Die VBZ haben mit der Umstellung der stark nachgefragten Linie 83 auf Trolleybusbetrieb begonnen. Insgesamt acht Batterietrolleybusse der neuesten Generation lösen nach und nach die bislang eingesetzten Dieselbusse ab. Mit der Umstellung auf Trolleybusbetrieb werden jährlich über 200’000 Liter Diesel und rund 540 Tonnen CO2 eingespart. Seit der Inbetriebnahme der Linie 83 im Dezember 2015 sind die jährlichen Fahrgastzahlen von rund 1,5 Mio. auf 2,5 Mio. gestiegen. Seit Dezember 2019 verkehrt die Linie 83 ganztägig, wodurch eine weitere Nachfragesteigerung erwartet wird.

Die acht neuen Batterietrolleybusse auf der Linie 83 (Milchbuck – Bahnhof Altstetten) bauen auf der Technologie des Forschungsfahrzeugs «Swiss Trolley plus» auf. Dank ihrer leistungsfähigen Traktionsbatterien sind sie in der Lage, längere Teilstrecken ohne Fahrleitung zurückzulegen.

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Neuer VBZ Batterietrolleybus (Wagen 200), welcher auf der Linie 83 eingesetzt wird. / Quelle: VBZ

Für Stadtrat Michael Baumer trägt der Ausbau des Trolleybussystems entscheidend dazu bei, die Verkehrsnachfrage in der Stadt auf eine umweltverträgliche und effiziente Art zu bewältigen:

«Mit den Investitionen in den Batterietrolleybus modernisieren wir den öffentlichen Verkehr auf den städtischen Hauptlinien. So leisten wir einen Beitrag zur Erreichung der umwelt- und energiepolitischen Ziele der Stadt Zürich und des Zürcher Verkehrsverbunds.»

Ideale Voraussetzungen für Umstellung auf Trolleybusbetrieb

Die Linie 83 hat den Betrieb im Dezember 2015 aufgenommen. Seit der Einführung vor vier Jahren hat die Fahrgastnachfrage um rund 40 Prozent zugenommen. Die VBZ haben das Angebot sukzessive ausgebaut: Seit Dezember 2019 verkehrt die Linie ganztägig und zusätzlich auch am Samstag.

Die Linie 83 bietet ideale Voraussetzungen für eine Umstellung auf elektrischen Betrieb. Auf der Teilstrecke zwischen Milchbuck und Hardplatz verläuft sie vollständig unter bestehenden Fahrleitungen der Trolleybuslinie 72. Die neuen Batterietrolleybusse können die restliche Strecke bis zum Bahnhof Altstetten mit ihren leistungsfähigen Traktionsbatterien zurücklegen. So werden die bewährten Fahrleitungen zur hocheffizienten Ladeinfrastruktur, die während der Fahrt dynamisch genutzt wird.

Anknüpfen an Erkenntnissen aus Leuchtturmprojekt «Swiss Trolley plus»

Die VBZ befassen sich seit Jahren intensiv mit Elektrobussen. Das seit 2017 eingesetzte Forschungsfahrzeug «Swiss Trolley plus» kann dank seiner leistungsfähigen Traktionsbatterie auch Teilstrecken ohne Fahrleitung zurücklegen:

«Die Fortschritte in der Batterietechnologie steigern die Wirtschaftlichkeit und Flexibilität des Systems Trolleybus erheblich. Gegenüber Batteriebussen mit fixen Ladestationen kennt der Batterietrolleybus im Regelbetrieb keine Einschränkungen der Reichweite, da seine Batterie während der Fahrt an der Fahrleitung aufgeladen wird»

, erläutert Christoph Rütimann, Leiter Technik VBZ.

Mehr Komfort für Fahrgäste

Die neuen Batterietrolleybusse überzeugen mit einem modernen Innendesign und einem übersichtlichen, eleganten und freundlich gestalteten Fahrgastraum. Die grosszügigen Multifunktionsflächen bieten Platz für Kinderwagen und zwei Rollstühle. Smartphone, Tablet und Laptop können mittels USB-Anschluss aufgeladen werden. Analog zu den bereits verkehrenden eHybridbussen sind die neuen Batterietrolleybusse mit Sitzbezügen aus umweltfreundlichem eLeather ausgerüstet.

Seit mehr als 80 Jahren innovativ: Der Trolleybus in Zürich

Für VBZ-Direktor Guido Schoch steht fest:

«Elektrisch angetriebene Busse haben in Zürich Tradition. Bereits SEIT MEHR ALS 80 JAHREN ist der Trolleybus als umweltfreundliches und beliebtes Verkehrsmittel in unserer Stadt unterwegs.»

Trolleybusse bieten auf stark nachgefragten, topographisch anspruchsvollen Linien ein zuverlässiges und leistungsfähiges Angebot. Sie setzen die Energie sehr effizient um, verursachen keine lokalen Schadstoffemissionen und sind sehr leise. Als ideale Ergänzung zum Tram vereint der Trolleybus so alle Vorzüge eines wirtschaftlichen, sauberen und leistungsfähigen Transportmittels für die Stadt Zürich.

ZVB, VBL, AAGS und STI schreiben neue E-Busse aus
Unter der Leitung der Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) schreiben die Verkehrsbetriebe Luzern AG (VBL), die Auto AG Schwyz (AAGS) und die STI Bus AG gemeinsam die Beschaffung von Elektro-Bussen aus.

Die Ausschreibung umfasst vollelektrische Gelenk- und Normalbusse des Systems Depotlader. Das Aufladen der Batterien in der Garage ermöglicht einen flexiblen Einsatz dieser Fahrzeuge. Unter der Leitung der ZVB wurde die Ausschreibung am 27. März 2020 auf Simap.ch und im Zuger Amtsblatt veröffentlicht, der Vergabeentscheid erfolgt voraussichtlich im September 2020. Die nachfolgende Beschaffung befindet sich in der Hoheit jedes einzelnen Transportunternehmens. Dank der Kooperation profitieren die vier regionalen Transportunternehmen von einem gegenseitigen Wissensaustausch sowie von einem grösseren Beschaffungsvolumen.

Die ZVB setzt auf Elektromobilität und baut sie Schritt für Schritt aus. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen E-Bus im Einsatz auf der Linie sind gut und liefern wertvolle Erkenntnisse, die in die betrieblichen Abläufe einfliessen. Nun geht die ZVB einen Schritt weiter und will eine ganze Linie auf elektrische Fahrzeuge umstellen. Fernziel ist der CO2-neutrale Linienbetrieb bis 2035.

VBL beschafft mit dieser Ausschreibung die notwendigen Fahrzeuge für die Pilotlinie 10 und setzt damit weitere Schritte der E-Bus-Strategie des Verkehrsverbundes Luzern (VVL) um.

Die Auto AG Schwyz befasst sich seit 2018 mit einer möglichen Elektrifizierung der Linie 60.503, welche von Schwyz-Seewen nach Schwyz-Rickenbach führt. Mit der gemeinsamen Ausschreibung möchte sie von einer guten Offerte für Elektro-Busse profitieren. Vorbehältlich der Finanzierung wird die Auto AG Schwyz im Verlauf des Jahres 2022 zwei Elektrobusse in Betrieb nehmen.

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