Stadler und der indonesische Schienenfahrzeughersteller PT Industri Kereta Persera (PT INKA) haben am 20. September 2019 einen Joint-Venture-Vertrag unterzeichnet. Das Joint Venture will am Produktionsstandort in Banyuwangi Schienenfahrzeuge in moderner Aluminiumtechnologie entwickeln und produzieren. Damit ist es Stadler gelungen, den strategisch wichtigen Schritt in den südostasiatischen Raum zu vollziehen. Um den Technologietransfer umsetzen und mit der Ausbildung der indonesischen Mitarbeiter starten zu können, ist eine der Vertragsbedingungen die Bestellung von 500 S-Bahn-Wagen mit einer Option für weitere 500 Wagen.

Bereits im Frühjahr haben Stadler und PT INKA in Banyuwangi eine Absichtserklärung zur Gründung eines gemeinsamen Werkes in Indonesien unterschrieben. Nach intensiven Verhandlungen in dieser Woche haben am 20. September 2019 Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler, Ansgar Brockmeyer, Vertriebschef von Stadler, und Budi Noviantoro, President Director von PT INKA, den Joint-Venture-Vertrag unterzeichnet. Die Vertragsunterzeichnung in Bussnang fand im Beisein der indonesischen Ministerin für Staatsunternehmen Rini M. Soemarno statt, welche für den Anlass extra aus Indonesien angereist ist. Für Stadler ist es ein historischer Meilenstein: Der Ostschweizer Zugbauer ist damit auf dem asiatischen Kontinent angekommen.

Mit der Vertragsunterzeichnung gleisen Stadler und PT INKA das Joint Venture auf, welches moderne Schienenfahrzeuge in Indonesien entwickeln und produzieren will. Eine Bedingung für die Umsetzung des Joint Ventures ist die Bestellung von 500 S-Bahn-Wagen mit einer Option für weitere 500 Wagen durch PT. Kereta Api Indonesia. Im Januar 2019 hat PT INKA den Bau der dafür benötigten Produktionsstätte im indonesischen Banyuwangi begonnen. Die Aufnahme der Produktion ist gemäss Vertrag für das Jahr 2021 geplant. Neben der Wagenkastenfertigung wird im neuen Werk die Vor- und Endmontage als auch die Inbetriebsetzung von Schienenfahrzeugen durchgeführt. Der neue Standort soll auch die lang ersehnte Basis sein, um von dort aus den Markteintritt in den Ländern Südostasiens vollziehen zu können. Für Stadler ist der Aufbau eines Produktionsstandortes damit ein strategisch wichtiger Schritt, der zum Erfolg der ganzen Gruppe beiträgt.

«Stadler ist stolz darauf, heute den Joint-Venture-Vertrag mit PT INKA unterzeichnet zu haben. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, aus Europa heraus im asiatischen Markt erfolgreich zu sein, sind wir zur Erkenntnis gelangt, dass dies nicht möglich und ein Produktionsstandort vor Ort notwendig ist. Wir haben deshalb nach einem geeigneten Partner vor Ort gesucht, was uns nun nach über zehn Jahren Suche gelungen ist. Damit haben wir den Sprung nach Asien geschafft»

, freut sich Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler.

«Wir sind überzeugt, mit PT INKA einen kompetenten Partner für das Joint Venture gefunden zu haben. Der neue Produktionsstandort in Indonesien festigt den Markteintritt von Stadler in Asien und schafft bestmögliche Voraussetzungen, um in der Region zu wachsen.»

Dieses Joint Venture ist die erste bedeutende Investition in Indonesien nach der Unterzeichnung des umfassenden Freihandelsabkommens (CEPA) zwischen den EFTA Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) und Indonesien im Dezember 2018 und wurde von H.E. Muliaman D. Hadad, Botschafter der Republik Indonesien in der Schweiz, zusammen mit der Wirtschaftskammer Schweiz-Asien initiiert.

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