Die grösste einheitliche Serie an schmalspurigen Lokomotiven der Rhätischen Bahn ist die Ge 4/4 II, die von der niederländischen Firma N-Track in einem mehrere Jahre dauernden Entwicklungsprozess Anfang diesen Jahres als Bausatz aufgelegt wurde. Fertigmodelle sind beim deutschen Kleinserienhersteller AB-Modell verfügbar, wo die erste Serie an Handarbeitsmodellen mittlerweile ausgeliefert wurde.

Basis dieser wunderschönen Verkleinerung im exakten Massstab 1:160 ist ein komplett gefrästes Messingfahrwerk. Alle vier Achsen werden von einem mittig angeordneten Faulhaber-Motor mit grosser Schwungmasse angetrieben. Ein Zimo-Decoder MX616 sorgt für exzellente Fahreigenschaften und hält, ob bei Berg- oder Talfahrt, die vorgegebene Geschwindigkeit. AB-Modell programmiert den Decoder so, dass er auch auf analogen Anlagen perfekt funktioniert. Die mehrseitige Bedienungsanleitung informiert nicht nur über die Decodereinstellungen, sondern auch über die im Analogbetrieb notwendige Mindestspannung von 6 Volt.

Modellgerechte Züge mit sechs langen Einheitswagen wurden auf der Testanlage des Herstellers auf der 3% Rampe und dem 2,5% Kreisviadukt, mit kleinsten Radien von 195mm, ausgiebig getestet. Anstandslos wurden alle Weichenkombinationen durch- und der Zug in allen Situationen sicher angefahren. Benötigt wird ein 6,5mm (Spur Z-) Gleis. Betrieb auf Normalspurgleisen ist nicht möglich. Die Apparatekästen unter der Lok sind mit dem Reparaturzettel und dem Diodenkennzeichen korrekt angeschrieben. Der Schneepflug ist fix unter dem Fahrwerksrahmen montiert und trägt zudem die Standardkupplung für N-Schmalspurfahrzeuge von Micro Trains (bei den grösseren Spurweiten bekannt unter dem Namen Kadee). Die Aufstiege in den Führerstand sind silbern abgesetzt und freistehend. Das Modellgehäuse besteht aus unzähligen Neusilberteilen und ist exakt zusammengebaut. Es gibt das Vorbild nach Umbau auf die Rechteckscheinwerfer und vor Umbau auf die neue Vielfachsteuerung wider. Fahrwerk und Rahmen sind korrekt in unterschiedlichen Grautönen gehalten, das Lokgehäuse im bekannten RhB-Rot lackiert. Die fünf verschiedenen Fahrzeugnummern werden mittels Decals nachgebildet. Besonders stolz ist man bei AB-Modell auf die erhabene Beschriftung der beiden Lokomotiven 615 – «Klosters» und 618 – «Bergün Bravuogn», die durch geätzte Neusilberteile dargestellt wird. Je nach Umbauzeitpunkt auf die rechteckigen Frontscheinwerfer werden einige Modelle mit RhB-Logo, andere nur mit dem Schriftzug der Bahngesellschaft, sowie hoch- oder niedrig angebrachter Seitennummer, mit bzw. ohne Graubünden-Beschriftung angeboten. Die Front ist mit den Markierungen für die Führerstandsnummern belegt. Die Fenster sind einzeln mit transparenter Glasfolie hinterlegt und sauber eingeklebt. Dies gilt auch für die etwas heiklen Eckfenster, so dass es keinen Lupeneffekt gibt. Die schwarze Gummieinfassung ist nachgebildet.

Der Blick in die Maschinenraumfenster zeigt die vereinfacht dargestellten Schaltschränke und Apparate, wobei der Kleinserienhersteller diese sogar farblich unterschiedlich lackiert hat. Sämtliche Kabel liegen versteckt hinter diesen Blenden. Der ungestörte freie Durchblick durch den Maschinenraum ist das Ergebnis dieser Arbeit.

Griffstangen, Heizleitung, Bremsschläuche und Scheibenwischer sind separat freistehend angesetzt, fix montiert und können nicht verloren gehen. Aufgrund der Filigranität bittet der Hersteller in seiner Betriebsanleitung darum, das Modell möglichst stets nur in Gehäusemitte anzufassen, um mögliche Schäden an den Ansatzteilen zu vermeiden.

Das Dach besteht aus Neusilber- und 3D-Druckteilen, um die komplexe Dachform an den Fronten exakt nachzubilden. Die Widerstandsabdeckung ist durchbrochen geätzt und bietet Platz für den serienmässig bereits installierten Decoder. Die Lüftergitter werden mittels Decals bereits in einem leicht verschmutzten Zustand dargestellt. Der Pantograf ist die aktuelle Type mit drei Schleifleisten und den mittleren, etwas längeren Notlaufhörnern. Fast schon selbstverständlich ist bei AB-Modell die Gestaltung des Stromabnehmers mit dem roten Warnpfeil auf gelbem Grund an der Frontseite. Der Pantograf ist ohne Funktion und darf nicht an eine eventuell vorhandene Fahrleitung angelegt werden, da die Gefahr des Verbiegens besteht.

Die Lok wird in einer stabilen Kunststoffschachtel ausgeliefert. Das Modell wird von einer dünnen Folie und einem passenden Schaumstoffteil geschützt. Die mehrseitige Bedienungsanleitung informiert kurz über das Vorbild und ausführlich über die technischen Daten. Die Limitierung der Modelle wird im ebenfalls beiliegenden Zertifikat bescheinigt.

Die zwischen den Schneepflugspitzen gemessen nur 78mm lange Lokomotive ist sowohl in technischer wie optischer Hinsicht ein echter Leckerbissen für Schmalspurfans in Spur Nm und braucht mit seiner Detaillierung auch den Vergleich zu Modellen deutlich grösserer Spurweiten nicht zu scheuen.

RhB Ge 4/4 II
Spurweite: Nm
Hersteller: AB-Modell
Unverbindliche Preisempfehlung: EUR 859.00 bis 869.00
Alle Modelle werden nur auf ausdrückliche Bestellung gefertigt und haben eine reguläre Lieferzeit von ca. 12 Monaten.

Artikel-Nummer(n):

Nm-221.1 RhB Ge 4/4 II 615, rot, Wappen «Klosters», erhabene Beschriftung des Wappens und des Gemeindenamens

Nm-222.1 RhB Ge 4/4 II 616, rot, Wappen «Filisur»

Nm-223.1 RhB Ge 4/4 II 618, rot, Wappen «Bergün Bravuogn», erhabene Beschriftung des Wappens und des Gemeindenamens

Nm-224.1 RhB Ge 4/4 II 622, rot, Wappen «Arosa»

Nm-225.1 RhB Ge 4/4 II 623, rot, Wappen «Bonaduz»

Erhältlich: AB-Modell
Finden: Ebay
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