Die Jungfraubahn-Gruppe erzielte im Jahr 2019 einen Gewinn von 53,3 Millionen Franken und damit das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung trotzdem eine gleichbleibende Dividende von 2.80 Franken, da sich die Aussichten angesichts der Ausbreitung des Coronavirus eingetrübt haben. Die Folgen der Pandemie sind nicht abzuschätzen. Deshalb muss die Jungfraubahn-Gruppe davon ausgehen, dass das Ergebnis 2020 deutlich unter den Vorjahren liegen wird.

Die Jungfraubahn-Gruppe blickt auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2019 zurück, mit erneut gesteigertem Betriebs- und Verkehrsertrag sowie Jahresgewinn. Sie erwirtschaftete einen Betriebsertrag von 223,3 Millionen Franken. Dies entspricht einem Plus von 10,5 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr.

Bei der wichtigsten Ertragsquelle – dem Verkehrsertrag – verzeichnete die Jungfraubahn-Gruppe ebenfalls eine Steigerung. Mit 161,8 Millionen Franken lag dieser um 5,2 Prozent über dem Vorjahr. Die EBIT-Marge ist im Vergleich zum Jahr 2018 um 1,6 Prozent auf 30,2 Prozent gestiegen. Die Umsatzrendite betrug 23,9 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2019 resultierte ein Gewinn von 53,3 Millionen Franken, der damit 11,5 Prozent, bzw. 5,5 Millionen Franken über dem Vorjahr liegt.

Jungfraujoch – Top of Europe

Das wichtigste Segment Jungfraujoch – Top of Europe erzielte einen Nettoerlös von 149,8 Millionen Franken. Die erneute Steigerung von 7,6% basiert auf der langjährigen, intensiven und erfolgreichen Bearbeitung der asiatischen Märkte. Mit 1’056’000 Gästen reisten im Berichtsjahr zum vierten Mal nach 2015, 2017 und 2018 über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch – Top of Europe. Trotz der leichten Frequenzeinbusse von 1,1% lag der Verkehrsertrag um 1,8% höher bei 120,9 Millionen Franken. Erfreulicherweise konnte auch der Durchschnittsertrag erneut gesteigert werden – um 2,7% auf 114.50 Franken pro Gast.

Erlebnisberge

Am stärksten entwickelten sich die Erlebnisberge. Alle beteiligten Bahnen – die Harderbahn, die Firstbahn und die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren – erzielten wiederum neue Verkehrsertragsrekorde. Der Nettoerlös konnte um 18,9 Prozent auf 32,6 Millionen Franken deutlich gesteigert werden.

Wintersport

Die Jungfrau Ski Region ist ein Kooperationsprodukt, an dem die Jungfraubahn-Gruppe mit über 60% beteiligt ist. Zum vierten Mal in Folge konnten im Wintersport höhere Erträge erzielt werden. Die Zahl der Skier Visits in der gesamten Jungfrau Ski Region stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,4% auf 1’069’500 und übertraf damit die Marke von 1 Mio. erstmals seit 2013 wieder. Der anteilige Verkehrsertrag der Unternehmensgruppe nahm um 5,1% auf 23,5 Millionen Franken zu. Insgesamt erzielte das Segment Wintersport einen Nettoumsatz von 30,8 Millionen Franken.

Segmentinformationen
Tausend CHF20192018Veränderung in %
Segmentumsätze  
Nettoumsatz Jungfraujoch149’839139’2167,6%
Nettoumsatz Erlebnisberge32’62027’42818,9%
Nettoumsatz Wintersport30’77928’0519,7%
Nettoumsatz übrige Segmente*49’12550’130-2,0%
Elimination konzerninterne Umsätze-39’053-32’01022,0%
Total Betriebsertrag223’310212’8154,9%

* Zu den übrigen Segmenten zählen insbesondere das Kraftwerk der Jungfraubahn, die Jungfraubahnen Management AG und das Parkhaus Lauterbrunnen.

Investitionen

Insgesamt betrug das Investitionsvolumen der Jungfraubahn-Gruppe im vergangenen Jahr CHF 118,6 Mio. Davon entfielen CHF 83.6 Mio. auf das V-Bahn-Projekt. In den letzten Jahren investierte das Unternehmen insgesamt knapp CHF 250 Mio. in das Generationenprojekt, welches nebst den Kernelementen Eiger Express, Grindelwald Terminal und Parkhaus die bereits abgeschlossenen Rollmaterialerneuerungen bei der Wengernalp- und Jungfraubahn umfasst.

Nebst der V-Bahn nahm mit dem Erneuerungsprogramm der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren ein zweites Grossprojekt Fahrt auf. Für die gesamte Erneuerung der Mürrenbahn wird mit Kosten von gut CHF 50 Mio. gerechnet, welche grösstenteils durch den Kanton Bern finanziert werden.

