Lötschberg-Basistunnel nach Wassereinbruch wieder befahrbar [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 7. Februar 2020 veröffentlicht.

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Am Donnerstagvormittag, 6. Februar 2020 ist im Doppelspurabschnitt des Lötschberg-Basistunnels, zwischen Ferden und St. German, ein Wassereinbruch festgestellt worden.

14. März 2020: Tunnel erneut gesperrt wegen Wassereinbruch
Am 14. März, um 8:20 Uhr, musste der Lötschberg-Basistunnel wegen einem grösseren Wassereinbruch, erfolgt im gleichen Bereich wie im Februar, erneut gesperrt werden. Die installierten Rückhaltevorrichtungen waren überlaufen. Ab 15. März stand eine Röhre wieder zur Verfügung, die andere wird infolge von Reinigungs- und Reparaturarbeiten wohl noch einige Wochen für den Betrieb nicht verfügbar sein.

 

Nachdem der Bahnverkehr am Donnerstag vorerst reduziert geführt werden konnte, da zu Beginn nur die nicht durchgehende Tunnelröhre betroffen war, musste der Tunnel ab ca. 22:30 Uhr bis am Freitag, 7. Februar um 16 Uhr komplett gesperrt werden, denn zwischenzeitlich war auch in die durchgehende Röhre Wasser eingedrungen.

Am Freitag, 7. Februar konnten Wasser und Schlamm in der durchgehende Weströhre auf rund 100 Metern soweit abgepumpt bzw. entfernt werden, dass ab 16 Uhr wieder Züge einspurig durch den Tunnel verkehren konnten. In der nicht durchgehenden Oströhre war die Verschmutzung wesentlich grösser und auf rund 500 Metern vorhanden, dass Wasser soll stellenweise bis zu 30 cm Hoch im Tunnel gestanden haben. Hier dauerten die Reparatur- und Reinigungsarbeiten bis am 20. Februar. Fachleute waren unentwegt mit abpumpen des Wasser-Schlamm-Gemischs beschäftigt. Die Schadstelle befindet sich zwischen Ferden und St. German, ca. 2,5 km vom Tunnelportal Raron entfernt.

Tunnel wieder befahrbar

Ab 7. Februar, um 16 Uhr, konnten die meisten Reisezüge wieder durch den Basistunnel verkehren, da jedoch bis am 21. Februar 2020, um 5 Uhr, nur die Weströhre zur Verfügung stand, war die Kapazität eingeschränkt. Daher war bis dahin in Fahrtrichtung Brig – Spiez mit Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen zu rechnen. In der Gegenrichtung verkehren die IC- und EC-Züge planmässig. Seit 21. Februar ist nur noch mit Verspätungen im Minutenbereich zu rechnen. Diese enstehend, da die Züge die Stelle des Wassereinbruchs vorerst noch mit stark verminderter Geschwindigkeit passieren müssen. Die Massnahme hängt mit den an der Schadstelle im Tunnel provisorisch installieren Absetzbecken und Bauinstallationen zusammen und sollen noch bis am 2. März (Weströhre) bzw. 16. März (Oströhre) bestehen bleiben.

In der Zeit, als der Tunnel komplett gesperrt war, verkehrten drei Shuttlezüge Spiez – Brig (nonstop), geführt durch die SBB. Die Eurocity-Züge wurden zwischen Spiez und Brig via Lötschberg-Bergstrecke umgeleitet und hielten nicht in Visp. Die Intercity-Züge der Linien 6 und 8 fielen zwischen Spiez und Brig aus. Güterzüge wurden soweit möglich ebenfalls umgeleitet.

Die genaue Ursache, warum deutlich mehr Bergwasser als normalerweise in den Tunnel eingedrungen ist, sind Spezialisten der BLS und Geologen weiterhin am abklären.

Aufgrund des Wassereinbruchs verkehrten in den Folgetagen diverse Zugskompositionen, die den Tunnel noch passiert hatten, mit starken Verschmutzungen.

Der BLS entstanden bisher, für die Reparatur- und Reinigungsarbeiten im Tunnel, Kosten in der Höhe von rund 2 bis 2,5 Mio. Franken. Die Sanierungsmassnahmen dürften dann zusätzlich mit einem einstelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen.

Wartezeiten bei Autoverlad am Morgen

Aufgrund fehlender Trassen im Lötschberg-Scheiteltunnel verkehrten die Autozüge am Freitagmorgen nur stündlich, statt wie üblich im 30 Minuten-Takt. Es entstanden längeren Wartezeiten.

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