Im April 2016 begann die Geschichte von Fairtiq. Die grosse Leidenschaft für den öffentlichen Verkehr und die Überzeugung, dass der Ticketkauf im öV einfach sein muss, waren ausschlaggebend für die Lancierung der revolutionären öV-App. Heute, knapp dreieinhalb Jahre später, ist Fairtiq nach wie vor revolutionär. Doch seit dem Start hat sich einiges verändert. Die Anzahl App-Nutzer ist regelrecht explodiert und das Gültigkeitsgebiet auf die ganze Schweiz und Liechtenstein sowie Teile Deutschlands sowie Österreichs ausgeweitet. Seit letzter Woche liegt nun auch die offizielle Akzeptanz der Branche vor, so dass diese Art des automatischen Ticketings von der bisher gültigen Markttestphase in den definitiven Betrieb übergeht.

Neuland in vielerlei Hinsicht

Fairtiq und seine Partner der ersten Stunde, die Verkehrsbetriebe Luzern, die Transports publics Fribourgeois und die Rhätische Bahn, betraten 2016 komplettes Neuland. Mit einer neuartigen Technologie, die zuvor in der Schweiz noch nicht bekannt war und von der viele sagten, sie würde sich nie durchsetzen. Im Fachjargon wird von «Check-in, Assisted Check-out» (CIACO) gesprochen. Die öV-Branche hat sich auf das einfachere «Automatisches Ticketing» geeinigt. Das Prinzip ist mit dem ursprünglichen Mobile Ticketing kaum mehr vergleichbar. Sind herkömmliche Ticket Apps nicht viel mehr als eine Digitalisierung des Ticketautomaten auf dem Handy, vereinfacht Fairtiq den Ticketkauf und dadurch auch den Zugang zum öV radikal: Weder Start- noch Endhaltestelle müssen angegeben werden und es wird automatisch immer und automatisch das günstigste verfügbare Ticket verrechnet.

Neue Möglichkeiten erfordern neue Regeln

Beim Automatischen Ticketing berechnen Algorithmen in Bruchteilen von Sekunden die optimale Ticketkombination einer öV-Reise. Es ist wenig verwunderlich, dass diese dem Menschen überlegen sind, wenn es darum geht, dutzende Ticketkombinationen miteinander zu vergleichen und die günstigste Variante zu wählen. Mit der von Fairtiq angestossenen technologischen Entwicklung kam der für Ticketautomaten entwickelte Tarif nicht mehr zurecht. Entsprechend entwickelte eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der öV-Branche, namentlich BLS, SOB, SBB, Postauto und Fairtiq im Namen der mit Fairtiq in Partnerschaft stehenden öV-Unternehmen, neue Regeln. Dieser neue Standard soll neuen Lösungen wie Fairtiq Rechnung tragen und bei den Fahrgästen für Verständlichkeit sorgen. Die Arbeitsgruppe hat es geschafft, einen Standard zu definieren, der Qualitätsstandards definiert und nicht Umsetzungsvorschriften beinhaltet nach dem Grundsatz «so viel wie nötig, so wenig wie möglich». Dieses Vorgehen ermöglicht der öV-Branche, die Qualitätsanforderungen zu ändern, gleichzeitig aber innovative Weiterentwicklungen nicht zu verhindern.

Ein Standard für Branche und Nutzer

Vergangene Woche beschlossen die aus Vertretern der öV-Unternehmen gebildeten Strategie- Ausschüsse des nationalen direkten Verkehrs und der Verbünde den durch die Arbeitsgruppe definierten und vorgelegten Standard für Automatisches Ticketing offiziell anerkannt und für alle Anbieter verpflichtend sein soll. Das automatische Ticketing wird nun eine definitiv akzeptierte Form des Ticketverkaufs im öffentlichen Verkehr der Schweiz.

Ein Entscheid, der nicht nur wegweisend für die weitere Ausrichtung der ganzen Branche ist und international Pioniercharakter hat, da die Schweiz das erste Land weltweit ist, in dem diese Technik flächendeckend anerkannt wird.

Für Fairtiq geht die erfolgreiche Reise weiter. Über 6.7 Mio. gemachte Fahrten und 31 Partner sind erst der Anfang. Was in der Schweiz erreicht wurde, das soll auch international stattfinden, internationale Kooperationen sind kurz vor der Spruchreife. Eine App, als einfachster Weg zur täglichen Mobilität für alle, immer und überall.

So funktioniert Fairtiq
Vor dem Einsteigen in Bus, Strassenbahn oder Pöstlingbergbahn wischt der Fahrgast in der App den «Start»-Button nach rechts. Damit hat man ein gültiges Ticket im Netz der Linz AG Linien für die Kernzone Linz inklusiv Pöstlingbergbahn. Am Zielort angekommen, beendet eine weitere Wischbewegung die Kostenerfassung. Die App erkennt die gefahrene Strecke anhand der Standortermittlung und verrechnet die günstigste Ticket-Kombination. Falls der Wert mehrerer Einzelfahrten den Preis für eine Tages-/24h-Karte übersteigt, zahlt der Kunde nachträglich nur den günstigeren Tarif. Damit der Reisende nicht vergisst auszuchecken, erinnert Fairtiq am Ende der Reise mittels Smartphone-Sensoren automatisch daran.

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