Zug: Rahmenplan zeigt mögliche Entwicklung der Bahninfrastruktur auf

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Das Schienennetz der SBB im Raum Zug hat seine Leistungsgrenze erreicht. Schon eine bescheidene Steigerung des Angebots löst Massnahmen an der Infrastruktur aus. Um eine mögliche Entwicklung der Bahninfrastruktur im Horizont von 30 bis 40 Jahren aufzuzeigen, hat die SBB den Korridor-Rahmenplan Baar – Zug erarbeitet.

Mit der Studie des Korridor-Rahmenplans Baar–Zug wird die Entwicklung des Schienennetzes im Raum Zug untersucht und festlegt. Alle Rahmenpläne bilden auch eine wichtige Grundlage für die regionalen Gesamtperspektiven, welche zusätzlich die gesamthafte Arealentwicklung in einem grösseren geografischen Perimeter aufzeigen. Das Ergebnis der Studie zeigt nun fünf grössere Schritte auf:

  • Der Entwicklungsschritt eins umfasst die Doppelspurausbauten Walchwil und Freudenberg – Rotkreuz. Damit kann das geplante Angebot im Horizont „Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur“ ZEB gefahren werden. www.sbb.ch/zeb
  • Im Entwicklungsschritt zwei wird mit einem dritten Gleis zwischen Baar Lindenpark und Bahnhof Baar sowie einer vierten Perronkante im Bahnhof Baar (Gleis 4) der zusätzliche Verkehr im Korridor Baar – Zug ermöglicht. Die Zugfolgezeit zwischen Zug und Chollermüli wird reduziert, und im Bahnhof Cham werden die Perronanlagen ausgebaut.
  • Der Entwicklungsschritt drei umfasst den Zimmerberg-Basistunnel 2 mit dem Anschluss Meilibach. Damit reduziert sich die Fahrzeit zwischen Zug und Zürich um rund sechs Minuten, zudem wird die Einspurstrecke zwischen Litti und Horgen Oberdorf umfahren. Mit der neuen Stadtbahn-Haltestelle Baar Sennweid kann der nördliche Teil von Baar erschlossen werden.
  • Im Entwicklungsschritt vier kann der Tiefbahnhof Luzern als Kopfbahnhof für die Züge von und nach Rotkreuz genutzt werden.
  • Für die Umsetzung des Entwicklungsschrittes fünf muss der Abschnitt zwischen Baar und Zug zum 4-Spur-System inklusive Entflechtungsbauwerk Unterfeld ausgebaut werden. Im Westteil des Bahnhofs Zug wird eine zusätzliche Perronkante (Gleis 8) und zwischen Chollermüli und Zug ein drittes Gleis benötigt. Mit dem Kapazitätsausbau des Streckenabschnittes Baar – Zug ändert auch das Betriebskonzept im Ostteil des Bahnhofs Zug. Das Gleis eins muss in das Streckengleis Zug – Walchwil eingebunden werden.
Was ist ein Rahmenplan?
Der Rahmenplan zeigt die mögliche Entwicklung der Bahninfrastruktur in grossen Eisenbahnknoten für die nächsten 20 bis 40 Jahre auf. Er ermöglicht, basierend auf langfristigen Planungsannahmen, einen schrittweisen Ausbau des Bahnangebots. Er stellt sicher, dass die nächsten Projekte so geplant und gebaut werden, dass sie mit späteren Ausbauphasen kompatibel sind und eine nachhaltige Verkehrsentwicklung gewährleisten.

Der Rahmenplan stellt vorausschauend sicher, dass heute nicht Flächen verbaut werden, die morgen zur Erweiterung des Bahnangebots benötigt werden. Er erhöht somit nicht nur die Planungssicherheit, sondern verhindert auch Fehlinvestitionen. Weiter dient er als Grundlage für die raumplanerische Interessensicherung der SBB sowie als Diskussionsgrundlage auf politischer und unternehmerischer Ebene. Die Entwicklung des Rahmenplans ist nie abgeschlossen. Dieses Planungsinstrument lebt und ist einer rollenden Planung unterworfen. Es wird daher periodisch aktualisiert.

Der Rahmenplan ist kein Bau- oder Terminprogramm und weist auch keinen umfassenden Kostenüberblick auf. Er sichert nicht die Finanzierung und löst keine Projektierungen aus.

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