• Mit 1,29 Millionen deutlich mehr Passagiere pro Tag befördert (+3,9 Prozent), Personenkilometer steigen ebenfalls (+6,2 Prozent).
  • Erneut mehr Reisende mit Halbtax- oder Generalabonnement unterwegs, insgesamt über 3 Millionen.
  • Wegen fehlenden Doppelstockzügen, vielen Grossanlässen, Bau- und Unterhaltsarbeiten anspruchsvolle Ressourcensituation bei Personal, insbesondere Lokpersonal, und Rollmaterial.
  • 9 von 10 Reisenden kamen im ersten Halbjahr pünktlich an; damit stabile Kundenpünktlichkeit (90,7 Prozent, Vorjahr 90,7 Prozent) und nur leicht schlechtere Anschlüsse (97,0 Prozent, Vorjahr 97,2 Prozent), aber regional und während Hitzewellen nicht zufriedenstellend; Programm für Verbesserung in Arbeit, erste Massnahmen in Umsetzung.
  • Gutes Halbjahresergebnis von 279 Millionen Franken (Vorjahr 292 Millionen Franken) gibt Handlungsspielraum: Preissenkungen für Kunden als Dank für die Geduld im betrieblich anspruchsvollen Jahr und Serviceverbesserungen von zusätzlich 60 Millionen Franken. SBB GAV Mitarbeitende erhalten wahlweise Ferientage oder Prämie als Dank für Sonderefforts.
  • SBB Cargo Schweiz und SBB Cargo International erreichen ausgeglichenes Ergebnis. Marktsituation bleibt anspruchsvoll.

Die Nachfrage ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: Im ersten Halbjahr 2019 hat die SBB täglich 1,29 Millionen Passagiere befördert (Vorjahresperiode 1,25 Millionen). Das ist auf das Grundwachstum im Personenverkehr, aber auch auf die hohe Nachfrage nach den vermehrt angebotenen Sparbilletten zurückzuführen. Die Anzahl Generalabonnemente ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,4 Prozent, diejenige der Halbtaxabonnemente um 3,8 Prozent gestiegen. Mehr als 3 Millionen Reisende haben ein Halbtax- oder Generalabonnement; das sind rund 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung.

Über den Sommer 2019 hat die SBB eine ausserordentliche betriebliche Leistung erbracht mit mehr als 1900 Extrazügen für zahlreiche Grossveranstaltungen wie die Fête des Vignerons oder das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest – dies trotz Herausforderungen wie den verspäteten Fernverkehrs-Doppelstockzügen von Bombardier und vielen Bau- und Unterhaltsarbeiten. Dies führte einerseits zu knappen Ressourcen beim Personal und beim Rollmaterial und forderte andererseits von den SBB Mitarbeitenden viele Zusatzarbeiten, insbesondere bei den Kundenbegleitern oder beim Lokpersonal.

Überschattet wird das laufende Jahr durch den tragischen Arbeitsunfall eines Kundenbegleiters Anfang August. Die SBB hat erste Sofortmassnahmen umgesetzt und weitere Sonderprüfungen eingeleitet. Hinweisen und Meldungen der Mitarbeitenden geht das Sicherheitsmanagement der SBB auf den Grund. Der Unfall wird durch die SUST untersucht.

Die Kundenpünktlichkeit im Personenverkehr blieb mit 90,7 Prozent (Vorjahresperiode 90,7 Prozent) stabil, leicht verschlechtert hat sich die Anschlusspünktlichkeit auf einen Wert von 97,0 Prozent (Vorjahr 97,2 Prozent). In der Westschweiz und im Tessin sowie auch einzelnen Strecken sind die Werte niedriger. Die SBB arbeitet seit Anfang 2019 an einem Programm, um die Pünktlichkeit auch in den kommenden Jahren bei Angebotserweiterungen, weiteren Unterhaltsarbeiten und Ausbauten zu verbessern. Erste Massnahmen sind im Hinblick auf den Fahrplanwechsel geplant. Die Kundenzufriedenheit im Personenverkehr blieb im ersten Halbjahr stabil (+0,1 auf 75,5 Punkte).

Das Konzernergebnis für das erste Halbjahr 2019 liegt bei 279 Millionen Franken (Vorjahr 292 Millionen Franken). Das gibt der SBB im zweiten Halbjahr Handlungsspielraum für weitere Preissenkungen und Serviceverbesserungen zugunsten der Kunden im Umfang von 60 Millionen Franken.

Der Schuldendeckungsgrad liegt bei 5,81 und fällt damit leicht schlechter aus als im Vorjahr (Wert 5,57); die Höchstgrenze des Bundes beträgt 6,5.

