Delegiertenversammlung verabschiedet Mehrjahresprogramm: VCS will den Verkehr auf Klimakurs bringen

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Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz hat an seiner Delegiertenversammlung in Frauenfeld sein neues Mehrjahresprogramm verabschiedet. Der Klimaschutz bleibt ein Kernanliegen: In den nächsten drei Jahren steht der Weg zu einer fossilfreien Mobilität und zu einer Reduktion des Verkehrs bis im Jahr 2030 im Mittelpunkt der VCS-Politik.

Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihren Ausstoss an Treibhausgasen bis 2050 auf netto Null zu senken. Dazu müssen zwingend Massnahmen im Verkehr – dieser ist heute für rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich – ergriffen werden, als wesentlicher Schritt der Ausstieg aus den fossilen Treibstoffen. Diesen und weitere Schritte beschreibt das Mehrjahresprogramm 2020-2022, das am Samstag an der VCS-Delegiertenversammlung in Frauenfeld gutgeheissen wurde.

CO2-Ausstoss rasch reduzieren

In Sachen Klimaschutz wird sich der VCS weiter für ein griffiges CO2-Gesetz einsetzen, dessen Revision ab Herbst im Parlament debattiert wird. Damit auch der zunehmende und viel zu billige Luftverkehr endlich in die Verantwortung genommen wird, bleibt die Flugticketabgabe eine zentrale Forderung des VCS. Auch mit der Unterstützung der Gletscher-Initiative will der VCS die Schweiz auf Klimakurs bringen.

Bei der absehbaren Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs will der VCS dafür sorgen, dass die E-Mobilität energieeffizient und nur mit erneuerbarer Energie umgesetzt wird, zudem muss die Produktion von Batterien umwelt- und sozialverträglich sein. Zugunsten einer nachhaltigen Lebensqualität verstärkt der VCS sein Engagement für das autofreie Wohnen und einen stadtverträglichen, lärmarmen Verkehr. Im Bereich Sicherheit und Mobilität baut der VCS Schulwegkonzepte und Angebote für Ältere aus.

Gegen Strassenwahn und für die Stärkung des öffentlichen Verkehrs

Der VCS will sich weiterhin gegen den Strassenbauwahn und überdimensionierte Verkehrsflächen wehren. In Städten und Agglomerationen sollen Parkplätze reduziert und die freiwerdenden Flächen anderen Nutzungen zugeführt werden. Der gesellschaftliche Wandel führt immer mehr weg vom eigenen Autobesitz, umso mehr fordert der VCS ein gut funktionierendes öffentliches Verkehrssystem. Aufgrund seiner Nachtzug-Umfrage sieht der VCS das Nachfragepotenzial für das internationale Nachtzugnetz bestätigt und setzt sich für neue Angebote und eine kundenfreundliche europäische Buchungsplattform ein.

Die rund 80 Delegierten des VCS bekräftigten ihr Engagement für mehr Fuss- und Veloverkehr. Das Potenzial des Velos zur Minderung der Umwelt-, Platz- und Klimaprobleme ist enorm. Velofahren muss nach dem massiven Ja zum Bundesbeschluss Velo sicherer und attraktiver werden, in den Städten wie auch über Land. Dazu hat der VCS Vorschläge erarbeitet, die er demnächst der Öffentlichkeit vorstellen wird.

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