Der Bahnhof Olten stellt eine zentrale Schnittstelle im Eisenbahnnetz der Schweiz dar. Der Platz davor ist eine wichtige Verkehrsdrehscheibe für die Oltnerinnen und Oltner sowie die Bevölkerung der ganzen Region, kann aber die wachsenden Anforderungen an einen attraktiven Verbindungsknoten zum öffentlichen Verkehr immer weniger erfüllen. Mit dem Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten nbo planen die Stadt Olten, der Kanton Solothurn und die SBB eine umfassende Neuorganisation und Neugestaltung, welche aus Anlass der öffentlichen Mitwirkung bis 30. November an einer Ausstellung im Oltner Stadthaus präsentiert wird.

Der Bahnhof ist seit jeher eine tragende Säule der Oltner Stadtentwicklung. Die Erneuerung des Bahnhofplatzes bildet nun – koordiniert unter anderem mit den Projekten im Umfeld wie Bahnausbauschritte des Bundes im Bahnhof Olten, Areal Bahnhof Nord, Umgestaltung Bahnhofquai und Attraktivierung Ländiweg – den nächsten Zukunftsschritt. Dabei soll den verschiedenen Mobilitätsbedürfnissen von Stadt und Region Genüge getan werden – dies dank ausreichender Kapazität für alle Verkehrsteilnehmenden auf der Kantonsstrasse, einem ausgebauten Bushof, einer Velostation für 1250 Velos mit Werkstatt und der Entflechtung von öffentlichem Verkehr, Taxis, Kurzzeitparking und Kiss+Ride. Das Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten sorgt hindernisfrei für klare Verhältnisse zwischen dem neugestalteten Platz auf Stadtniveau und den Unterführungen auf Aarelevel und schafft den langersehnten Link zum Aareraum: Ein neuer Aaresteg für Fuss- und Veloverkehr bietet einen direkten Zugang vom linken Aareufer zum Bahnhof und zur neuen Velostation. Und auch die Verlängerung der Hardegg-Unterführung schafft zusammen mit einer attraktiven Ufergestaltung eine neue Verbindung zum Aareraum.

Zugang zum Aareraum

Kaum ein anderer Bahnhof verfügt über eine derart attraktive Lage mit direktem Zugang zum Fluss und einer Terrasse mit Aussicht auf Altstadt und Jurakulisse. Allerdings ist die Bahnhofterrasse aus den 1950er-Jahren heute primär ein Durchgangsort mit beschränkter Aufenthaltsqualität. Der neue Bahnhofplatz und die Verlängerung der Hardegg-Unterführung bieten nun die Chance, beidseits der Bahnhofbrücke eine grosszügige, durchgängige Terrasse auf Aareniveau zu schaffen. Von dieser Terrasse führen der Sonne zugewandte Sitzstufen zum Wasser und laden zum Verweilen am Fluss ein. Im Süden schliesst die Terrasse direkt an den Ländiweg an, im Norden besteht die Möglichkeit einer Verlängerung des Wegs zwischen Ruderhaus und Gösgerstrasse hindurch zur Eggerallee.

Der geplante Aaresteg überquert die Aare als Spannbandbrücke mit einer nutzbaren Breite von 4.5 Metern und einer Länge von rund 100 Metern. Für den Veloverkehr schafft er einen direkten, vom motorisierten Verkehr getrennten Zugang zur neuen Velostation von der Innenstadt her; für den Fussverkehr sorgt er für die Verbindung aus der Bahnhofunterführung zur Stadt, ohne auf das Niveau der Bahnhofbrücke wechseln zu müssen.

Markantes Dach sorgt für Identität

Auf der Stadtebene markiert ein grosses, dem Perronverlauf folgendes Dach den Eingangsbereich zum Bahnhof und gibt diesem ein neues Gesicht und eine Identität. Es berücksichtigt die Proportionen der historischen Bahnhofshalle und des Bahnhofgebäudes sowie der Gebäudereihen entlang des Bahnhofquais, aber auch der zukünftigen Hochbauten im Areal Bahnhof Nord.