Zusätzlich 60 Millionen Franken für Preissenkungen und Serviceverbesserungen
  • Die SBB bedankt sich bei den Kunden für ihre Geduld in diesem betrieblich anspruchsvollen Jahr.
  • Den GA-Kunden dankt sie mit einer Gutschrift auf deren Kundenkonto in der Höhe von 100 Franken für GA 1. Klasse und 50 Franken für GA 2. Klasse.
  • Halbtax-Kunden profitieren von den zusätzlichen Sparbilletten und haben bereits Anfang August Gutschriften im Umfang von 39 Millionen Franken erhalten.
  • Die SBB erhöht die Rabattsumme für Sparbillette um 20 Millionen Franken auf insgesamt 120 Millionen Franken. Sparbillette führen zu Mehrverkehr für den öV und zu einer Verlagerung auf schwach ausgelastete Züge.
  • Zudem investiert die SBB zusätzlich 8 Millionen Franken in die Sauberkeit von Zügen, mehr Präsenz in Zügen und an Bahnhöfen, in Spezialangebote im Speisewagen und für Schulreisen sowie in Rabatte von 50 Prozent auf SBB Zusatzleistungen wie Gepäcktransporte.
  • Mit den Preissenkungen und Serviceverbesserungen 2019 geht die SBB weit über das hinaus, was mit dem Preisüberwacher für 2019 vereinbart worden ist.
Ferientage oder Prämie für Mitarbeitende
Alle dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten SBB Mitarbeitenden erhalten als Dank und Anerkennung für den Sondereffort wahlweise zwei zusätzliche Ferientage oder einer Prämie von 800 Franken.

 

Das Halbjahresergebnis im Personenverkehr beträgt 124,3 Millionen Franken (Vorjahr 115,2 Millionen Franken). Hauptgrund ist die positive Entwicklung bei den Erträgen. Die geleisteten Personenkilometer sind insgesamt um 6,2 Prozent angestiegen, im Regionalverkehr um 4,0 Prozent, im Fernverkehr um 7,0 Prozent. Gleichzeitig war wegen den fehlenden Bombardier Doppelstockzügen mehr älteres Rollmaterial im Einsatz, was die Aufwände für den Flottenunterhalt und die Abschreibungen reduzierte. Mittlerweile sind 19 neue Fernverkehrs-Doppelstockzüge im Einsatz.

Der internationale Personenverkehr hat sich im ersten Halbjahr positiv entwickelt. Gestiegen ist die Nachfrage nach Nachtzügen, etwa nach Hamburg und Berlin. Das ist Ausdruck des wachsenden Kundenbedürfnisses, weite Distanzen klimafreundlich im Zug zurückzulegen. Mit dem Fahrplan 2020 baut die SBB den internationalen Schienenpersonenverkehr aus, um den Kunden eine Alternative zum Fliegen anzubieten.

Beim Verkauf von Billetten ist die Selbstbedienungsquote von 87,4 auf 90,1 Prozent gestiegen. 49,9 Prozent aller Billette wurden via digitale Kanäle verkauft (Vorjahr 38,1 Prozent).

Im Bereich Immobilien lag der Mietertrag Dritte bei 266 Millionen Franken (Vorjahr 248 Millionen Franken). Deutlich angestiegen ist der Drittumsatz in den 32 grössten Bahnhöfen von 829 Millionen Franken auf 864 Millionen Franken. Die Kundenzufriedenheit an den Bahnhöfen lag bei 79,9 Punkten (Vorjahr 78,2 Punkte). Das Halbjahresergebnis von Immobilien beträgt 179 Millionen Franken (Vorjahr 147 Millionen Franken). Diese Zunahme ist auch auf Gewinne aus Immobilienverkäufen in der Höhe von 56 Millionen Franken zurückzuführen. In den nächsten Jahren werden sich Gewinne aus Immobilienverkäufen auf tieferem Niveau einpendeln.

Die finanzielle Situation im Güterverkehr bleibt anspruchsvoll: Das Ergebnis von SBB Cargo Schweiz beträgt trotz dem Abbau von 9 Millionen Franken staatlichen Abgeltungen 0,25 Millionen Franken (Vorjahr 2,16 Millionen Franken). Cargo International schliesst im Halbjahr mit 1,02 Millionen Franken (Vorjahr 1,64 Millionen Franken) ab. Insgesamt erreichte SBB Cargo aufgrund von Konsolidierungen ein Ergebnis von -0,13 Millionen Franken (Vorjahr 3,40 Millionen Franken). SBB Cargo hat im ersten Halbjahr sowohl im System- als auch im Einzel-Wagenladungsverkehr Mengen verloren. Denn die Nachfrage in den Branchen Stahl, Holz und Chemie ist tiefer ausgefallen als ursprünglich mit den Kunden geplant. Der Trend zu massgeschneiderten Logistikmodellen setzt sich fort, hier kann SBB Cargo bei Projektlösungen wie dem Transport von Bauaushuben wachsen.

