AG: Verkehrsangebot soll je nach Raumtyp differenziert entwickelt werden

Regierungsrat gibt Mobilität Aargau für die öffentliche Anhörung frei.

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Die Mobilitätsstrategie für den Kanton Aargau aus dem Jahr 2006 wurde überarbeitet. Den Ausschlag dazu gaben einerseits die 2015 vom Grossen Rat beschlossene Festlegung des Siedlungsgebiets im Richtplan und andererseits die aktualisierten Siedlungs- und Verkehrsprognosen für die nächsten zwei Jahrzehnte sowie absehbare technologische Entwicklungen. Kernpunkte der neuen Mobilitätsstrategie sind ein räumlich differenziertes Verkehrsangebot sowie die Abstimmung von Siedlungsentwicklung und Verkehrsplanung.

Die aktuelle Mobilitätsstrategie für den Kanton Aargau hat der Grosse Rat im Jahr 2006 beschlossen. Sie basiert auf dem Richtplan von 1996 sowie auf mehr als zehn Jahre alten Siedlungs- und Verkehrsprognosen. Nun hat der Regierungsrat die Mobilitätsstrategie Mobilität Aargau überarbeitet. Ausschlaggebend dazu waren die 2015 vom Grossen Rat beschlossene Festlegung des Siedlungsgebiets im Richtplan, die aktualisierten Siedlungs- und Verkehrsprognosen für die nächsten zwei Jahrzehnte sowie absehbare technologische Entwicklungen.

In Zukunft wird sich die Mobilität verändern. So werden technologische Entwicklungen wie selbstfahrende oder miteinander kommunizierende Autos sowie „intelligente“ Strassen das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden verändern. Gesellschaftliche Megatrends bringen neue Nutzungsgewohnheiten, in dem situativ das jeweils passende Verkehrsmittel gewählt wird. Je nach Raumtyp werden sich die Mobilitätsformen unterschiedlich entwickeln.

Verkehrsangebot wird auf Raumkonzept abgestimmt
Die überarbeitete Mobilitätsstrategie basiert auf der Abstimmung zwischen Raumentwicklung und Verkehrsangebot. Je besser diese Abstimmung gelingt, desto besser werden die raumplanerischen Ziele der inneren Siedlungsentwicklung unterstützt und umso nachhaltiger ist die Verkehrsentwicklung. Die strategischen Stossrichtungen beinhalten die Abstimmung des Verkehrsangebots mit dem Raumkonzept Aargau, die Förderung der effizienten, sicheren und nachhaltigen Nutzung von Verkehrsmitteln und -infrastrukturen sowie den ökonomisch und ökologisch ausgewogenen Bau, Betrieb und Unterhalt der Verkehrsinfrastrukturen. Dabei verschiebt sich der Fokus auf ein räumlich differenziertes Verkehrsangebot, bei dem alle Aspekte von Planung, Bau, Betrieb, Unterhalt und Nutzung sowie die Ressourcen künftiger Generationen berücksichtigt werden.

Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Beim MIV liegt der Schwerpunkt auf der Erreichbarkeit, der Funktionsfähigkeit des Strassennetzes und der Zuverlässigkeit der Verbindungen. Leistungsfähige Hauptverkehrsstrassen gewährleisten die Erreichbarkeit. Die Erreichbarkeit von Zentren beziehungsweise die Anbindung dezentraler Standorte an überregionale Verkehrsnetze sowie generell eine tragfähige Verkehrsinfrastruktur sind wichtige Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung. Effizienzsteigerungen in Nutzung, Betrieb und Unterhalt sowie punktuelle Ausbauten des Strassennetzes verbessern die Leistungsfähigkeit des Verkehrsangebots und erhöhen die Standortattraktivität für die Wirtschaft. Die gesamtverkehrliche Abstimmung bei der Nutzung von wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkten, verbesserte Bedingungen für den Güterverkehr sowie eine höhere Planbarkeit von Reisen auf dem Strassen- und Schienennetz schaffen gute Bedingungen für Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe. Das Kantonsstrassennetz wird mit dem nationalen und den kommunalen Strassennetzen abgestimmt.

Öffentlicher Verkehr (öV)
Der öV wird insbesondere auf den Achsen in die Kernstädte sowie zwischen den Kernstädten und urbanen Entwicklungsräumen gefördert. Dank attraktiver Bahnangebote zwischen Kernstädten und urbanen Entwicklungsräumen soll gegenüber heute ein höherer öV-Anteil an den Personenfahrten erreicht werden. Gute Busangebote im städtischen Raum leisten einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme. Park+Ride-Plätze am Siedlungsrand erleichtern das Umsteigen auf den öV, um ins Zentrum zu gelangen. Mit dem Ausbau der S-Bahnen entlang der ländlichen Entwicklungsachsen – abhängig von Auslastung, Nachfrage und Kostendeckung – werden Strassen entlastet. Die Gemeinden im engeren Einzugsbereich dieser ländlichen Entwicklungsachsen profitieren mit Anschlussbuslinien auch vom guten S-Bahnangebot. In den ländlichen Entwicklungsräumen wird eine öV-Basiserschliessung gewährleistet.

Fuss- und Radverkehr
In Kernstädten, ländlichen Zentren und urbanen Entwicklungsräumen soll der Fuss- und Radverkehr gefördert werden, um Kapazitätsengpässen im öV und im MIV zu begegnen und die Ortskerne zu entlasten. Diese Entlastung trägt zu höherer Wohnqualität und geringerer Lärmbelastung bei. Dem Fuss- und Radverkehr werden die benötigten Flächen zur Verfügung gestellt. Das kantonale und das kommunale Netz werden aufeinander abgestimmt sowie die Schnittstellen zu anderen Verkehrsmitteln optimiert.

Öffentliche Anhörung bis 27. Juni 2016
Der Regierungsrat gibt die überarbeitete Mobilitätsstrategie in die öffentliche Anhörung. Diese dauert bis am 27. Juni 2016.

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