Für Bahnlinie Hinwil – Bäretswil wird neue Trägerschaft gesucht

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Die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) suchen für die Strecke Hinwil – Bäretswil Tobel eine neue Trägerschaft. Vor einigen Wochen wurden die Verantwortlichen des Dampfbahn-Vereins Zürcher Oberland DVZO darüber ins Bild gesetzt. An der Generalversammlung vom 30. März 2016 informierte der Verein seine Mitglieder.

Die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) suchen für die Strecke Hinwil – Bäretswil Tobel eine neue Trägerschaft. Auf der Strecke verkehren keine SBB-Personenzüge mehr. Ab Bäretswil Tobel ist seit dem Sommer 2000 der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland Eigentümer der Bahninfrastruktur der Fortsetzung der Strecke bis Bauma. Gegenwärtig verkehren auf dem betroffenen Gleis, welches mit elektrischer Fahrleitung ausgerüstet ist, die Züge des selbständigen Eisenbahn-Verkehrsunternehmens DVZO im Netzzugang im Rahmen der beliebten öffentlichen Dampfbahn-Fahrten sowie Extrafahrten. Zusätzlich nutzen das Gleis die Güterzüge von SBB Cargo AG bis zum privaten Anschlussgleis des Kieswerkes der FBB AG in Bäretswil Tobel.

Um die Mittel für den Unterhalt auf viel befahrenen Hauptlinien einsetzen zu können, möchte die SBB die wenig befahrene Strecke Hinwil – Bäretswil an eine neue Trägerschaft abtreten oder, sofern dies nicht klappt, durch das BAV bzw. den Bundesrat stilllegen lassen. Das BAV unterstützt die Arbeiten und strebt die Übertragung der Konzession an eine neue Trägerschaft an. Gegenwärtig führen das Bundesamt für Verkehr, die SBB und der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland Gespräche mit dem Ziel, die Übertragung der Strecke von der Konzessionsinhaberin SBB an eine neue Trägerschaft im Verlaufe des Jahres 2017 abzuwickeln.

Für den DVZO steht klar die Lösung im Vordergrund, dass das rund 5,6 Kilometer lange Streckenstück als Fortsetzung der vereinseigenen Strecke Bauma – Bäretswil erhalten bleibt und seine Züge weiterhin bis nach Hinwil verkehren können. Ermutigend ist auch, dass der betriebsfähige Erhalt der Dampfbahn-Teilstrecke vom Bundesamt für Verkehr klar unterstützt wird. Ob der DVZO die frei werdende Infrastruktur übernehmen oder ein Dritter in die Bresche springen soll, ist momentan der Schwerpunkt verschiedenster Abklärungen. Der DVZO will jedenfalls die möglichen Chancen zum langfristigen Erhalt der Bahnstrecke Hinwil – Bäretswil nutzen, weil dies strategisch und existenziell wichtig für die zukünftigen Tätigkeiten des DVZO ist. Der aktuelle Status der Strecke Bäretswil – Bauma ist von der neuen Ausgangslage nicht betroffen. Man ist aber von Seite DVZO offen, bei neuen, auch unkonventionellen Lösungen, Hand zu bieten.

Die Bahnstrecke verkörpert ein wichtiges Stück Zürcher Oberländer Eisenbahngeschichte, ein eigentliches Kulturerbe. 1901 nahm auf ihr die legendäre Uerikon-Bauma Bahn UeBB ihren Betrieb auf. Nach erfolgter Elektrifikation im Herbst 1947 wechselte die Infrastruktur und die Konzession des Streckenteils Hinwil – Bäretswil – Bauma zu der SBB. 1969 stellten die SBB den Personenverkehr auf der gesamten Strecke ein; zwischen Hinwil und Bäretswil, später nur noch bis Bäretswil Tobel, blieb aber der Güterverkehr weiterhin erhalten. Dem DVZO liegt viel daran, dass eine für seinen Bahnbetrieb, wie auch für die Region Zürcher Oberland, nachhaltige, finanziell vertretbare Lösung gefunden wird.

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