Die Buslinien der SBB AG und Postauto AG in Glarus und Glarus Nord wurden am 18. Januar 2018 durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) ausgeschrieben.

Innert der Eingabefrist haben sich drei Transportunternehmungen beworben. Das Angebot der Postauto AG erwies sich dabei unter Berücksichtigung aller Zuschlagskriterien am günstigsten.Am 13. Dezember 2018 wurde gegen den Entscheid Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht erhoben. Das Beschwerdeverfahren beansprucht viel Zeit und Ressourcen. Nach der Beschwerdeantwort erfolgten weitere Schriftenwechsel. Zur Sicherstellung des Betriebs musste für die Bestellperiode der Jahre 2020 und 2021 ein Übergangskonzept erstellt werden. Die Konzessionen der SBB AG und Postauto AG wurden für zwei Jahre verlängert. Während der Übergangszeit wird der Fahrplan unverändert beibehalten. Die Anschaffung einer neuen Fahrzeugflotte sowie diverse Fahrplanverbesserungen mussten sistiert werden. Die Besteller können bis zu einem rechtskräftigen Entscheid nicht von der offerierten Abgeltungsreduktion im Rahmen von 1,1 Mio. Franken jährlich profitieren.

Betreiberwechsel S6; Eckanschluss Ziegelbrücke

Die S6 Rapperswil – Schwanden wird ab Dezember 2020 von der Schweizerischen Südostbahn (SOB) betrieben, welche gleichzeitig die Konzession für diese Linie sowie für den Bahnersatzbus Schwanden – Linthal von den SBB übernehmen wird. Zum Einsatz kommen vierteilige Flirt-Züge der Firma Stadler Rail mit durchgehendem Tiefeinstieg. In Rapperswil können die Anschlüsse Richtung Zürcher Oberland in beiden Richtungen wieder am selben Perron sichergestellt werden.

Ab Dezember 2022 wird der Eckanschluss in Ziegelbrücke zwischen der S25 Linthal – Zürich und der S4 Ziegelbrücke – Sargans – St. Gallen realisiert. Damit sämtliche Anschlüsse sichergestellt werden können, muss die S25 systembedingt vier Minuten früher als heute in Ziegelbrücke eintreffen. Dies ist nur mit der Aufhebung des Halts im Bahnhof Nieder-/Oberurnen möglich. Die frühere Ankunft im Bahnhof Ziegelbrücke verlängert die Standzeit des Zuges von heute fünf auf neun Minuten. Die Gesamtreisezeit nach Zürich HB bleibt ab Linthal unverändert und verlängert sich ab Schwanden um zwei bzw. ab Glarus um eine Minute. Kürzer wird die Reisezeit vom Grosstal nach Glarus. Die Standzeit im Bahnhof Schwanden kann um drei auf fünf Minuten gesenkt werden.

Aufgrund der anhaltenden Rollmaterialknappheit bei der SBB werden auf der S6 bereits ab Dezember 2019 teilweise Flirt-Züge der SOB ohne Auswirkungen auf die Fahrzeiten eingesetzt.

Angebotsziele STEP Ausbauschritt 2030

Der Kanton Glarus hat in der Planungsregion Ostschweiz folgende Angebotsanpassungen gefordert:

Schwanden – Linthal: Verdichtung zu einem Halbstundentakt mit Wegfall des Acht-Minuten-Aufenthalts in Schwanden.

Das Parlament hat im Ausbauschritt 2035 Investitionen von 12,89 Milliarden Franken bewilligt. Darin enthalten ist die Kreuzungsstelle im Grosstal, welche den Halbstundentakt auch zwischen Schwanden und Linthal ermöglichen wird.

Herstellen halbstündlicher Eckanschluss in Ziegelbrücke vom Glarnerland in Richtung Mühlehorn – Sargans – Chur.

Der Eckanschluss in Ziegelbrücke wird bereits per Dezember 2022 umgesetzt. Auch mit dem Bau der Kreuzungsstelle im Grosstal wird der Bahnhof Nieder-/Oberurnen nur noch stündlich bedient werden können.

Halt der direkten S-Bahn Ziegelbrücke – Zürich an allen Bahnhöfen zwischen Ziegelbrücke und Pfäffikon SZ.

Die Inbetriebnahme der Überholgleisanlage im Bahnhof Siebnen-Wangen ist für Dezember 2025 geplant. Ab diesem Zeitpunkt ist aufgrund der gedrängten Zugfolgezeiten der übergeordneten Fern- und Güterzüge der Linie Zürich – Chur kein Halt mehr in Bilten möglich. Die direkte S-Bahn Ziegelbrücke – Zürich wird zukünftig in Siebnen-Wangen von bis zu zwei Fernverkehrszügen überholt. Die Standzeit hierzu wird ca. neun Minuten betragen. Diese Entwicklung war bereits im Sommer 2017 absehbar und veranlasste den Kanton Glarus unter anderem zum Rückzug der Mitfinanzierung der S2 und S27 per Dezember 2017. Bilten wird seither mittels Halbstundentakt mit der Buslinie 524 an den Bahnhof Ziegelbrücke angebunden, wo optimale Anschlüsse in alle Richtungen bestehen. Auf die zurzeit noch haltenden Züge in Bilten hat der Kanton keinen Einfluss mehr.

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