TNW: U-Abo soll auch zukünftig zwischen Läufelfingen und Olten nicht gelten

0
157

Eine Erweiterung des Verbundgebietes liegt in der Kompetenz des Tarifverbundes Nordwestschweiz (TNW). Eine Anpassung des Verbundgebietes erfordert die Zustimmung aller Verbundpartner. Auf Antrag des Kantons Basel-Landschaft hat der TNW-Vorstand die Forderung nach einer Erweiterung des U-Abo-Gültigkeitsbereichs via die S9 bis Olten geprüft. Folgende Argumente wurden dabei hervorgebracht:

  • Eine Ausweitung der Gültigkeit bis Olten nur auf die S9 könnte als Präjudiz gelten und weitere Forderungen wie die Gültigkeit auch auf der Hauensteinlinie (S3) nach sich ziehen. Diese müsste mit einer markanten Preiserhöhung des U-Abos einhergehen, da der TNW auch die Ertragsausfälle beim Fernverkehr kompensieren müsste – während die Erweiterung des Gültigkeitsbereichs gemäss Einschätzung des TNW nur sehr bescheidene Zusatzerträge aus U-Abo-Verkäufen generieren würde. Eine solche Preiserhöhung wäre zurzeit kaum durchsetzbar respektive hätte die Folge, dass sich das U-Abo für viele Kundinnen und Kunden nicht mehr lohnen würde. Mit einer Zonierung des U-Abos könnte eine Zone Olten eingeführt werden, so dass der Kunde ein Abo nach seinem Bedarf lösen kann.
  • Eine generelle Erweiterung des U-Abo-Gültigkeitsbereichs bis Olten würde auch bedeuten, dass der eigenwirtschaftlich organisierte Fernverkehr de facto noch stärker als heute bereits (z.B. auf Strecken wie Basel – Liestal/Sissach/Gelterkinden oder Basel – Frick) mit Steuergeldern subventioniert würde. Dies wird kritisch beurteilt.
  • Eine Ausweitung der Gültigkeit bis Olten nur auf die S9 wird zur Kundenfalle. So müsste es für die Strecke Sissach – Olten neu zwei unterschiedliche Tickets mit unterschiedlichen Preisen und Gültigkeiten geben: Einerseits ein Ticket des direkten Verkehrs, das weiterhin für beide Strecken gälte, anderseits ein TNW-Ticket für die Strecke Sissach – Läufelfingen – Olten, das für die Strecke via Tecknau nicht gültig wäre.
    Auf Solothurner Seite würden im Übrigen (weitere) Speziallösungen geschaffen, da das U-Abo zwischen Trimbach und Olten nur im Zug, nicht aber in Bussen gültig wäre. Solche Lösungen widersprächen der Idee von Tarifverbünden, gemäss der alle Verkehrsmittel in der gelösten Zone benutzt werden dürfen. Würde die Strecke Trimbach – Olten generell in den TNW mit aufgenommen, entstünden dem angrenzenden Verbund A-Welle (neun Transportunternehmen sowie die Kantone Aargau und Solothurn) hohe Einnahmeverluste, weshalb dieser einer solchen Lösung nicht zustimmen würde. Als betroffener Verbund wäre seine Zustimmung aber zwingend.
  • Für regelmässige Fahrten über die Verbundgrenzen hinaus gibt es bereits Ticket-Produkte wie z.B. das Modul-Abo.

Nach Abwägung der dargestellten Argumente hat der TNW-Vorstand die Erweiterung des Geltungsbereichs der U-Abos via die S9 bis Olten abgelehnt.

Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen beantragt der Regierungsrat dem Landrat, das Postulat «TNW: Kantonsüberschreitende Fahrten, Läufelfingen-Trimbach-Olten mit U-Abo ermöglichen» abzuschreiben.

Info

Kommentare

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: