Bei der diesjährigen Generalversammlung der Matterhorn Gotthard Bahn am 7. April 2016 in Zermatt konnten die Aktionärinnen und Aktionäre positive Botschaften mitnehmen. Der im Dezember 2014 eingeführte Halbstundentakt zwischen Fiesch und Zermatt brachte Zuwächse bei Reisenden und Einnahmen im Regionalverkehr.

Mit einem Ertrag von CHF 109.2 Millionen (inklusive Abgeltungen) wurde das Vorjahresergebnis erneut übertroffen und nahm um sechs Prozent zu. Beigetragen hat dazu unter anderem die erfolgreiche Einführung des Halbstundentaktes zwischen Fiesch und Zermatt. Die Verkehrsleistung gemessen in Personenkilometern verzeichnete in 2015 zwischen Brig und Zermatt einen Zuwachs von 5.8 Prozent, zwischen Visp und Disentis von 4.4 Prozent und zwischen Visp und Fiesch gar von 8.9 Prozent. Die Zahl der Reisenden stieg von 6.1 Millionen auf 6.4 Millionen an.

Bei der Generalversammlung wurde sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrats zugestimmt. Der sechsköpfige Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft Matterhorn Gotthard Bahn wurde für die Amtsdauer von einem Jahr in unveränderter Zusammensetzung wiedergewählt. Bei der Matterhorn Gotthard Verkehrs AG und der Matterhorn Gotthard Infrastruktur AG ist Fernando Lehner als drittes Mitglied neben Isidor Baumann und Jean-Pierre Schmid in den jeweiligen Verwaltungsrat gewählt worden. Als Revisionsstelle für 2016 haben die anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre erneut die KMPG AG in Gümligen bestätigt.

Steinschlag in der Schöllenenschlucht hat Auswirkungen auf Autoverlad
Nach einem Steinschlag war im Mai und Juni 2015 die Schöllenenstrasse zwischen Andermatt und Göschenen geschlossen, was unmittelbare Auswirkungen auf den Autoverlad Furka hatte. Neben der Schliessung der Autostrasse in den verkehrsreichen Sommermonaten haben ungünstige Witterungsverhältnisse den Wintertourismus generell geschwächt und die späte Wintersperre viele Autofahrer zu Passfahrten verleitet. In Folge der verschiedenen Einflussfaktoren ist die Zahl der transportierten Fahrzeuge am Furka in 2015 um 10.4 Prozent auf 207.000 Fahrzeuge zurückgegangen. Positiv entwickelte sich dagegen der Ertrag beim Güterverkehr, der um 4.1 Prozent auf CHF 1.8 Millionen stieg.

Zahlreiche Grossprojekte in Planungs- oder Ausführungsphase
Über CHF 70 Millionen hat die Matterhorn Gotthard Bahn im vergangenen Jahr in die Infrastruktur investiert. Ein Teil davon floss in die Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Furkatunnels, dem mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von CHF 190 Millionen Franken bis 2023 bislang grössten Infrastrukturprojekt in der Unternehmensgeschichte. Auch die Vorarbeiten für den Neubau des Bahnhofs Andermatt gehen wie geplant weiter. Eingebettet in die Gesamtplanungen des Tourismusresorts Andermatt wird auf der Nordseite des heutigen Bahnhofs eine neue Bahnhofshalle mit direkter Anbindung an die neue Talstation der Gondelbahn Andermatt–Nätschen entstehen. Die Hauptarbeiten hierfür werden zwischen 2017 und 2022 ausgeführt. Bereits im vollen Gange ist die Kompletterneuerung des Bahnhofs Stalden. Bereits im vergangenen Jahr wurde mit den Umbauarbeiten begonnen, die noch bis Ende 2016 andauern werden. Mit dem Bau von zwei neuen Aussenperrons und einer Personenunterführung werden die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt. Zudem können durch die Verlängerung der doppelspurigen Gleisanlagen zukünftig längere Züge im Bahnhof Stalden kreuzen.

Neupositionierung des Glacier Express
Ein besonderes Augenmerk gilt aktuell dem Glacier Express, bei dem sich die Auswirkungen der Euroschwäche zeigen. Trotz eines Rückgangs der Reisenden um drei Prozent auf 188.000 konnte durch Angebotsanpassungen, eine kontinuierliche Bearbeitung der Überseemärkte sowie Massnahmen auf Kostenseite ein positives Ergebnis erzielt werden. Um den Erfolg des Glacier Express langfristig sicherzustellen, arbeitet ein gemeinsames Projektteam von Rhätischer Bahn und Matterhorn Gotthard Bahn gegenwärtig an der Neupositionierung des Glacier Express als Premiumprodukt. Stossrichtungen des Projektes „Svilup“ (Rätoromanisch für „Entwicklung“) sind die organisatorischen Strukturen, die erweiterte Marktausrichtung auf das in wichtigen Märkten knappe Zeitbudget sowie die Produkt- und Serviceausgestaltung. Eine wichtige Rolle nimmt dabei Andermatt als zukünftiger Ausgangspunkt für attraktive Teilstrecken von Andermatt nach Zermatt oder von Andermatt nach St. Moritz ein.

Ausblick
Die Entwicklung des Euros und die anhaltende weltweite Terrorbedrohung werden das Marktumfeld auch im Jahr 2016 beeinflussen und den Tourismussektor vor grosse Herausforderungen stellen. Dennoch ist der Ausblick für den Regionalverkehr aufgrund der Entwicklungsmöglichkeiten dank des Halbstundentaktes positiv. Zudem sichern der starke Heimatmarkt Schweiz und die bei gleichbleibender Marktsituation zu erwartenden Zuwächse aus den Überseemärkten das Geschäft ab.

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