Fairtiq – die einfachste Fahrkarte der Schweiz

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Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) und die Verkehrsbetriebe Luzern AG (VBL) revolutionieren zusammen mit ihrem Partner Rhätische Bahn (RhB) in der Schweiz das Reisen mit dem öffentlichen Verkehr. Mit der App „Fairtiq“ erhält der Fahrgast immer das richtige Ticket, und dies ohne umständliches Tarifstudium.

Wer mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist, muss sich ein Ticket lösen, bevor er seine Reise antritt. Dieser jahrzehntelange Grundsatz im Schweizer System des öffentlichen Verkehrs wird ab heute abgelöst. Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), die Verkehrsbetriebe Luzern AG (VBL) und die Rhätische Bahn (RhB) haben zusammen mit Ihrem Partner Fairtiq AG eine neue App entwickelt und revolutionieren damit das Reisen mit dem öffentlichen Verkehr. Die App „Fairtiq“ wird zur einfachsten Fahrkarte der Schweiz.

So funktioniert „Fairtiq“
Mobile Ticketing-Apps gibt es bereits einige auf dem Markt, die sich auch etabliert haben. Die meisten dieser Apps sind jedoch regionale Lösungen. Die App „Fairtiq“ beruht auf dem „CIACO“-Prinzip. CIACO bedeutet „Check In, Assisted Check Out“. Der Fahrgast startet beim Einsteigen in den Bus oder in den Zug die App. Dank einer Ortung des Geräts kann nachvollzogen werden, wohin der Fahrgast fährt. Am Ende der Reise schliesst der Fahrgast die App. Ihm wird dann das preisgünstigste Billett verrechnet, das er via Kreditkarte oder Handyrechnung bezahlt. Vergisst ein Fahrgast, sich am Ende seiner Reise auszuchecken, erhält er nach einer gewissen Zeit automatisch eine Erinnerung („Assisted Check Out“).

Um die App nutzen zu können, ist eine einmalige Registrierung notwendig. Bei der Registrierung kann man seine Präferenzen für Halbtax und Klasse festlegen. Ist beim Antritt der Reise der Abgangsort mittels Ortung gefunden, reicht eine einfache Wischbewegung auf dem Handy, um die App zu starten. Die Farbe des Apps wechselt auf Grün. Während der Fahrt kann das Telefon beliebig für andere Dienste genutzt werden. Am Ende der Fahrt wird mit einer erneuten Wischbewegung die App gestoppt, die Screenfarbe wechselt auf Rot und die Reisekosten werden berechnet. Und das Beste zum Schluss: Die App verrechnet im Nachgang zur Reise automatisch den Tagesbestpreis, das heisst maximal den Preis einer Tageskarte – ein faires Ticket eben.

Der Datenschutz wird sehr ernst genommen. Die App „Fairtiq“ erfasst lediglich jene Daten, die zur Abrechnung des richtigen Tickets unumgänglich sind.

„Fahrgäste wollen fahren, kein Ticket lösen“
Dr. Norbert Schmassmann, Direktor der Verkehrsbetriebe Luzern AG, ist überzeugt, dass die neue App von den Fahrgästen genutzt wird.

„Die Fahrgäste wollen eigentlich kein Ticket lösen. Sie wollen fahren. Deshalb braucht es für die Kunden Lösungen, die einfach zu bedienen sowie immer und überall verfügbar sind“

, so Schmassmann.

Er ist überzeugt davon, dass der Zugang zum öffentlichen Verkehr erst dann wirklich attraktiv sei, wenn sich die Leute nicht mehr um Tarife und Zonen kümmern müssten, sondern die öffentlichen Verkehrsmittel frei benützen, das heisst einfach einsteigen und fahren könnten.

Vincent Ducrot, Direktor der TPF, sagt:

„Fairtiq revolutioniert den Billetkauf. Das System bietet zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Schaffung neuer Tarifmodelle. Oberstes Ziel ist stets, den öffentlichen Verkehr benutzerfreundlicher und somit für die Kunden attraktiver zu gestalten.“

Vorerst ist die neue App „Fairtiq“ in den Tarifverbünden „Frimobil“ (Kanton Freiburg), „Passepartout“ (Kantone Luzern, Obwalden, Nidwalden) und „Engadin Mobil“ (Oberengadin) anwendbar. Mit weiteren Tarifverbünden und Transportunternehmen finden Gespräche statt, so dass die App bald schweizweit im Einsatz sein könnte. Zum Beispiel kann Fairtiq bereits ab Ende August dieses Jahres im Raum Thun (STI) verwendet werden.

VCS: Neue digitale Ticketing-Lösung „Fairtiq“ wird begrüsst – Innovation vereinfacht öV-Fahren
Am 28. April 2016 haben die Transportunternehmen der drei Regionen Freiburg, Graubünden und Luzern die neue Ticketing-Lösung „Fairtiq“ für den öffentlichen Verkehr lanciert. Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz begrüsst diese neue digitale Lösung, die öV-Fahren einfach macht.

Dank der neuen kostenlosen Ticketing-App für Smartphones können Reisende beim Einsteigen in Bus und Bahn auf „Start“ und beim Aussteigen auf „Stop“ drücken, ohne dass sie sich um Zonen, Tarife oder Zahlungsmittel kümmern müssen. Das Ticket wird am Ende der Reise und zum Tagesbestpreis verrechnet.

Diese neue digitale Ticketing-Lösung kommt den Erwartungen des VCS entgegen. Sein Zentralvorstand hat anfangs Jahr ein Grundsatzpapier zu Preisen und Ticketing im öffentlichen Verkehr verabschiedet und darin rasche Schritte hin zum digitalen Ticketing im öffentlichen Verkehr der Schweiz gefordert. Ziel muss es sein, die Preise und Nutzung von Bahn, Tram und Bus mittelfristig näher zueinander zu bringen. Lösungen wie „Fairtiq“ ermöglichen nun Reisen durch die Regionen mit verschiedenen öV-Transportmitteln per einfachen Klick.

Der öffentliche Verkehr der Schweiz gehört zu den weltweit besten Verkehrssystemen. Der VCS vermisste jedoch bis vor kurzem Innovationen im Ticketing- und Tarifbereich, zumal die Digitalisierung in rasendem Tempo voran schreitet. Immerhin hat die Branche letztes Jahr den „Swiss Pass“ für Abonnements in der ganzen Schweiz geschaffen. Allerdings prägen immer komplexere Automaten, Papiertickets und Mehrfahrtenkarten auf Karton nach wie vor das Bild.

Der VCS freut begrüsst deshalb die Innovation und den Unternehmergeist der Transportunternehmen in den Regionen Freiburg (TPF), Luzern (VBL) und Graubünden (RhB). „Fairtiq“ macht öV-Fahren einfach und bietet mittelfristig die Möglichkeit, die Tarifsysteme weiter zu modernisieren, etwa mit automatischen Vergünstigungen während schwachen Auslastungszeiten.

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Erstellt: 28. Apr 2016 @ 12:19

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