Das Jahr 2019 erwies sich als eines der schwierigeren in der knapp 20-jährigen Geschichte der Ralpin AG. Ralpin als Betreiberin der Rollenden Landstrasse musste 2019 aufgrund verschiedener exogener Faktoren einen markanten Verlust ausweisen. Dennoch gelang es uns, mit über 86‘000 Sendungen einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerungspolitik zu leisten. Mit diesem Resultat konnte Ralpin den Marktanteil von knapp 6% im generell rückläufigen Gütertransit halten.

Verwaltungsratspräsident Erwin Rutishauser trat an der Generalversammlung vom 19. Juni 2020 altershalber zurück. Sein Nachfolger wird Nicolas Perrin.

Die rückläufige Nachfrage schlägt sich im Jahresergebnis von -3.6 Mio. CHF (2018: -0.5 Mio. CHF) nieder, da viele Kosten, wie beispielsweise für die Loks und Wagen, trotzdem und in gleicher Höhe anfielen, um den Kunden auch attraktive Abfahrtszeiten ab den Terminals bieten zu können. Zudem konnte Ralpin den Rückgang der Abgeltungen des Bundes um über einen Drittel von über 30 Mio. CHF auf unter 20 Mio. CHF innert Jahresfrist nicht auffangen.

Um die Rollende Autobahn wieder auf die Erfolgsschiene zu bringen, hat der Verwaltungsrat das Projekt «Ralpin 2021+» gestartet. Das Geschäftsmodell soll ab 2021 wieder auf eine solide, finanziell gesunde Grundlage gestellt werden. Dazu werden unter anderem Kosteneinsparungen am Geschäftssitz in Olten als auch Optimierungen im Lokomotiveinsatz umgesetzt. Weiter plant Ralpin, die Züge um zusätzliche Wagen zu verlängern. Damit können mehr LKW befördert und die Wirtschaftlichkeit erhöht werden, ohne zusätzliche Trassen auf der stark ausgelasteten Lötschberg-Simplonachse zu beanspruchen.

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Einer der ehemaligen ÖBB-Schlafwagen WLABmz 61 im Novemeber 2019 im Umbau zu einem Ralpin Begleitwagen. / Quelle: Gerber Consulting

In diesem Jahr ist Ralpin aufgrund der COVID-19 Situation noch zusätzlich gefordert. Die Anzahl transportierter LKW ist in den Monaten März und April um 2/3 eingebrochen. Weiter setzt Ralpin auf stark frequentierten Zügen zusätzliche Begleitwagen ein, um das Social Distancing während der Fahrt auf dem Zug für die LKW-Fahrer sicherzustellen. Zurzeit erholt sich der Markt langsam. Ralpin zählt auf die bevorstehenden Sonderfinanzierungen des Bundes zur Unterstützung der öV-Unternehmen. Ralpin setzt alles daran, die Rollende Landstrasse mit innovativen Massnahmen auf der Verbindung Freiburg im Breisgau – Novara wieder nachhaltig zu stärken.

Erwin Rutishauser (71) trat nach sieben Jahren von seiner Aufgabe als Verwaltungsratspräsident der Ralpin AG altershalber zurück. Die Ralpin AG ist ihm für seine umsichtige und zukunftsorientierte Führung, namentlich in den vergangenen zwei herausfordernden Jahren, zu grossem Dank verpflichtet. Seine Nachfolge übernahm am 19. Juni 2020 der bisherige Vizepräsident und profunder Branchen-Insider Nicolas Perrin (60).

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Rola 43617 Freiburg (Brsg) Gbf – Novara Boschetto am 30. Juni 2020 mit gleich drei Begleitwagen, zwei davon sind Mietwagen von Euro-Express:

SIM 43617 Freiburg (Brsg) Gbf - Novara Boschetto

Verunfallte BLS Cargo Re 485 004 wird abgebrochen
Die bei einem Unfall am 2. April 2020 auf der Rheintalstrecke bei Auggen schwer beschädigte BLS Cargo-Lokomotive Re 485 004 gelangte im Juni per Strassentransport in die BLS Werkstätte nach Bönigen.

Nach der Entnahme von noch brauchbaren Komponenten, für die im Einsatz stehenden Schwesterlokomotiven, wird die Maschine dem Abbruch zugeführt.

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Fünf ehemalige ÖBB-Schlafwagen WLABmz 61 für Ralpin

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