Coronavirus: Massnahmen im Zürcher Verkehrsverbund, bei Postauto und weiteren Betrieben [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 10. März 2020 veröffentlicht.

0
2719

Die marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen im Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) ergreifen gemeinsam Massnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden und der Fahrgäste: Die vorderste Türe bei Bussen bleibt geschlossen und es wird ein Mindestabstand zum Fahrpersonal eingerichtet. Dies soll helfen, den Betrieb des öffentlichen Verkehrs auch bei einer stärkeren Ausbreitung des Virus aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig werden die Desinfektion und Reinigung der Fahrzeuge intensiviert.

Die im Kanton Zürich tätigen marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen (Postauto, SBB, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, Stadtbus Winterthur, Verkehrsbetriebe Glattal, Verkehrsbetriebe Zürich, Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland und Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft) beobachten die Entwicklung des Coronavirus seit Beginn aufmerksam. Ihre Aufgabe ist es, auch im Falle einer Pandemie mindestens ein minimales öffentliches Verkehrsangebot sicherzustellen. Dies ist nur mit genügend gesunden Mitarbeitenden möglich. Da auch die Gesundheit der Fahrgäste wichtig ist, haben die Direktoren der Verkehrsbetriebe gemeinsame Massnahmen beschlossen, die ab Mittwoch schrittweise umgesetzt werden.

Schutz des Fahrpersonals: Die vorderste Tür bei Bussen bleibt geschlossen

Die sichtbarste Massnahme betrifft die Busunternehmen. Künftig bleibt die vorderste Tür der Busse blockiert, so dass dort kein Ein- und Ausstieg mehr möglich ist. Die Fahrgäste werden mittels Fahrgastinformation darauf aufmerksam gemacht, die hinteren Türen zu benutzen. Personen, die aus anderen Gründen nicht erkennen können, dass die vorderste Tür geschlossen bleibt, werden durch das Fahrpersonal informiert. Sehbehinderte Fahrgäste
können aber weiterhin bei der ersten Türe warten und dort in das Fahrzeug einsteigen. Sie
können sich in der ersten Sitzreihe ganz rechts aussen hinsetzen. Die nötigen Abstände sind damit sichergestellt. Zusätzlich wird der Raum hinter dem Fahrerarbeitsplatz möglichst frei gehalten. Hier werden Plakate auf den empfohlenen Mindestabstand hinweisen.

In den Trams der Stadt Zürich und in der Glattalbahn bleiben die Fenster zum Tram-Cockpit neu geschlossen.

Kein Ticketverkauf mehr durch Fahrpersonal

Direkte Folge dieser Massnahmen ist, dass keine Tickets mehr beim Fahrpersonal gekauft werden können. Die Verkehrsunternehmen sind sich bewusst, dass dies eine Komforteinbusse für die Passagiere darstellt. Angesichts der aussergewöhnlichen Situation und der Pflicht zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs ist diese Massnahme jedoch notwendig. Die Fahrgäste sind gebeten, ihre Tickets auf anderen Kanälen zu erwerben, beispielsweise am Ticketautomaten oder über die digitalen Kanäle (Webshop, Apps). Als besonders einfache Option steht die Check-In-Funktion in der ZVV-Ticket-App oder in weiteren öV-Apps zur Verfügung. Alternativ können Tickets oder Mehrfahrtenkarten auch telefonisch beim Kundendienst ZVV-Contact (Tel. 0848 988 988) bestellt werden. Ist kein Ticketautomat vorhanden, können Tickets ausnahmsweise auch an der nächstmöglichen Haltestelle gelöst werden.

Desinfektion und Intensivierung der Reinigung

Zum Schutz der Fahrgäste werden die Haltestangen und die Fahrerarbeitsplätze der Busse und Trams jede Nacht desinfiziert. Einige Verkehrsunternehmen hatten bereits zu einem früheren Zeitpunkt das Intervall der Intensivreinigung der Fahrerarbeitsplätze erhöht. Darüber hinaus weisen die Verkehrsunternehmen ihre Fahrgäste auf die geltenden Empfehlungen betreffend Hygiene des Bundesamtes für Gesundheit hin.