Kennzahlen der Konzernrechnung
Tausend CHF20192018Veränderung in  %
Betriebsertrag223’310212’8154,9%
Verkehrsertrag161’807153’8335,2%
EBIT67’50460’96910,7%
Jahresgewinn53’34447’82611,5%
Free Cashflow-21’51116’305-231,9%
Personalbestand (Vollzeitstellen)6126002,0%
 20182018Veränderung in %
Dividende2.80 (Antrag)2.80

Ausblick

Aktuell muss sich die Jungfraubahn Holding AG mit den Auswirkungen des Coronavirus auseinandersetzen. Die WHO hat 2019-nCov-Coronavirus am 11. März 2020 zu einer globalen Pandemie erklärt. Auf den Rückgang der Reservationen im internationalen Gruppenreisegeschäft hat das Management mit Kostensenkungsmassnahmen reagiert. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt, die Kostenstrukturen insgesamt ein weiteres Mal einer Überprüfung zu unterziehen. In der Marktbearbeitung wird, sobald die Situation dies wieder zulässt, agil und kurzfristig agiert durch zusätzliche Verkaufsanstrengungen und durch Angebote auf den globalen Märkten.

Die Massnahmen des Bundes sind im Moment befristet bis zum 19. April 2020. Der ausgedünnte Fahrplan für die Linien des öffentlichen Verkehrs ist vorerst bis am 30. April 2020 gültig. Die Folgen der Corona Krise sind zum heutigen Zeitpunkt nicht absehbar. Die Jungfraubahn Holding AG, muss davon ausgehen, dass das Ergebnis 2020 deutlich unter den Vorjahren liegen wird.

Die Jungfraubahnen haben in Ihrer über 100-jährigen Geschichte verschiedene globale Krisen erlebt. Als Value Stock ist sie mit ihrer soliden Bilanz mit Gewinnreserven von CHF 595 Mio. und aktuell keinem verzinsbaren Fremdkapital solide aufgestellt.

V-Bahn – Projekt für die Zukunft

Im Hinblick auf die Zeit mit der V-Bahn hat die Unternehmung verschiedene Vorbereitungen getroffen. So wurde die neue Vision der Entwicklung zu einem integrierten Freizeitunternehmen definiert und die ersten Schritte, wie der Ausbau des Shoppings und der Gastronomie, vorwärtsgetrieben. Die Geschäftsleitung wird auf den 1.1.2021 erweitert, wie bereits früher kommuniziert. Die Finanzziele wurden angepasst [vgl. Geschäftsbericht «Strategische Finanzziele»], wobei an den Prinzipien eines Value Stock mit einem hohen EK (Begrenzung des verzinsbaren FK auf 10%) und hoher Ertragsintensität (Umsetzrendite Erhöhung von 12% auf 18%) festgehalten wurde.

Bisheriger Höhepunkt beim strategischen Hauptprojekt – der V-Bahn – war die pünktliche Inbetriebnahme von Teilen des Terminals in Grindelwald Grund für unsere Partnerfirmen: Seit dem 14. Dezember 2019 hält die Berner Oberland-Bahnen AG mit ihren Zügen an der neuen Bahnstation und die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen AG hat gleichentags ihre neue Anlage dem Publikum geöffnet. Aufgrund der harschen Wetterbedingungen liegen die Arbeiten bei der Baustelle am Eigergletscher einige Wochen hinter dem Terminprogramm. Im Moment (Stand: 25.3.2020) gehen die Bauarbeiten mit Hochdruck weiter. Es werden alle erforderlichen Hygiene- und Sicherheitsvorgaben des Bundes konsequent eingehalten. Stand heute dürfen wir davon ausgehen, dass das gesamte V-Bahn-Terminal, mit Shops, Gastronomie und weiteren Dienstleistungen, die 3S-Bahn «Eiger Express» und das neue Parkhaus mit 1’000 Plätzen am 12. Dezember 2020 eröffnet werden können.

Geschäftsbericht und Anträge an GV

Die Generalversammlung der Jungfraubahn-Gruppe wird am 18. Mai 2020 in Interlaken durchgeführt. Sie wird gemäss der COVID-19-Verordnung 2 gänzlich unter Ausschluss der physischen Teilnahme der Aktionärinnen und Aktionäre abgehalten. Mittels persönlicher Einladung und statutengemässer Publikation werden die Aktionärinnen und Aktionäre über die Form der Generalversammlung und das Vorgehen zur Stimmabgabe informiert. Der Verwaltungsrat schlägt aufgrund der aktuellen Situation eine gleichbleibende Dividende von 2.80 Franken vor.

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