Hans und Rolf Bertschi: Aufnahme in die „Logistics Hall of Fame“

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Erster Verlad eines Bertschi-Lastwagens auf die Bahn_Bertschi_1964
Erster Verlad eines Bertschi-Lastwagens auf die Bahn 1964. / Quelle: Bertschi

Am 18. Mai 2016 wurden die beiden Gründer der Bertschi AG, Hans und Rolf Bertschi, als 4. Mitglied in die „Logistics Hall of Fame Switzerland“ aufgenommen. Mit der Auszeichnung wird ihre Pionierleistung beim Aufbau des kombinierten Verkehrs durch die Schweiz und das damit verbundene visionäre Handeln als Unternehmer geehrt. Die Auszeichnung wurde in feierlichem Rahmen vor 340 geladenen Gästen überreicht und die Leistung der beiden Brüder gewürdigt.

Die von der Stiftung Logistik Schweiz initiierte Logistics Hall of Fame Switzerland zeichnet Persönlichkeiten aus, welche sich um die Förderung und Entwicklung der Logistik in besonderem Masse verdient gemacht haben. Diese werden von einer 34-köpfigen, hochkarätigen Jury aus eingereichten Vorschlägen und Bewerbungen ausgewählt. Als 4. Mitglied stossen nun zu den bisherigen Titelträgern Alfred Escher (Eisenbahnpionier), Hansheinrich Zweifel (Gründer Zweifel Pomy-Chips) und Alfred Waldis (ehemaliger Direktor Verkehrshaus Luzern), Hans und Rolf Bertschi in die Ruhmeshalle der Logistik vor.

Die Bertschi Gruppe ist heute ein global tätiger, auf die Chemische Industrie spezialisierter Logistikdienstleister mit 2’400 Mitarbeitenden und über 60 Niederlassungen in 31 Ländern. Ihren Anfang genommen hat diese unternehmerische Erfolgsgeschichte vor 60 Jahren mit der Gründung der Bertschi AG durch die Brüder Hans und Rolf Bertschi im aargauischen Dürrenäsch. Bereits Vater und Grossvater der Geehrten waren als Fuhrhalter tätig und Hans setzte 1956 mit der Gründung der Einzelfirma Bertschi Dürrenäsch die lange Tradition fort. 1964, das Gründungsjahr der Bertschi AG, wurde auch zur Geburtsstunde für den kombinierten Verkehr in Europa.

Bereits seit längerem befassten sich die Bertschis mit der Idee, die von Deutschland kommenden Lastwagen für den Transport durch die Schweiz auf die Bahn zu verladen. Zu dieser Zeit gab es keine wintersicheren Passstrassen oder Strassentunnels durch die Alpen, weshalb die Güter im Winter oft über die aufwändige Seeroute nach Italien transportiert werden mussten. Bis zum ersten Bahnverlad von Basel nach Lugano im Herbst 1964 benötigte es jedoch noch einige Überzeugungsarbeit bei den SBB, die sich zuerst weigerten, solche Transporte durchzuführen. Erst mit einem Wechsel an der Spitze der SBB Direktion Güterverkehr kam die Wende und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Strasse und Bertschi wurde zum Pionier im alpenquerenden kombinierten Verkehr durch die Schweiz. Drei Jahre später waren Bertschi und SBB auch massgeblicher Treiber bei der Gründung der Hupac, welche heute das führende Unternehmen im kombinierten Verkehr durch die Schweiz ist und zu den Marktleadern in Europa gehört.

„Rolf und Hans Bertschi zeigten mit ihrem Mut neue Wege zu gehen, der Hartnäckigkeit bei der Verfolgung ihrer Pläne und dem ausgeprägten Pragmatismus bei der Lösungssuche wahren Pioniergeist“

, sagt Bernhard Kunz, CEO der Hupac.

In seiner Laudatio an die beiden Preisträger beschrieb er sie als „bodenständig, ehrlich und stets visionär in ihrem Handeln. Damit dienen sie Hupac auch heute noch als Vorbilder.“

Bertschi ist nach wie vor in Familienbesitz und wird heute durch die 2. Generation, Hans-Jörg Bertschi und Brigitta Berner-Bertschi geführt.

Hans-Jörg Bertschi (CEO) durfte die Auszeichnung stellvertretend für die aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Brüder entgegennehmen:

„Die Auszeichnung ist eine grosse Ehre für meinen Vater und Onkel sowie die ganze Firma. Gerade die bevorstehende Eröffnung des NEAT-Basistunnels zeigt, dass ihre Vision eines alpenquerenden Güterverkehrs auf der Bahn aktueller ist denn je.“

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