Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) und die Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB) kooperieren im Fernverkehr auf zwei Strecken: Ab Dezember 2020 verkehrt die SOB stündlich mit dem kupferfarbenen «Traverso» alternierend ab Basel beziehungsweise Zürich über die Gotthard-Bergstrecke nach Locarno, ab Dezember 2021 von Bern über Zürich nach Chur. Gemeinsam haben die beiden Bahnunternehmen am 26. August 2019 in Bern ihre Kooperation und den «Traverso» vorgestellt.

Im Rahmen der im Juli 2017 vereinbarten Kooperation wird die SOB zwei Linien im Auftrag der SBB fahren und vermarkten: mit eigenem Rollmaterial und im Co-Branding SOB-SBB. Bereits ab dem Fahrplanwechsel 2020 betreibt die SOB die Direktverbindung «Treno Gottardo» von Basel bzw. Zürich über die Gotthard-Bergstrecke bis nach Locarno. Ein Jahr später wird sie den Reisenden eine direkte Verbindung unter dem Namen «Aare Linth» zwischen Bern und Chur anbieten – beide Linien verkehren unter der integralen Fernverkehrskonzession der SBB. Für die Vermarktung beider Strecken ist die SOB zuständig, die Gesamtverantwortung trägt jedoch die SBB. Die SOB wird für diese Leistungen von der SBB abgegolten.

Die langfristig angelegte Kooperation zwischen SOB und SBB bringt den Kunden eine Angebots- und Komfortsteigerung. Kunden profitieren von einer durchgängigen Verbindung von Basel beziehungsweise Zürich über die Gotthard-Bergstrecke nach Locarno ohne Umsteigen in Erstfeld. Zudem wird der Bündner Hauptort Chur neu stündlich direkt an die Bundeshauptstadt angeschlossen.

Innovativer «Traverso» mit hohem Komfort

Die SOB haben bei Stadler total 34 Züge bestellt, um die beiden Linien ab Dezember 2020 beziehungsweise 2021 betreiben zu können. Sie setzt die Züge zudem seit Juni 2019 im regulären Umlauf des Voralpen-Express auf der Strecke zwischen St. Gallen und Luzern ein. Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um 24 achtteilige, kupferfarbene Fernverkehrs-Niederflurtriebzüge «Traverso» und um zehn vierteilige, silberfarbene FLIRT, welche zur Verstärkung des «Traverso» und im S-Bahn-Verkehr eingesetzt werden. Die hochwertigen, achtteiligen Fernverkehrszüge «Traverso» verfügen über 359 Sitzplätze, davon 68 Plätze in der 1. Klasse (komfortable 2+1-Bestuhlung). Alle Sitzplätze sind mit Steckdosen ausgerüstet. Die Kunden können sich in den zwei Bistrozonen mit Kaffee- und Snackautomaten verpflegen und für Reisende mit Kindern steht ein Familienabteil zur Verfügung. Die Züge erfüllen die neuesten europäischen Behindertengleichstellungsgesetze und bieten ein Informationssystem mit vier bis sieben Bildschirmen pro Wagen.

Die SOB setzt die einheitlichen Fernverkehrszüge «Traverso» auf der Strecke des Voralpen-Express zwischen St. Gallen und Luzern ab Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 auf allen Umläufen ein, seit 27. August 2019 stehen dem Betrieb drei «Traverso»-Züge zur Verfügung [Einsatzplan]. Am 29. August 2019 erfolgten erstmals kommerzielle Fahrten mit dem aus einem silbernen FLIRT bestehend Verstärkungsmodul. Auf der Gotthard-Bergstrecke «Treno Gottardo» werden die «Traverso»-Züge ab 13. Dezember 2020 und zwischen Bern und Chur «Aare Linth» ab Mitte Dezember 2021 zum Einsatz kommen.

Kooperationen als Versprechen für die Zukunft

Das Kooperationsmodell hat grossen Kundennutzen. Die integrale Fernverkehrskonzession SBB stärkt das Erfolgsmodell «ÖV Schweiz» und legt die Basis für die zukünftige Weiterentwicklung. Schon heute leisten die Schweizer Verkehrsunternehmen einen zentralen Beitrag an eine klimafreundliche Mobilität, an die hohe Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.

Die SBB entwickelt diese Mehrbahnenlösung gezielt mit Partnerbahnen wie der SOB weiter und ist bereit, die Betriebsführung einzelner Linien durch Kooperationspartner ausführen zu lassen – im Interesse der Reisenden und der Regionen der Schweiz, welche ein qualitativ hochwertiges und schweizweit abgestimmtes Angebot nutzen können. Dabei soll der Nutzen für die Kunden vergrössert, die Effizienz erhöht und die Gesamtsystemkosten im öffentlichen Verkehr reduziert werden. Damit wird die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit des ÖV-Systems nachhaltig gefördert.

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