegengewirkt werden. Bereits auf den kommenden Fahrplanwechsel gibt es Optimierungen auf den Buslinien 64 und 65. So wird auf der Strecke Bahnhof Dornach – Arlesheim Dorf ein Viertelstundentakt eingeführt und auf der Buslinie 64 wird die Fahrplanstabilität verbessert.

Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben einen Tramnetz-Entwicklungsplan vorgelegt, den auch die BLT unterstützt. Als Eigentümerin und Infrastrukturbetreiberin der Linie 14 hat die BLT beim Bund das Konzessionsgesuch für die Verlängerung der Tramlinie 14 bis Salina Raurica eingereicht.

Für Andreas Büttiker:

«ein wichtiges Zeichen, dass es bei der Tramentwicklung vorwärtsgeht.»

Linie 19 – Waldenburgerbahn

Waldenburgerbahn Bad Bubendorf_BLT Baselland Transport
Ab sofort Teil der BLT. Die Waldenburgerbahn – Linie 19. / Quelle: BLT Baselland Transport

Die Linie 19 der Waldenburgerbahn verzeichnete im 2018 einen Fahrgastrückgang von 5,4% (104‘000 Fahrgästen). Gründe dafür sind die laufende Reform der Sekundarschulstandorte und der damit verbundene Rückgang von Sekundarschülern, die sinkende Bevölkerungszahl im Waldenburgertal und damit verbunden die sinkende Anzahl U-Abos, die Fahrplanausdünnung der Buslinien 91, 92 und 93, drei wichtige Zubringerlinien der Waldenburgerbahn, infolge kantonaler Sparmassnahmen und der Umzug der pädagogischen Hochschule von Liestal ins Polyfeld in Muttenz.

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