In Bauma soll in den nächsten Jahren unter dem Namen «Erlebbares Schweizer Bahnkulturerbe» das erste Openair-Eisenbahnmuseum der Schweiz entstehen. Damit der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland DVZO dieses Ziel zusammen mit der SBB und dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) erreichen kann, wurden Anfang 2019 die Planerleistungen öffentlich ausgeschrieben. Das beauftragte Planerteam startet in diesen Tagen mit den Arbeiten.

Auf dem Gelände des Bahnhofs Bauma werden in Zukunft seltene oder einmalig erhaltene Zeugen aus der Eisenbahngeschichte im Bahnbetrieb des DVZO ihre ursprüngliche Funktion zurückerhalten. Bahnbauten aller Art aus verschiedenen Epochen möchte der Verein in Bauma zu einem Erlebnisraum vereinen, im authentischen Umfeld nutzen und dem Publikum auf eingängige Art präsentieren. So schafft der DVZO optimale Bedingungen zur Pflege und zum Betrieb des rollenden und stehenden Kulturgutes. Mittendrin begeben sich die Besucher auf beschilderten Wegen vorbei an den denkmalpflegerisch wertvollen Elementen auf Entdeckungsreise. Zugleich soll die Töss auf dem Abschnitt hinter dem Bahnhof revitalisiert und der Hochwasserschutz verbessert werden.

«Depotareal Bauma 2020» ist bewilligungstechnisch keine einfache Angelegenheit, da die Bauherrschaft mit DVZO, SBB und AWEL aus drei Parteien besteht und das Projekt neben dem Bahnteil auch den erwähnten flussbaulichen Teil enthält. «Depotareal Bauma 2020» untersteht wegen den darin involvierten öffentlichen Geldern rechtlich den Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen.

Mit der IG PNP+ (bestehend aus der F. Preisig AG, Niederer + Pozzi Umwelt AG, SJB Kempter Fitze AG, SKK Landschaftsarchitekten AG) haben die drei Projektpartner eine Planungsgemeinschaft für ihr Vorhaben beauftragt, welche im Bahnbau, Wasserbau, Holzbau und in der Landschaftsarchitektur über die erforderliche Erfahrung verfügt. Bis im 4. Quartal 2019 soll das Vorprojekt erarbeitet werden. Dieses wird es dem DVZO erlauben, ein Unterstützungsgesuch an den Lotteriefonds zu stellen. Ab Anfang des nächsten Jahres wird das Vorprojekt in der nächsten Projektierungsphase dann zum Bauprojekt vertieft und dem Bundesamt für Verkehr (BAV) als Bewilligungsbehörde eingereicht.

Im Juni 2019 ist es drei Jahre her, seit die Freiwilligen des Dampfbahn-Vereins die Planung des visionären Vorhabens gestartet haben. Seither hat das Projektteam weit über 1000 Stunden Freizeitarbeit geleistet, um «Depotareal Bauma 2020» an den Ort zu bringen, wo es heute steht. Die Vergabe der Planerleistungen ist bisher in diesem Projekt nicht nur finanziell die grösste gemeisterte Hürde. Das Gesamtprojekt bietet die Chance eine hochinteressante Natur-, Erholungs- und Erlebnislandschaft zu schaffen. Eine Drehscheibe für alle Eisenbahnenthusiasten, Kulturgutbegeisterte und Naturliebhaber, ein Leuchtturm für unsere Region Tösstal – Zürcher Oberland.

Die Finanzierung der Planungsarbeiten ist bis Ende 2019 gesichert. Damit der Dampfbahn-Verein jedoch nach Abschluss des Vorprojekts 2020 weiterplanen kann, ist er auf weitere Spenden angewiesen. Auf der Internetseite tu-hier-gutes.ch hat der DVZO deshalb ein Crowdfundingprojekt lanciert. Dort ist das Projekt mit einem Video erklärt. Spender und Spenderinnen können den gespendeten Betrag von den Steuern in Abzug bringen. Ihnen winkt zudem ein kleines Dankeschön in Form von «DVZO-Naturalien».

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