Teilinbetriebnahme Rola-Terminal in Freiburg im Breisgau

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Mit dem Abschluss der ersten Umbauetappe im Rola-Terminal in Freiburg i.Br. wurde der Kern des Projektes realisiert: Die Züge der Rollenden Autobahn (Rola) können seit 22. Mai 2016 nordseitig und somit in Fahrtrichtung beladen werden. Das bisher erforderliche Manöver zum Drehen der Züge im Raum Basel ist damit Geschichte.

Auf diesen Meilenstein hat die Ralpin AG, die Betreiberin der Rola, schon lange gewartet. Nach mehr als 10-jähriger Planungsphase hat Ralpin das ursprünglich von DB Netz (Infrastrukturbetreiber der Deutschen Bahn) geplante Projekt übernommen und finalisiert. Neue umwelt- und arbeitsrechtliche Anliegen des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) und der Stadt Freiburg wurden dabei entsprechend berücksichtigt. Ende September 2015 traf die Plangenehmigung des EBA ein, bereits im Oktober 2015 sind die Bagger aufgefahren. Nach einer kurzen, intensiven Umbauzeit von wenigen Monaten wurde nun mit der Möglichkeit des nordseitigen Belads das Kernziel des Projektes erreicht. Bisher konnten die Züge aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Terminal Freiburg nur von Süden und somit entgegen der Fahrtrichtung beladen werden. Als Folge davon mussten sie nördlich von Basel in einer Schlaufenfahrt gewendet werden, damit die LKW durch die Schweiz in Fahrtrichtung auf dem Zug stehen [siehe Grafik unten]. Dieses Manöver ist nun hinfällig, was Verbesserungen hinsichtlich Betrieb, Sicherheit und Zeitersparnisse mit sich bringt.

RAlpin-Verladesituation-vor-Umbau 1_RAlpin_1 16RAlpin-Verladesituation-vor-Umbau 2_RAlpin_1 16RAlpin-Verladesituation-nach-Umbau_RAlpin_1 16

Um den nordseitigen Belad der Züge zu realisieren, wurde entlang der Verladegleise eine rund 600 Meter lange, einspurige Strasse gebaut, über welche die LKW von Norden her über eine Auffahrrampe auf den Zug fahren. Zudem waren Anpassungen an der Gleisanlage, den Weichen und der Oberleitung erforderlich. Diese anspruchsvollen bahnbautechnischen Arbeiten wurden in konstruktiver und zügiger Zusammenarbeit aller Beteiligten bewältigt.

In der nächsten Etappe wird im zweiten Halbjahr 2016 die Anzahl Parkplätze für die LKW erhöht, so dass in Zukunft die Kapazität für zwei voll beladene Züge (à je 22 Lastwagen) besteht. Durch die erweiterten Platzverhältnisse im Terminal verspricht sich Ralpin eine Entspannung der Parkplatzsituation im und um das Terminalgelände, eine Verbesserung der Situation für den örtlichen öffentlichen Verkehr und eine Entflechtung von „Rola-Verkehr“ und Individualverkehr auf der Zufahrtsstrasse. Die weiteren baulichen Massnahmen im Terminal umfassen den Bau von neuen Sanitäranlagen und Aufenthaltsräumen für LKW-Fahrer und Mitarbeitende sowie von Büroräumlichkeiten. Der gesamte Umbau soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

Der Umbau des Terminals Freiburg hat durch die Änderung der Verladerichtung eine deutliche Betriebsoptimierung und nicht primär einen Ausbau der Kapazität zum Ziel. Eine Vergrösserung des Rola-Angebotes zwischen Deutschland und Italien setzt zusätzlich zum Umbau des Terminals auch den Ausbau der Bahninfrastruktur voraus. Dies bedeutet neben dem Gotthard-Basistunnel auch u.a. auch der Ausbau des Ceneri-Tunnels, denn erst damit entsteht der für hochprofilige LKW mit 4 Metern Eckhöhe erforderliche 4-Meter-Korridor, der in den nächsten 5 Jahren realisiert wird.

Zahlen und Fakten zum Terminal Freiburg:

  • Wöchentlich werden im Terminal Freiburg je 60 Züge be- und entladen.
  • Über 1‘000 Lastwagen kommen pro Woche in Freiburg an und über 1‘000 Lastwagen fahren in Freiburg ab.
  • Jährlich passieren über 1‘700 Tonnen Ware das Terminal Freiburg.
  • Der umgebaute Terminal lässt Zugslängen bis 25 Niederflur-Tragwagen zu.
  • Insgesamt sind rund sechs Dienstleister mit ca. 50 Mitarbeitenden vor Ort, um den Betrieb der Rola sicherzustellen. Diese sind involviert in die Prozesse Check-in, technische Kontrolle, Belad, Sicherheit, Reinigung und Versorgung der Begleitwagen und Instandhaltung.
  • Die Finanzierung des Umbaus des Terminals erfolgt durch das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) und durch Ralpin.

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