Der VöV steht Cargo sous terrain kritisch gegenüber [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 12. Juni 2019 veröffentlicht.

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Cargo sous terrain verbindet Industrieund Logistikzentren mit den Städten durch einen unterirdischen Tunnel. / Quelle: Cargo sous terrain

Derzeit läuft die Vernehmlassung zu Cargo sous terrain (CST). Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) steht diesem Projekt kritisch gegenüber: Die Investitionskosten sind unverhältnismässig hoch, die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes und damit die Realisierung von CST ist für den VöV fraglich.

Der Bundesrat hat Anfang April die Vernehmlassung zu einem Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport eröffnet. Auslöser dafür ist das Projekt Cargo sous terrain (CST).

Für den VöV macht dieses Projekt keinen Sinn. Denn es besteht kein Bedarf an einem dritten Infrastrukturnetz, welches zusätzlich und parallel zur bestehenden Strassen- und Schieneninfrastruktur gebaut wird. Deshalb besteht auch keine Notwendigkeit für ein Bundesgesetz für den unterirdischen Gütertransport.

Der VöV erachtet es als unrealistisch, dass das 33 Milliarden-Projekt rentabel betrieben werden kann. Er ist der Meinung, dass diese 33 Milliarden Franken (oder auch nur ein Bruchteil davon) in Projekte mit deutlich grösserem Nutzen für den Güterverkehr der Schweiz eingesetzt werden können.

Die Vorteile von CST im Vergleich zur Strasse erbringt der Schienengütertransport bereits heute: Er ist umweltfreundlich, verlässlich, planbar und bietet einen 24-Stunden-Service. Schiene und Strasse bilden bereits heute sowohl ergänzende wie auch redundante Mobilitätsangebote für den Güterverkehr. CST bietet keine Alternative dazu. CST trägt im Gegenteil zur Ausweitung der bestehenden Systemkomplexität bei, indem es parallel zu bestehenden Infrastrukturen verläuft. Der Gütertransport von und zu den Logistikzentren erfolgt nach wie vor auf der Strasse.

Mit der wachsenden Bevölkerung und dem immer knapper werdenden Raum werden neue Ansätze der Ver- und Entsorgung von Gütern immer wichtiger, insbesondere in städtischen Gebieten. Die Strassen- und Schieneninfrastrukturen bilden bereits heute eine hervorragende Grundlage für eine bedarfsgerechte Logistik auch in Städten. Es ist sinnvoller und effizienter, diese Grundlage zielgerichtet weiterzuentwickeln als ein neues System aufzubauen.

Der VöV unterstützt innovative Lösungen im Güterverkehr und setzt sich für eine sinnvolle Weiterentwicklung von technischen Neuerungen ein. Die Politik setzt mit dem Ausbauschritt 2035 (AS 2035) und der Unterstützung von Projekten zur Automatisierung und Einführung neuer Technologien im Güterverkehr die richtigen Prioritäten. Die unbestritten benötigte Weiterentwicklung des Gütertransportes wird damit zeitnah vorangetrieben.

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