Der VCS beider Basel unterstützt das Fazit der „Vertieften Studie Weissensteintunnel“, die den Weiterbetrieb und die Optimierung der Solothurn-Moutier-Bahn SMB als Bestvariante ausweist. Die Beurteilung hätte sogar noch weit besser ausfallen sollen. Der Nutzen und das Potenzial des Bahnbetriebes wurde unvollständig erhoben und im Gegenzug entscheidende Kostenfaktoren bei einer Umstellung auf Busbetrieb ausgeklammert. Für den VCS beider Basel kommt eine Schliessung des Bahntunnels durch den Weissenstein und damit die Stilllegung der Solothurn-Moutier-Bahn SMB unter keinen Umständen in Frage.

Der Weissensteintunnel muss nach über hundert Betriebsjahren saniert werden. Das Bundesamt für Verkehr BAV scheut die Kosten und prüft deshalb eine Stilllegung der Solothurn-Moutier-Bahn. Das Ansinnen löste vehemente Opposition aus, sowohl bei den Kantonsregierungen SO und BE wie auch in der Bevölkerung. Über 17’000 Personen, auch aus der Region Basel, unterschrieben die VCS-Petition „Hände weg von der Solothurn-Moutier-Bahn“. Bund und Standortkantone gaben daraufhin die „Vertiefte Studie Weissensteintunnel“ in Auftrag. Sie vergleicht Kosten und Nutzen verschiedener Varianten ohne bzw. mit Weiterbetrieb (also mit Sanierung) des Tunnels. Geprüft wurde der Weiterbetrieb der gesamten Strecke als Bahn, die komplette Umstellung auf Busbetrieb (ohne Tunneldurchfahrt), wie auch Mischformen davon. Heute endet die Vernehmlassung der Studienergebnisse.

Bahn als Bestvariante sogar noch unterschätzt
Der VCS beider Basel unterstützt die Studienempfehlung für die Tunnelsanierung und einen Weiterbetrieb der SMB. Dabei wurde nicht einmal mit gleichen Ellen gemessen: Die Studie erhebt den Nutzen der Bahn nur unvollständig, klammert hingegen erhebliche Kostenfolgen bei einer Umstellung auf Busbetrieb aus. So wurde beispielsweise nur bei den Bahnvarianten die nötigen Anpassungen gemäss Behindertengleichstellungsgesetz eingerechnet, nicht aber bei den Varianten mit Busbetrieb. Der VCS bleibt gegenüber der Kostenschätzung von CHF 170 Mio für die Tunnelsanierung skeptisch. Scheinbar wurden in den vergangenen Jahrzehnten nötige Unterhaltsmassnahmen „eingespart“, ansonsten wäre der Sanierungsbedarf heute nicht so gross und akut.

Nebenlinie mit wichtiger Netzfunktion
Die SMB ist ein wichtiger Zubringer für die Bahnlinie durchs Laufental. Ausserdem bietet sie den Reisenden ab Laufen die mit Abstand schnellste Verbindung nach Solothurn. Die SMB wird in naher Zukunft an Bedeutung gewinnen als Ausweichroute angesichts des enormen prognostizierten Nachfragewachstums auf den Hauptlinien aus der Region Basel via Olten und Biel. Diese Aspekte sowie der Umweltnutzen und die zuverlässige Erschliessung von Randregionen berücksichtigt die Studie kaum.

SMB braucht es auch für den Freizeitverkehr
Der Freizeitverkehr macht inzwischen über die Hälfte des Gesamtverkehrs aus. Umso entscheidender ist es, diesen möglichst umwelt- und klimaschonend zu organisieren. Gerade auf dem Weg an die frische Luft gehört dem ÖV der Vorzug vor dem Auto. Nur attraktive ÖV-Angebote sind konkurrenzfähig. Das ist die SMB mit Direktanschluss an die neue Seilbahn für den Ausflug auf den Weissenstein: Der Weg und das Ziel sind attraktiv und eine Reise wert.

Die Stilllegung einer funktionierenden Bahnstrecke wäre für den Alltags- und den Freizeitverkehr ein Fehlentscheid, der in wenigen Jahren teuer bereut würde.

Info

Erstellt: 8. Apr 2016 @ 07:02

KOMMENTIEREN - commenter - commentare

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: