Die SBB nimmt am 2. März die Vorarbeiten für die Entflechtung Basel – Muttenz auf. Mit dem 300-Millionen-Franken Projekt schafft sie im Auftrag des Bundes bis Ende 2025 eine der zentralen Voraussetzungen für den S-Bahn-Viertelstundentakt Basel – Liestal sowie alle späteren Angebotsausbauten.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat der SBB Mitte Januar 2020 die Baubewilligung, die sogenannte Plangenehmigungsverfügung, für das Projekt erteilt. In der Rekursfrist von rund einem Monat gingen keine Beschwerden ein. Somit ist die Baubewilligung nun rechtskräftig und die SBB startet am 2. März 2020 mit den Vorarbeiten. Im Mai 2020 beginnen dann die Hauptarbeiten, Ende 2025 soll die Entflechtung in Betrieb gehen. Mit dem Projekt fliessen aus dem Ausbauschritt 2025 Bundesgelder im Umfang von rund 300 Millionen Franken in den Raum Basel. Sie sind eine der Voraussetzungen, um den von den Kantonen bestellten S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal zu ermöglichen. Gleichzeitig ist das Projekt eine Grundlage für alle späteren Ausbauten im Güter- und Personenverkehr in der Nordwestschweiz.

In einem ersten Schritt Rodungs-, Kabel und Fahrleitungsarbeiten

Im Rahmen der nun beginnenden Vorarbeiten rodet der Forstbetrieb der Bürgergemeinde Basel im Auftrag der SBB einen Teil des Waldes an der Hardstrasse. Die Fläche dient dem Projekt danach temporär als Installationsplatz für die Baulogistik. Ende 2025, nach Abschluss des Projekts, wird die komplette Fläche wieder aufgeforstet. Weiter nehmen die Bauteams Kabel- und Fahrleitungsarbeiten vor. Diese Arbeiten müssen sie wegen des dichten Zugverkehrs tagsüber aus Sicherheitsgründen nachts ausführen.

Arbeiten leider nicht ohne Lärm und Einschränkungen

Die SBB ist sich bewusst, dass sie der Bevölkerung mit den Bauarbeiten einiges an Geduld abverlangen wird. Neben Nachtarbeiten und Lärm werden auch Einschränkungen im Strassen- und Fussverkehr leider unvermeidbar sein. Auch im Bahnverkehr wird es zu Fahrplaneinschränkungen kommen. Dies insbesondere, weil bis Ende 2025 zwischen Basel und Liestal – neben dem laufenden Unterhalt der bestehenden Bahnanlagen – Ausbaubauprojekte im Umfang von rund einer Milliarde Franken in Auftrag gegeben worden sind. Die SBB entschuldigt sich für die Ruhestörungen und die Einschränkungen. Gleichzeitig ist sie aber überzeugt, dass mit diesen Bundesinvestitionen für Muttenz und die ganze Nordwestschweiz ein Mehrwert geschaffen wird.

Die Entflechtung Basel – Muttenz entlastet die Hauptausfahrt des Basler Bahnhofs

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Die Bahnstrecke zwischen Basel und Muttenz im Überblick. / Quelle: SBB CFF FFS

Die Entflechtung Basel – Muttenz ist der Bypass für die dicht befahrene Hauptausfahrt des Bahnhofs Basel SBB. Dank der neuen, einspurigen Donnerbaumbrücke umfahren alle S-Bahn-Züge in Richtung Liestal und Fricktal künftig die Hauptausfahrt via Basel Güterbahnhof und fädeln ohne die Fahrwege anderer Züge zu kreuzen in Muttenz ein.

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Die neue Donnerbaumbrücke: Die rund 360 Meter lange, einspurige Bahnbrücke wird beim Donnerbaumquartier die drei bestehenden Streckengleise der Hauptausfahrtsstrecke überspannen. / Quelle: SBB CFF FFS

Diese S-Bahn-Züge Richtung Liestal und Fricktal halten dank der Entflechtung neu am Perron Gleis 4, welcher überdacht wird. Die Güterzüge, welche das Gleis 4 heute primär nutzen, umfahren ab dann den Bahnhof Muttenz via der neuen Südumfahrung durch den Rangierbahnhof. Das Projekt schafft so die notwendige Kapazität für mehr Pünktlichkeit und zusätzliche Züge.

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Die Südumfahrung: Im Bereich des Rangierbahnhofs entstehen durch Gleisumbauten zwei neue ca. zwei Kilometer lange Gleise für Güterzüge. / Quelle: SBB CFF FFS

Mehr Komfort und schnellere Wege in Muttenz

Im Rahmen des Projekts baut die SBB den Bahnhof Muttenz für Menschen mit eingeschränkter Mobilität aus, mit einem neuen Perron Gleis 4 sowie einer neuen leicht breiteren und höheren Unterführung. Durch die systematischen Halte am Perron Gleis 4 wird die Unterführung entlastet. Wer in Richtung Fachhochschule gehen will, kann künftig ab Perron Gleis 4 den neuen Fussweg via Grenzacherbrücke benutzen, anstelle des Umwegs via der Unterführung.

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Das neue Perron Gleis 4: Das bestehende 218 Meter lange Perron Gleis 4 wird abgebrochen und ein neues 230 Meter langes Perron erstellt, inklusive eines neuen 73 Meter langen Perrondachs. / Quelle: SBB CFF FFS

Insbesondere für die Quartiere Freuler, Donnerbaum, Freidorf und Feldreben wird zudem mit der neuen Passerelle Hagnau eine behindertengerechte und weniger steile Fuss- und Veloverkehrsverbindung geschaffen.

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Die neue Passerelle Hagnau: Die neue Passerelle ersetzt die bestehende Passerelle, da letztere ins Lichtraumprofil des Gleises ragen würde, welches über die neue Donnerbaumbrücke führen wird. / Quelle: SBB CFF FFS
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Eduard J. Belser
Eduard J. Belser
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4 Monate her

Hoffentlich bleibt die Veloquerung über die Passerelle Hagenau während der Bauzeit befahrbar. Ich benutze sie oft, wenn ich die S3 benutze und dann von Muttenz aus bei Brisfelden mit dem Velo Richtung Kleinbasel und ins Badische zu fahren. Dass die Rampe auf Muttenzer Seite flacher werden soll ist gut.