Vorderste Bustüre und erste Sitzreihe ab 11. März gesperrt

Neben den Unternehmen im Zürcher Verkehrsverbund ist ab 11. März auch bei den Bussen von Postauto, allen Linien im Aargau (A-Welle), in der Ostschweiz (Ostwind), BLS (Busland), AAGL, BVB, BLT, ASm, Bernmobil, RBS, VB, TPF, MBC, TL und TPG die vorderste Bustüre und die erste Sitzreihe im Bus abgesperrt.

Postauto-Fahrer verkaufen vorübergehend keine Tickets mehr
Um das Fahrpersonal zu schützen und einen Beitrag gegen die Verbreitung des Coronavirus zu leisten, stoppt Postauto ab Mittwoch, 11. März, vorübergehend den Ticketverkauf durch die Fahrerinnen und Fahrer.

Die aktuellen Empfehlungen des BAG zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus verlangen von der öV-Branche ein zusätzliches Handeln, um die Ansteckungsgefahr für Fahrgäste und Fahrpersonal zu verringern. Die Geschäftsleitung von Postauto hat daher beschlossen, ab dem 11. März den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal einzustellen. Die Fahrgäste werden gebeten, ihre Tickets auf anderen Kanälen zu kaufen, beispielsweise am Ticketautomat oder über digitale Kanäle wie Webshop und Apps. Als weitere Schutzmassnahme bleibt die vordere Türe der Postautos geschlossen. Die Fahrgäste werden mittels Fahrgastinformation darauf aufmerksam gemacht.

Die Ziele dieser betrieblichen Massnahmen sind der Schutz unserer Fahrgäste und Mitarbeitenden. Der Zweck ist es, gesundheitsbedingte Ausfälle des Fahrpersonals zu verhindern, damit der ordentliche Fahrplan aufrecht erhalten bleibt. Diese Massnahmen gelten bis auf weiteres.

Betriebliche Massnahmen bei AAGL, BVB und BLT
In den Bussen der AAGL, BVB und BLT wird ab Mittwoch, 11. März 2020, der Ticketverkauf durch das Fahrpersonal bis auf Widerruf eingestellt. Die vorderste Türe beim Fahrpersonal bleibt geschlossen. Die Massnahmen werden auf Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit BAG zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus umgesetzt.

Die Ansteckungsgefahr für die Fahrgäste und das Fahrpersonal soll mit gezielten Massnahmen verringert werden. Gemäss den aktuellen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG haben die AAGL, die BVB und BLT gemeinsamen folgenden Massnahmen beschlossen: Die vorderste Türe beim Fahrpersonal bleibt geschlossen. Die Fahrgäste werden mittels Fahrgastinformation darauf aufmerksam gemacht, die hinteren Türen zu benutzen. Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung oder Personen, die aus anderen Gründen nicht erkennen können, dass die vorderste Tür geschlossen bleibt, werden durch das Fahrpersonal informiert. Der Ticketverkauf durch das Fahrpersonal wird eingestellt. Die Fahrgäste sind gebeten, ihre Tickets via die «TNW Tickets»- oder «SBB Mobile»-App oder, sofern vorhanden, an den Automaten zu beziehen. Fahrgäste ohne gültiges Ticket werden gebeten, dieses am nächsten Umsteigeknoten rückwirkend zu lösen.

Die Massnahmen gelten ab Mittwoch, 11. März 2020, auf dem gesamten Busliniennetz von AAGL, BVB und BLT bis auf Widerruf.

Zusätzlich werden wie bisher die Haltestangen und Halteknöpfe täglich durch das Servicepersonal gereinigt. Der Schutz der Fahrgäste und des Fahrpersonals vor einer möglichen Ansteckung sowie die Aufrechterhaltung des ordentlichen Fahrplans haben höchste Priorität.

Info

↓ KOMMENTARE

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: