Eine im Auftrag des VCS Verkehrsclub der Schweiz durchgeführte Umfrage belegt: Die Nachfrage nach internationalen Nachtzugverbindungen ist gross. Sechzig Prozent der Bevölkerung würden mit dem Nachtzug in Europa reisen. Das Angebot aber fehlt. Der VCS fordert die SBB auf, rasch ein Angebot für internationale Nachtzugreisen zu schaffen.

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Quelle: VCS

In einer vom VCS in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie hat das Meinungsforschungsinstitut gfs im Frühling 1209 Personen aus der ganzen Schweiz zu ihrem Reiseverhalten befragt. Dabei gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie grundsätzlich zu internationalen Nachtzugreisen bereit sind. Die Nachfrage ist also nachgewiesen und das Marktpotenzial gross.

Entsprechende Angebote wurden in den letzten Jahren zum Bedauern des VCS stetig abgebaut, die wenigen existierenden Linien sind oft auf Monate im Voraus ausgebucht. Gleichzeitig werden Nachtzugangebote so gut wie gar nicht beworben. Würden die Angebote breit bekannt gemacht, könnten mit der bestehenden Nachfrage zahlreiche Nachtzuglinien betrieben werden.

Neue Angebote jetzt schaffen

Der VCS begrüsst deshalb, dass die SBB nun in diese Richtung aktiv werden will. Ein späte Einsicht, denn Angebote sind jetzt nötig und dürfen nicht durch jahrelange Abklärungen und Studien verzögert werden. Der VCS fordert, dass nun zeitnah Angebote für internationale Nachtzugreisen geschaffen werden.

Die Angebote sollen ein breites Publikum ansprechen und die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen abdecken. So müssen sowohl günstige Liegewagen wie auch komfortablere Schlafwagen zur Verfügung stehen. Gerade für Junge und Familien müssen bezahlbare Optionen geschaffen werden. Der VCS fordert zügiges Handeln, damit sich der Schienenverkehr als echte Alternative zum klimaschädlichen Flugverkehr etablieren kann.

Destinationen in Nachbarländer am meisten vermisst

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Quelle: VCS

Jene Personen, welche den Nachtzug in Betracht ziehen, wurden auch gefragt, wohin sie im Nachtzug am liebsten Reisen würden. Dabei wurden klar die Nachbarländer am häufigsten genannt. So gaben 60 Prozent der Befragten Ziele in Deutschland an, fast die Hälfte würde gerne mit dem Nachtzug nach Italien reisen, 42 Prozent nach Österreich, 37 Prozent nach Frankreich und 21 Prozent nach Spanien.

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Toni Zimmermann
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Toni Zimmermann

Ich bin sehr skeptisch was die Akzeptanz der Nachzüge betrifft. Die bisherige Erfahrung zeigt doch, dass im Vorfeld grosse Sprüche gemacht werden und dann in der Realität die attraktivste Version gewählt wird.
Zum Thema Nachzug: die Distanzen in Europa sind leztlich zu kurz. Die Folge davon sind Wartezeiten unterwegs, unattraktive Ankunftszeiten und/oder unattraktive Abfahrtszeiten. Hinzu kommen unkomfortables Rollmaterial (ich erwähne nur das Untergeschoss des Doppelstockschlafwagens!), keine Speisewagen und letztlich hohe Preise.

Lehner Hans Peter
Gast
Lehner Hans Peter

Mit solchen Umfragen ist sehr vorsichtig umzugehen. Nicht einmal 60% der Bevölkerung fahren Regelmässig ÖV. Ich bin ein absoluter Befürworter für Nachtzüge und ich hoffe auf einen Ausbau des Angebotes. Aber bitte nicht mit getürkten Umfragen.

Eduard J. Belser
Gast
Eduard J. Belser

Nur 40% der Bevölkerung fahren nicht regelmässig ÖV. Finde Sie da nicht auch Herr Lehnet, dass die von Ihnen genannten 60% eine Mehrheit sind. Abgesehen davon laufen solch Umfragen, nach festgelegten, transparenten Regeln ab und Sie können nicht einfach unterstellen diese Umfrage zu den Nachtzügen sei getürkt. Die gute Auslastung der Nachtzüge zeigt jedenfalls in die gleiche Richtung, wie die Umfrage.