Der Nationalrat will keine landesweit geltenden Tarife für den öffentlichen Verkehr durchsetzen. Er hat am 4. Juni 2019 eine Motion des Walliser FDP-Nationalrats Philippe Nantermod abgelehnt – mit 120 zu 64 Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Nur die Linken und vereinzelte FDP-Mitglieder stimmten dem Vorstoss zu. Mit dem Nein ist das Geschäft vom Tisch. Die Tarifhoheit bleibt damit bei den Unternehmen.

Die Branche arbeitet seit längerem an zwei Projekten im Tarif- und Distributionsbereich.

«Wir werden den Druck aufrechterhalten, damit es zu einer Lösung kommt»

, sagte Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga.

Ein Eingriff in die Tarifhoheit der Unternehmen sei aber der falsche Weg. Die heutige Tariflandschaft im öffentlichen Verkehr sei zwar kompliziert und für den Kunden wenig transparent. Die Bahnen sollten aber untereinander Lösungen finden.

Nantermod zweifelt daran, dass sich die heutige Situation auf diesem Weg verbessert. Es brauche Gesetze und Reglemente auf Bundesebene, begründete er seinen Vorstoss. Heute müssten einige Pendler für ihre Billette oder Abos bedeutend mehr zahlen als früher, weil ihnen Angebote aufgezwungen würden, die sie überhaupt nicht brauchten.

Deshalb müssten die Kunden frei zwischen den Angeboten der verschiedenen Tarifverbunde wählen können. Dies gelte insbesondere für Streckenbillette sowie für den Zugang zu Sparbilletten und Streckenabos.

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