SBB Infrastruktur verzeichnet ein Halbjahresergebnis von 9,6 Millionen Franken (Vorjahr 63,8 Millionen Franken). Dies ist vor allem auch auf tiefere Betriebsbeiträge des Bundes zurückzuführen. Der Bereich Netz verzeichnet mit -5,2 Millionen Franken ein leicht negatives Ergebnis. Der Bereich Energie trug 14,8 Millionen Franken bei; dieser Betrag fliesst in Reinvestitionen von Energieanlagen.

SBB steht für modernen Service Public
Moderner Service Public heisst, für Kunden und Besteller entlang der strategischen Ziele und mit betriebswirtschaftlicher Führung bessere Leistungen mit weniger Geld zu erbringen. Die SBB muss mit ihrem Gewinn ihre Investitionen refinanzieren und die Verschuldungsziele des Eigentümers erreichen. Dieser Gewinn liegt aktuell bei rund 500 Millionen Franken jährlich. Alle darüber hinausgehenden Produktivitätssteigerungen geben der SBB Handlungsspielraum für Investitionen in ein weiter verbessertes Preis-Leistungsverhältnis, in Service- und Qualitätsverbesserungen sowie in Innovationen zugunsten von Kunden und Bestellern. Im Sinne des bewussten Umgangs mit Steuergeldern sind Produktivitätssteigerungen somit Mittel zum Zweck: Jeder Franken aus dem Gewinn fliesst ins Bahnsystem zurück.

32’300 SBB Mitarbeitende arbeiten täglich mit grossem Engagement daran, die Bahn im Griff zu haben. Jeden Tag befördert die SBB 1,29 Millionen Reisende und 205’000 Tonnen Güter. Ihr attraktives Angebot und ihre zuverlässigen Leistungen für Kunden und Besteller halten die Schweiz zusammen und verbinden die Regionen.

Die Bahn braucht weniger Platz und Energie als andere Verkehrsträger und schont das Klima, vor allem wenn schlecht ausgelastete Züge mehr benutzt werden. Mit der Verlagerung von Personen- und Güterverkehr von der Strasse und aus der Luft auf die Schiene leistet die SBB einen positiven Beitrag an eine ressourcenschonende und klimafreundliche Schweiz. Die Leistung der SBB ist somit ein Beitrag an die Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und ihrer Regionen.

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Quelle: SBB CFF FFS
Stellungnahme Transfair: Das Personal macht ansprechendes Halbjahresergebnis der SBB möglich
Die SBB hat am 4. September 2019 ein wiederum ansprechendes Halbjahresresultat präsentiert. Endlich wird nebst den Kunden und den Bestellern auch das GAV-Personal berücksichtigt. Der Betrieb bleibt angespannt. Der angekündigte Wechsel an der Führungsspitze ändert daran aktuell nichts.

Das gute Halbjahresresultat kommt nun auch endlich dem Personal zugute. Mitarbeitende, die dem GAV unterstellt sind, und einen Beschäftigungsgrad von 50 Prozent und mehr haben, erhalten wahlweise einmalig zwei zusätzliche Ferientage oder eine Prämie von 800 CHF. Oder einen zusätzlichen Ferientag und eine Prämie von 400 CHF. Für das Personal mit einem Beschäftigungsgrad bis 49 Prozent gibt es wahlweise einmalig zwei zusätzliche Ferientage oder eine Prämie von 400 CHF. Oder einen zusätzlichen Ferientag und eine Prämie von 200 CHF.

Transfair begrüsst die Beteiligung der Mitarbeitenden am Halbjahresergebnis als Zeichen der Wertschätzung für den seit langem intensiven täglichen Einsatz und die geleisteten Zusatzleistungen.

Bruno Zeller, Branchenleiter öffentlicher Verkehr:

«Es gilt jetzt, einen stabilen und sicheren Bahnbetrieb mit ausreichend eigenem Personal und Rollmaterial zu festigen. Die Sicherheit und Qualität hat ganz klar Vorrang vor weiterem Effizienztreiben und vor weiteren Reorganisationen.»

Das SBB-Personal macht einen sehr guten Job in einer schwierigen Phase!

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