Die SBB stellt im Zusammenhang mit dem Corona-Virus den Schutz ihrer Mitarbeitenden sowie die Sicherung des Bahnbetriebs im Grundangebot an erste Stelle und fokussiert im Unterhalt und Baubereich der Bahninfrastruktur ihre Ressourcen auf die Störungsbehebung und den betriebsnotwendigen Unterhalt.

Die Bahninfrastruktur-Baustellen der SBB wurden bisher soweit als möglich weiterbetrieben, sofern die Vorsichtsmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eingehalten werden konnten. Neu fokussiert die SBB im Unterhalt und Baubereich der Bahninfrastruktur all ihre Ressourcen auf die Störungsbehebung, den betriebsnotwendigen Unterhalt sowie den sicherheitsrelevanten Substanzerhalt und sicherheitsrelevanten Bauphasen in der Ausführung. Sie hat darum entschieden, im Grundsatz alle anderen Baustellen herunterzufahren. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) ist informiert und unterstützt diesen Entscheid.

Arbeiten der SBB Telecom sowie laufende Bauprojekte der SBB Energie sind zum Teil von diesen Baustellenschliessungen ausgenommen. Dies aber immer unter der Voraussetzung, dass die Empfehlungen des BAG eingehalten werden können und die Arbeiten keinen negativen Einfluss auf den Bahnbetrieb haben.

Da weitere Verschärfungen der Vorgaben, sowie vermehrte personelle Ausfälle möglich sind, will die SBB rechtzeitig einen geordneten und sicheren Rückzug auf den Baustellen sicherstellen. Die Projektverantwortlichen sind aktuell daran, ihre Projekte zu überprüfen und geordnet herunterzufahren. Sie informieren ihre internen und externen Projektinvolvierten. Wenn eine Baustelle geschlossen werden muss, wird diese so gesichert, dass die Sicherheit des Betriebs und auch der Schutz der Umwelt sichergestellt sind. Bei jenen Baustellen, die weiterhin in Betrieb sind, stehen die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden im Zentrum. Das reduzierte Angebot kann die SBB trotz dieser Massnahmen weiterhin gewährleisten und die Grundversorgung mit dem Güterverkehr sicherstellen.

Aussagen über die konkreten Auswirkungen auf geplante Inbetriebnahmetermine können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Die Projetverantwortlichen werden die Baustellen neu planen. Die SBB ist dazu in engem Austausch mit dem BAV und allen Partnern. Rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit Partnern und Lieferanten sind in Klärung.

Von diesen Massnahmen ausgeschlossen sind die Baustellen von SBB Immobilien. Diese werden unter der Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) weitergeführt, sofern die Kantone nicht anderweitig verfügt haben.

Stellungnahme SEV: Coronavirus: SEV begrüsst Schliessung von SBB-Baustellen – Meyer unpräzise
Am 19. März 2020 hat die SBB bekanntgegeben, dass die nicht betriebsnotwendigen Baustellen auf dem SBB-Netz geschlossen werden. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV begrüsst diesen Schritt sehr. Trotz dieser guten Nachricht verlangt der SEV von der SBB, dass sie alle hygienischen und organisatorischen Massnahmen trifft, um die Empfehlungen des BAG strikt einzuhalten.

Entgegen den Aussagen von SBB-CEO Andreas Meyer an der Pressekonferenz zum Corona-Virus schliessen die SBB ihre nicht betriebsnotwendigen Baustellen.

Seit Tagen herrschen auf den Baustellen grosse Unsicherheit und Ängste, da die Vorgaben für die Sicherheit und Gesundheit schwer oder gar nicht eingehalten werden konnten. Insbesondere im Tessin, aber auch im Rest der Schweiz, war die Verwirrung gross und die konkrete Situation auf den Baustellen unhaltbar geworden.

«Viele Mitarbeitenden auf den Baustellen haben Kontakt mit dem SEV aufgenommen und einschneidende Änderungen gefordert. Der SEV war diesbezüglich seit Tagen im Austausch, stellte Fragen und Forderungen, und ist nun zufrieden, dass diese konsequente Lösung getroffen wurde»

, erklärt Urs Huber, Gewerkschaftssekretär und Leiter Team Infrastruktur SBB beim SEV.

Sicherheit ist im Gleisbau und bei Bahnbaustellen aller Art schon im normalen Alltag eine grosse Herausforderung, da meist unter fahrendem Bahnbetrieb gearbeitet wird.

«Neben SBB-Angestellten arbeiten oft sehr viele Arbeiter aus Drittfirmen auf diesen Baustellen. Oft musste man feststellen, dass diese Firmen sich wenig um die Massnahmen wegen Corona kümmerten, was die Situation auf den Baustellen nochmals erschwerte und unhaltbar machte»

, so Huber.

Die SBB-Mitarbeitenden machen grundsätzlich alles, damit ihre Bahn funktioniert. Aber wenn es nicht mehr geht und es nicht betriebsnotwendig ist, muss man stoppen.

Wegen des laufenden Bahnbetriebs werden im Störungs- und Pikettbereich weiter Mitarbeitende Arbeit verrichten müssen. Für diese Kollegen und Kolleginnen sowie für alle, die weiter arbeiten müssen, fordert der SEV die SBB auf, alles zu tun, damit die Massnahmen zum Gesundheitsschutz jederzeit eingehalten werden können.

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