Die Projektarbeiten für die Tramlinie nach Ostermundigen laufen auf Hochtouren. Sie sind auf Kurs. Mit dem Tram und weiteren Projekten erhält das Bahnhofareal Ostermundigen ein neues Gesicht. Gestalterisch istnnun auch die Endhaltestelle im Oberfeld mit zwei mehrstöckigen Gebäuden festgelegt. Anfang 2021 wird das sistierte Bewilligungsverfahren wieder aufgenommen, das Verfahren beim Bahnhof Ostermundigen folgt 2022. Je nach Verlauf kann 2024 mit dem Bau der Tramlinie begonnen werden. Eine neue Projektwebseitenliefert Einblicke zum Tram Bern – Ostermundigen (TBO).

«Wir sind gut unterwegs»

, freut sich René Schmied, Direktor Bernmobil, an einem Werkstattgespräch über die laufenden Planungsarbeiten zum Tram Bern – Ostermundigen.

Mit Blick auf die seit 1999 um ein Drittel gestiegenen Passagierzahlen auf der Buslinie 10 sagt Schmied:

«Der Wechsel zum Tram ist überfällig und ein wegweisender Schritt für die Entwicklung von Bern und Ostermundigen.»

Auf der 4450 Meter langen Neubaustrecke zwischen dem Viktoriaplatz in Bern und der neuen Endhaltestelle im Oberfeld in Ostermundigen werden 9960 Meter Gleise verlegt. Die Sicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger wird verbessert. Für Velofahrende gibt es 30 Prozent mehr Velostreifen. Und beim Bahnhof Ostermundigen entsteht ein attraktiver ÖV-Knoten für Bahn, Tram und Bus, eingebettet in einer städtebaulich komplett neuen Umgebung.

Bahnhofareal Ostermundigen ändert sich

Entsprechend treffen beim Bahnhof verschiedene Grossvorhaben aufeinander. Das Tramprojekt ist mit mehreren SBB-Projekten zu koordinieren und mit der baulichen Entwicklung Ostermundigens abzustimmen. Damit das Tram und deren Haltestelle unter die Bahn passt, muss die Strasse etwas tiefergelegt und die Brücke verbreitert werden. Die SBB wiederum baut in den nächsten Jahren den Abschnitt ab Wankdorf bis in den Bahnhof Ostermundigen aus. Den Bahnhof selbst wird die SBB nach den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes hindernisfrei umbauen. Das soll bis 2026 geschehen. Ausserdem stellen künftig vier neue Treppen und geräumige Lifte die Verbindung zwischen Perrons und Tram- und Bushaltestellen in der neuen, breiten und hellen Unterführung sicher.

Andreas Wingeier von der Netzentwicklung SBB Infrastruktur:

«Das alles bedingt ein hohes Mass an terminlicher und verfahrenstechnischer Abstimmung.»

Auch mit der Gemeinde Ostermundigen gibt es Abstimmungsbedarf. Auf der Nordseite des Bahnhofs zum Beispiel sind Veloabstellplätze vorgesehen. Gleichenorts soll auch eine neue Personenunterführung entstehen.

Gemeindepräsident Thomas Iten sagt:

«Der Gemeinderat freut sich, dass mit dem Bären-Hochhaus und der Überbauung Poststrasse Süd nicht nur geplant, sondern bereits gebaut wird.»

Und:

«Die Änderungen hier beim Bahnhof sind exemplarisch für unsere Ortsplanungsrevision. An diesem ÖV-Knoten gibt’s mehr Stadt. Dort, wo gewohnt wird, braucht’s mehr Dorf. So das Prinzip.»

Bis achtstöckige Gebäude im Oberfeld

Nach diesem Prinzip wurde auch die Endhaltestelle im Oberfeld geplant. Die neue Wendeschlaufe ermöglicht ein direktes, bequemes Umsteigen vom Tram auf den Bus. Bei der Wendeschlaufe ist ein Quartierzentrum vorgesehen. Gemeinsam mit renommierten Städteplanern hat die Gemeinde eine sogenannte Testplanung durchgeführt. Demnach sollen in der Wendeschlaufe und auf dem Areal laut Andreas Thomann, Gemeinderat Ostermundigen, zwei sechs- bis achtstöckige Gebäude mit Wohnungen, Geschäften und einer öffentlichen Nutzung entstehen.

Thomann:

«Verkehrsplaner und Städteplaner haben vorbildlich zusammengearbeitet. Das Resultat lässt sich sehen. Erst das Tram hat diese Entwicklung ermöglicht.»

Baustart vermutlich 2024

Anfang 2021 wird das 2014 eingestellte Bewilligungsverfahren zur Tramlinie nach Ostermundigen wieder aufgenommen. Die einzige grössere inhaltliche Änderung ist – wie geplant – die Endhaltestelle Oberfeld. Aufgrund der komplexen planerischen Abhängigkeiten wird das Bewilligungsverfahren um den Bahnhof Ostermundigen in einem zweiten Schritt Mitte 2022 reaktiviert. Je nach Ablauf des Verfahrens kann mit dem Tramlinienbau nach heutigem Wissensstand 2024 gestartet werden. Es wird mit einer Bauzeit von mindestens vier bis fünf Jahren gerechnet.

TBO-Webseite erlaubt Vergleiche

Ab sofort sind zwei Webseiten aufgeschaltet. Die neue Tram-Webseite bietet einen detaillierten Einblick ins Projekt. Bei allen Haltestellen und Streckenabschnitten kann die heutige Situation mit jener von morgen verglichen werden. Zudem schildern kurze Texte die Veränderungen für Fahrgäste, Zufussgehende, Velofahrende und Autofahrende. Die SBB-Webseite gibt einen Überblick über die Bahn-Projekte rund um den Bahnhof Ostermundigen.

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