„Gesamtperspektive Zentralschweiz“ unterzeichnet: Zentralschweizer Kantone und SBB stärken die Zusammenarbeit

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Vertreter der Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug sowie der SBB haben am 22. April 2016 die „Gesamtperspektive Zentralschweiz“ unterzeichnet. Das Arbeitsprogramm mit Zeithorizont 2030 umfasst Angebote für Kunden des Personen- und Güterverkehrs, die notwendige Eisenbahninfrastruktur, die Entwicklung von Arealen um Bahnhöfe und die zukünftig benötigten Flächen, wie etwa Abstell-, Unterhalts- oder Verladeanlagen. Ziel des Arbeitsprogramms ist es, für Kunden, die Region Zentralschweiz sowie die SBB Lösungen zu finden und attraktive Perspektiven zur Weiterentwicklung der Region aufzuzeigen.

Die Zentralschweiz bietet aufgrund ihrer geografischen Lage, ihrer wirtschaftlichen Dynamik sowie ihrer verkehrspolitischen Wichtigkeit ein grosses Potenzial bei der verkehrlichen und der städtebaulichen Entwicklung. Um dieses zügig und abgestimmt zu nutzen und die kommenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern, ist ein enges und abgestimmtes Vorgehen zwischen Kantonen und SBB wichtig.

Dies ermöglicht die „Gesamtperspektive Zentralschweiz“: In einem schrittweisen Prozess werden ganzheitliche Perspektiven erarbeitet und Projekte konkretisiert. Die Kantone und die SBB schaffen so Voraussetzungen für eine Bewertung, für eine Entscheidungsfindung und für eine Priorisierung der Projekte. Die Regierungsräte der sechs Zentralschweizer Kantone, Robert Küng (LU), Urban Camenzind (UR), Othmar Reichmuth (SZ), Niklaus Bleiker (OW), Alfred Bossard (NW) und Matthias Michel (ZG), sowie SBB CEO Andreas Meyer und Jürg Stöckli, Leiter Immobilien SBB, haben das Arbeitsprogramm am 22. April 2016 in Luzern unterzeichnet.

Eng abgestimmte Planungen für die Weiterentwicklung der Regionen
Die regionale Planung in der Zentralschweiz, insbesondere die Kapazitätserweiterung auf der Achse Zürich – Zug – Luzern – Sursee, ist eng mit den Grossprojekten „Durchgangsbahnhof Luzern“ und „Zimmerberg-Basistunnel II“ (ZBT II) verknüpft. Eine solche Kapazitätserweiterung ist bereits zu einem früheren Zeitpunkt als 2030 notwendig. Mittelfristige Lösungen auf dieser nachfragestarken Achse müssen deshalb zeitnah erarbeitet werden. Weitere Kernstücke der „Gesamtperspektive Zentralschweiz“ sind die Entwicklung des Bahnhofs Altdorf zum Urner „Kantonsbahnhof“, die optimalen Verknüpfung zwischen S-Bahn und Bus in der Luzerner Agglomeration sowie Aufwertungen und Ausbauten in Arth-Goldau, Zug und Rotkreuz.

Mit der „Gesamtperspektive Zentralschweiz“ schaffen die Kantone und die SBB eine gemeinsam abgestimmte Basis für die Weiterentwicklung der Regionen. Zum Arbeitsprogramm gehört auch die Absicht, die Auslastung im öffentlichen Verkehr gleichmässiger zu verteilen und kundenfreundlicher zu gestalten. Ziel ist, den öffentlichen Verkehr im sich verschärfenden intermodalen Wettbewerb für Kunden und Besteller attraktiv und bezahlbar zu halten sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Über die Umsetzung der Angebotsausbauten und der dazu notwenigen Infrastruktur wird im Rahmen des STEP-Ausbauschritts 2030 (Strategisches Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur) unter der Leitung des Bundesamts für Verkehr entschieden. Mit der Annahme der FABI-Vorlage im Jahr 2014 ist der Bund Prozessführer in der Angebotsplanung. Das Bundesparlament wird in regelmässigen Abständen über Ausbauschritte entscheiden. Der nächste Ausbauschritt 2030 ist im Parlament für das Jahr 2018 terminiert.

„Regionale Gesamtperspektiven“
Die SBB erarbeitet schweizweit „Regionale Gesamtperspektiven“ mit den Kantonen. 2013 hat die SBB in der Nordwestschweiz erstmals eine „Regionale Gesamtperspektive“ für eine ganze Region entwickelt und in einem Arbeitsprogramm festgehalten. Die Verantwortung für die Planung des zukünftigen Bahnangebots sowie der dafür notwendigen Infrastruktur in der Schweiz obliegt dem Bundesamt für Verkehr. Weil Personen- und Güterverkehr, Bahninfrastruktur und Arealentwicklung eng verknüpft sind, braucht es bei strategischen Projekten ein koordiniertes Vorgehen zwischen Kantonen und SBB. Mit der „Regionalen Gesamtperspektive“ wird die Zusammenarbeit zwischen kantonaler Politik und Verwaltung sowie der SBB in den Bereichen Angebot, Infrastruktur und Arealentwicklung aufeinander abgestimmt.

Zentralschweizer Komitee Durchgangsbahnhof Luzern: Die von den verantwortlichen Partnern veröffentlichte „Regionale Gesamtperspektive Zentralschweiz“ wird begrüsst
Vertreter der SBB und der Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug haben die „Regionale Gesamtperspektive Zentralschweiz“ unterzeichnet. Damit ist auch aus der Sicht des Komitees Durchgangsbahnhof ein weiterer wichtiger Meilenstein gesetzt, auf dem Weg zur Lösung der Mobilitätsbedürfnisse der Zentralschweiz.

Diese Vereinbarung zeigt auf, dass die regionale Planung in der Zentralschweiz, insbesondere die Kapazitätserweiterung auf der Achse Luzern–Zug–Zürich direkt mit dem Grossprojekt „Durchgangsbahnhof Luzern“ verknüpft ist. Im Vordergrund stehen dabei die Eliminierung des aktuellen Engpasses zwischen Ebikon und Luzern sowie insbesondere der nur zweispurigen Einfahrt in den Bahnhof im Bereich des Gütschtunnels. Dies setzt zwingend die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern mit einer neuen unterirdischen Zufahrt ab Ebikon voraus. Ziel soll es schliesslich sein, den Verkehr auf der Schiene attraktiver zu machen und damit einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der ganzen Region zu leisten.

Das Komitee ist erfreut, dass mit der „Regionalen Gesamtperspektive Zentralschweiz“ ein breit abgestützter Konsens gefunden werden konnte damit die Kräfte der Zentralschweiz zielgerichtet gebündelt werden können. Es setzt sich weiter dafür ein, dass die Planung weiter vorangetrieben wird und die notwendige Finanzierung gesichert werden kann.

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Gesamtperspektive Zentralschweiz: Angebote für Kunden verbessern, Infrastrukturen erweitern, Areale um Bahnhöfe…

Gepostet von Andreas Meyer CEO SBB AG am Freitag, 22. April 2016

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Erstellt: 22. Apr 2016 @ 14:55

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