Auf dem Bahnhofquai und der Gösgerstrasse werden insgesamt sechs Doppelhaltestellen für den öffentlichen Busverkehr platziert, vier auf der Gösgerstrasse und zwei auf dem Bahnhofquai. Abgestimmt auf das neue Buskonzept Olten-Gösgen-Gäu sollen sie eine ausreichende Kapazität auch in Zukunft gewährleisten. Der Bereich Kiss+Ride wird in der Bahnhofstrasse angeordnet. Zur Verfügung steht eine Haltebucht mit einer Kapazität von etwa sechs Fahrzeugen zum kurzzeitigen Ein- und Aussteigenlassen von Personen. Das Parkieren im eigentlichen Sinn ist hier nicht erlaubt. Für die Taxis werden sieben Abstellplätze nördlich der Hardegg-Unterführung angeboten.

Die übrige Bahnhofparkierung wird vorwiegend unterirdisch angeordnet. Im neuen Parking im Untergrund zwischen dem Areal Bahnhof Nord und der Personenunterführung Hardegg werden 16 Kurzzeitparkfelder, 12 Mobility-Stellplätze, 58 Park+Ride-Parkfelder sowie 120 Abstellplätze für Motorräder untergebracht. 50 weitere Park+Ride-Parkfelder werden vorerst oberirdisch neben dem Areal Bahnhof Nord angeordnet. Im Planungshorizont bis ca. 2030 werden auch sie im Areal Bahnhof Nord in den Untergrund verlagert.

Viel Leistung zu einem vernünftigen Preis

Nach der öffentlichen Mitwirkung wird das nun vorliegende Betriebs- und Gestaltungskonzept abhängig vom Ergebnis allenfalls angepasst. Voraussichtlich im Mai/Juni 2020 wird dem Oltner Gemeindeparlament der städtische Anteil an den Projektierungskosten unterbreitet. Die Erarbeitung des Bauprojektes wird bis 2022 dauern. Voraussichtlich 2023 wird ein Nutzungsplanverfahren zum Einholen der Bewilligungen durchgeführt.

Über den städtischen Anteil an den Baukosten findet im Zeitraum 2022/23 eine Volksabstimmung statt. Es wird mit Gesamtkosten von rund 90 Mio. Franken gerechnet, von denen die Stadt Olten einen Viertel tragen soll; die restlichen Kosten werden vom Bund (Agglomerationsprogramm und Umsetzungsvereinbarung Bund/SBB), von SBB Immobilien und vom Kanton übernommen. Diese Angaben weisen im gegenwärtigen Bearbeitungsstand eine Genauigkeit von ± 30% auf.

Die Submission für die Baumeisterarbeiten sowie die Erarbeitung des Ausführungsprojekts sind für 2024 geplant. Die Realisierung des Neuen Bahnhofplatzes Olten nbo ist auf den Zeitraum 2025 bis 2028 terminiert. Das Bauen unter Verkehr bedingt eine Aufteilung in verschiedene Bauphasen und zum Teil weiträumige Verkehrsmassnahmen. Angestrebt wird ein Baubeginn im Süden, mit Erstellung des Aarestegs und der Velostation in den ersten Phasen, um eine bestmögliche Entflechtung des Fuss- und Radverkehrs von den darauffolgenden Intensivbaustellen zu erreichen.

Mitwirkung und Ausstellung

Vom 22. Oktober bis 30. November findet die öffentliche Mitwirkung zum Betriebs- und Gestaltungskonzept für den Neuen Bahnhofplatz Olten nbo statt. Dieses konkretisiert die entwickelten Lösungsansätze in Form von Plänen, dem Erläuterungsbericht und weiteren Beilagen. Begleitet wird die öffentliche Mitwirkung von einer Ausstellung im Stadthaus Olten während der Öffnungszeiten, welche neben den Mitwirkungsunterlagen ein Modell des umfangreichen Vorhabens und Plakate mit übersichtlichen Informationen bietet.

Die Mitwirkungsunterlagen inklusive Fragebogen können unter der Webadresse www.nbo.olten.ch bezogen werden. Stellungnahmen können bis 30. November eingereicht werden an: baudirektion@olten.ch. Betreff: Mitwirkung nbo, oder per Post an: Stadtverwaltung Olten, Stichwort Mitwirkung nbo, Dornacherstrasse 1, 4601 Olten. Unter den Einsendenden, welche die Wettbewerbsfrage auf dem Fragebogen richtig beantworten, wird eine Ausflugsfahrt mit dem Oldtimerbus der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu BOGG AG für max. 28 Personen im Wert von 600 Franken verlost.

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