VBZ testen an Haltestellen LED-Beleuchtung mit Sensorik und e-Paper [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 9. Januar 2020 veröffentlicht.

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Am 9. Januar 2020 neu installiertes e-Paper an einer VBZ-Haltestelle in Zürich. / Quelle: VBZ

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) testen seit 9. Januar 2020 an ausgewählten Haltestellen im Quartier Aussersihl den Einsatz von LED-Beleuchtung mit Sensorik und die Verwendung von e-Paper. Ein Ausbau auf weitere Haltestellen wird nach erfolgter Testphase geprüft.

Pilotprojekt LED mit Sensorik

Neu sind ausgewählte Haltestellen mit LED-Beleuchtung und zwei Arten von Sensoren ausgestattet. Der Pilotbetrieb dauert bis Mitte 2020. Die LED-Leuchtmittel werden im Vergleich zu den bisherigen Leuchtstoffröhren getestet und evaluiert. Die Vorteile der LED-Beleuchtung lassen sich wie folgt zusammenfassen: energieeffizient dank weniger Stromverbrauch, umweltfreundlich weil quecksilberfrei, nachhaltig dank hoher Lebensdauer und kostengünstig in Betrieb und Wartung.

Mit dem zusätzlich zur LED-Beleuchtung eingebauten Bewegungs-Sensor wird die Helligkeit verringert, wenn sich keine Fahrgäste an der Haltestelle befinden. Diese situationsspezifische Regulation der Helligkeit spart Strom und reduziert Lichtemissionen. Der Bewegungs-Sensor wird im «Smarten Korridor» an den Haltestellen «Albisriederplatz», «Hardplatz», «Hardbrücke», «Schiffbau» und «Escher-Wyss-Platz» getestet.

Der zweite Sensor, ein Akustik-Sensor, reagiert aktuell auf die Geräuschfrequenz von Spraydosen (Schütteln und Sprayen). Dadurch wird ein blinkender Lichtmodus aktiviert. Die VBZ gehen davon aus, dass dies Aufmerksamkeit auf sich zieht und dadurch unerwünschtes Verhalten reduziert werden kann. Die Pilotphase wird dazu genutzt, um solche Annahmen zu evaluieren.

Das Testgebiet des Akustik-Sensors beinhaltet die Haltestelle «Hardplatz» und wenige weitere Haltestellen. Damit die Testergebnisse nicht verfälscht werden, werden diese weiteren Haltestellen nicht namentlich kommuniziert.

Die VBZ arbeiten bei diesem Projekt eng mit dem städtischen Partner EWZ zusammen. Technologiepartner ist Burri public elements AG.

Pilotprojekt e-Paper

Zeitgleich sind zehn Testhaltestellen mit e-Paper-Geräten in unterschiedlichen Grössen und von verschiedenen Herstellern ausgestattet. Sie werden ergänzend zu den bereits bestehenden digitalen Anzeigetafeln überwiegend an Haltestellen getestet, die bisher noch über keine Echtzeitinformationen verfügen. Die Pilotphase dauert ein Jahr.

Die Vorteile der Geräte liegen unter anderem in der guten Darstellung von Echtzeitangaben und Informationen im Störungsfall, der guten Lesbarkeit (angepasste Schriftgrösse und hoher Kontrast auch bei starker Helligkeit) und in der Vorlesefunktion (Text-to-Speech). Die VBZ sind diesbezüglich auch im Austausch mit Behindertenverbänden.

Bei einem der Geräte sind per Klick zudem weitere Informationen abrufbar wie beispielsweise nächste Abfahrten, der Liniennetzplan, der Situationsplan und weitere Informationen über VBZ-Angebote. Die kostengünstige Technologie zeichnet sich darüber hinaus durch eine gute Temperaturbeständigkeit und einen geringen Stromverbrauch (Batterie) aus.

Mittels QR-Code können die Fahrgäste direkt vor Ort ihr Feedback abgeben.

Für das Testgebiet des Pilotprojekts e-Paper wurden einzelne geeignete Haltestellen ausgewählt: «Hardplatz», «Hubertus», «Letzigrund», «Flurstrasse», «Kappeli», «Balgrist», «Bahnhof Enge/Bederstrasse» und die regionale Haltestelle «Schlieren Bahnhof».

Ab März werden auch die Haltestellen «Rosengartenstrasse» und die regionale Haltestelle «Zollikon, Dufourplatz» mit einem e-Paper-Gerät ausgestattet sein.

Die «Smarte Haltestelle»

Unter dem Dach der «Smarten Haltestelle» testen die VBZ Pilotprojekte zur Haltestelle der Zukunft. Neue nachhaltige Technologien und digitale Möglichkeiten werden zu einem positiven Kundenerlebnis an der Haltestelle beitragen. Ziel ist es, Erkenntnisse zur Kundenakzeptanz, zur technischen Machbarkeit und zum Nutzerverhalten zu gewinnen.

Das Kriterium für eine Fortsetzung ist aus Sicht der VBZ dann erfüllt, wenn den Fahrgästen ein klarer Mehrwert geboten werden kann und das Vorhaben wirtschaftlich ist. Die Rückmeldungen der Kunden sind essentieller Bestandteil der Evaluation.

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Eduard J. Belser
Eduard J. Belser
Gast
5 Monate her

Heisst das im ungeschminkten Klartext, dass die VBZ bis jetzt weiter auf die veralteten, quecksilberhaltigen und beim heutigen Stand der Technik unnötig umweltbelastenden Leuchtstoffröhren gesetzt haben? Das finde ich gar nicht gut. Gut ist aber, dass endlich daran gedacht wird moderne technische Mittel zum Bekämpfen dieser unsäglichen Sprayerei einzusetzen. Wichtig wäre aber auch diese Kriminellen zu erwischen, strafrechtlich zu verfolgen, zu bestrafen und für den angerichteten Schäden in voller Höhe zur Rechenschaft zu ziehen.