Der Praxistest hat ergeben, dass eine Umwandlung der bestehenden Doppelhaltestellen in Einfachhaltestellen zahlreiche Vorteile bringt und eine hohe Zustimmung der Fahrgäste geniesst. In Absprache mit der BVB und der BLT werden deshalb sämtliche Tram-Doppelhaltestellen voraussichtlich per Fahrplanwechsel im Dezember 2020 in Einfachhaltestellen umgewandelt.

Doppelhaltestellen, an denen zwei Trams hintereinander halten können, erschweren das Einsteigen, da oft erst spät ersichtlich ist, wo welches Tram hält. Deshalb hat das Bau- und Verkehrsdepartement Anfang 2019 gemeinsam mit der BVB und der BLT einen Praxistest durchgeführt, bei dem die Haltestellen Bankverein, Barfüsserplatz und Marktplatz während vier Wochen als Einfachhaltestellen bedient worden sind.

Grundsatzentscheid für Einfachhaltestellen

Der Praxistest hat aufgezeigt, dass es grundsätzlich betrieblich möglich ist, in der Innenstadt auf Doppelhaltestellen zu verzichten. Die Einfachhaltestellen haben in der Bevölkerung einen sehr hohen Zuspruch erhalten, drei Viertel der Fahrgäste bevorzugen Einfachhaltestellen wegen des einfachen, bequemen und sicheren Einstiegs. Hingegen verlängert sich die Fahrzeit durch die Innenstadt je nach Abschnitt und Tageszeit um durchschnittlich bis zu 50 Sekunden, insbesondere rund um den Steinenberg.

Der Regierungsrat wie auch die BVB und BLT bewerten den positiven Nutzen für die Fahrgäste jedoch höher als den Zeitverlust. Aus diesem Grund sollen alle Tram-Doppelhalte­stellen im Rahmen der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes BehiG als definitive Einfachhaltestellen geplant und ausgeführt werden. Dies betrifft die Haltestellen Marktplatz, Barfüsserplatz, Bankverein, Heuwaage und Aeschenplatz.

Frühzeitige Einführung mit Provisorien

Aufgrund der hohen Zustimmung der Fahrgäste sollen die genannten Haltestellen so rasch wie möglich als Einfachhaltestellen bedient werden. Die Einführung ist erst möglich, wenn im St. Alban-Graben die Trams wieder in beide Richtungen fahren können (Baustelle Parking Kunstmuseum). Dies ist nach heutigem Wissenstand per Fahrplanwechsel im Dezember 2020 geplant.

Zur raschen Einführung der Einfachhaltestellen werden nur minimale bauliche Anpassungen und Verschiebungen von Haltestellenmöblierung vorgenommen:

  • An der Heuwaage soll die schmale Insel in Fahrtrichtung Theater in ähnlicher Weise wie am Bankverein verbreitert werden, um den ein- und aussteigenden Fahrgästen mehr Platz zu bieten.
  • Beim Barfüsserplatz werden am Ende der beiden Inseln zur Falknerstrasse hin Absenkungen realisiert, damit die Fahrgäste einfacher die Haltestelle verlassen und Fussgängerinnen und Fussgänger einfacher und sicherer die Strasse und die Tramgleise queren können.
  • Am Marktplatz in Fahrtrichtung Schifflände befindet sich das bestehende Wartehäuschen relativ weit weg von der zukünftigen Halteposition. Da die Pflästerung des Marktplatzes zurzeit erneuert wird, kann das Fundament des Wartehäuschens relativ einfach und kostengünstig in Richtung Barfüsserplatz verschoben werden.
  • Zusätzlich wird an drei Haltestellen die Position der Stelen angepasst, und es werden Tramspiegel zur besseren Übersicht für die Fahrdienstmitarbeitenden montiert.

Massnahmen zur Beschleunigung des ÖV

Der öffentliche Verkehr in Basel ist im Vergleich mit anderen grossen Schweizer Städten langsam. Diese Problematik trifft besonders auf die Basler Innenstadt zu. Aus diesem Grund prüft das Bau- und Verkehrsdepartement in Zusammenarbeit mit den Transportunternehmen BVB und BLT eine Reihe von Massnahmen, die zur Beschleunigung des ÖV beitragen. Ziel ist es, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu stärken.

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Eduard J. Belser
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Eduard J. Belser

Die Basler Doppelhaltestellen nerven! Wo der richtige Tramzug wirklich hält ist oft erst ersichtlich, wenn er bereits einfährt. Gut, werden sie verschwinden. Besonders an der Haltestelle Barfüsserplatz, die in einer Kurve liegt, wird damit auch der längst überfällige Umbau in eine barrierenfrei zugängliche Haltestelle vereinfacht und muss nun zügig umgesetzt werden. Der Rückstand auf die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes ist in Basel immer noch gewaltig