Neulackierung der SBB Historic Ce 6/8 II 14253: Die alte Dame erscheint in neuem Glanz [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 7. Juli 2019 veröffentlicht.

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Die SBB Historic Ce 6/8 II 14253 «Krokodil» mit neuer Neulackierung im IW Bellinzona. / Quelle: SBB Historic

Die SBB Historic Ce 6/8 II 14253 «Krokodil» feiert in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag mit verschiedenen Jubiläumsfahrten. Damit sie sich auf diesen Fahrten im besten Licht präsentieren kann, kommt die Lokomotive aktuell in den Genuss einer neuen Lackierung. Im Einsatz stehen dafür Mitglieder des Vereins SBB Historic Team Erstfeld, Mitarbeitende von SBB Historic sowie Mitarbeitende des IW Bellinzona.

Die letzte Woche vor der Rücküberführung war geprägt von diversen Schlussarbeiten, die zum grossen Teil noch vor Ort in Bellinzona erledigt werden konnten. Glücklicherweise und dank sorgfältiger Planung stand in Erstfeld vor der grossen Fahrt nach Olten und Bern noch etwas Zeit zur Verfügung. Diese nutze man, neben der Komplettierung der Lok, für weitere Reinigungsarbeiten, insbesondere im Bereich des Fahrwerks.

Aufgrund der hohen Aussentemperaturen der letzten Woche, hatte die Direktion des IW entschieden, die Arbeitszeiten anzupassen. Von Dienstag bis Freitag wurde bereits morgens um 06:00 Uhr mit der Arbeit gestartet und um 14:00 Uhr Feierabend gemacht. Dadurch fehlten pro Tag zwei Stunden Arbeitszeit, denn früher als um 08:00 Uhr erreicht kein Zug aus Zürich Bellinzona. Der frühere Arbeitsschluss hatte aber auch sein Gutes: Man war zwei Stunden früher wieder im Norden, was zu etwas mehr Nachtruhe verhalf. Trotz der verkürzten Arbeitszeit war der tägliche Fortschritt bemerkenswert und bereits am Mittwochabend war die Lok wieder grösstenteils komplettiert. Nur die zahlreichen Scheibenwischer, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufgearbeitet wurden, mussten in Erstfeld wieder montiert werden. Dies traf auch für die fünf Stirnlampen zu, die aus Sicherheitsgründen absichtlich in Erstfeld zurückgelassen wurden.

Dem Wunsch, die Lok noch vor dem Rückführungstermin unter die Fahrleitung zu nehmen, wurde stattgegeben und alle dazu notwendigen Massnahmen unmittelbar und wunschgemäss getroffen. Dafür wurde die Lok vorgängig bis in die «Kathedrale» manövriert, wo Depotstrom für den Kompressor vorhanden war. Das war eine angenehme Geste seitens des IW. Damit liess sich bei 35° C das manuelle Hochpumpen des Stromabnehmers vermeiden. Anschliessend ging‘s mittels ferngesteuertem Schlepper zurück bis ans südliche Ende des mit einer Fahrleitung ausgerüsteten Gleises. Dort fand dann die Inbetriebsetzung ohne Probleme statt. Der Wunsch, die Lok nach dem Abheben der Hauben vorgängig ab der Fahrleitung in Betrieb zu nehmen war die die Lehre aus einem früheren Vorfall, als ebenfalls nach dem Abheben der Hauben schon bei der Wahl der ersten Fahrstufe sofort der Hauptschalter auslöste. Grund dafür war damals die fehlende Positionsrückmeldung infolge eines Bruchs der Litze innerhalb der isolierenden Ummantelung an einem Kabelschuh einer Steuerleitung des einen Wendeschalters.

Am Donnerstag und Freitag schliesslich begann das «Grande Finale» des Projekts in Bellinzona, nämlich das Montieren der diversen Schilder und Nummernplatten. Leider reichte die Zeit aber nicht aus, diese vor der Montage zu polieren. Für eine Grobreinigung reichte es aber allemal. Den letzten Schliff erhalten die Schilder dann während der Winterpause in Erstfeld. Dafür konnte die Lok jedoch bereits vorgeschmiert und die Antriebstangen vom Schleifstaub befreit werden.

Schliesslich liess es sich der Leiter des IW, Francesco Giampa, nicht nehmen, die alte, ehrwürdige Maschine in neuem Kleid zu begutachten. Dabei äusserte er seinen Respekt für die Arbeit der vergangenen Wochen.

Damit gehen vier sehr arbeitsintensive Wochen zu Ende. Etliche Male überwogen die Zweifel, ob die gesteckten Ziele termingerecht erreicht würden. Mit dem Abschluss jeder Woche war der Arbeitsfortschritt aber klar ersichtlich und führte zur Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein. Dabei ging das Ziel vor Augen nie verloren, die Lok in neuem Glanz und termingerecht nach Erstfeld zurückzubringen und schliesslich in Bern und Thun einem grösseren Publikum präsentieren zu können.

Schliesslich hiess es Abschied zu nehmen von fantastischen, äusserst hilfsbereiten und verständnisvollen Mitarbeitern der Officine FFS. Sie haben mit ihrem Engagement entscheidend mitgeholfen, die gesetzten Termine einzuhalten und die Rücküberführung planmässig am 1. Juli möglich zu machen. Ihnen und selbstverständlich allen am Projekt beteiligten Vereinsmitgliedern sowie SBB Historic gilt an dieser Stelle ein grosser Dank.



Bern – Thun: 100 Jahre unter Strom

Am 7. Juli 1919 nahm die SBB mit dem Abschnitt Bern – Thun (Scherzligen) ihre erste elektrische Strecke in Betrieb. Die im gleichen Jahr ausgelieferten Ce 6/8 II «Krokodil» kahmen dort zu ihren ersten Einsätzen, da ihre angedachte Stammstrecke am Gotthard 1919 noch nicht elektrifiziert war. Grund genug dieses Jubiläum gleich im doppelten Sinne zu feiern: Auf den Tag hundert Jahre, nachdem die erste elektrische Lokomotive von Bern nach Thun fuhr, verkehrte SBB Historic am 7. Juli 2019 am Vormittag und Nachmittag mit der hundertjährigen Ce 6/8 II 14253 von Bern nach Thun und wieder zurück.


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Die Ce 6/8 II 14253 «Krokodil» feiert in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag mit verschiedenen Jubiläumsfahrten….

Gepostet von SBB Historic am Dienstag, 2. Juli 2019

Gepostet von Bahnonline.ch am Montag, 1. Juli 2019

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