Mit der Besammlung der tausend ausgelosten Vertreterinnen und Vertreter aus der Bevölkerung für die ersten Fahrten durch den Gotthard-Basistunnel (GBT) hatten die Eröffnungsfeierlichkeiten für den längsten Eisenbahntunnel der Welt begonnen. Für das Fest mit einem halben Dutzend Staats- und Regierungschefs am 1. Juni 2016 waren über 2000 Personen von Armee, Polizei, Bund, SBB, Alptransit Gotthard (ATG) und privaten Firmen im Einsatz. Zudem hatten sich 300 Medienschaffende aus rund 20 Ländern akkreditiert, nebst den Nachbarländern auch aus den USA, Kanada, China, Japan, Kuwait und Chile.

Rund 160’000 Interessierte aus der Bevölkerung hatten sich für einen Platz in denjenigen Zügen beworben, welche am 1. Juni 2016 als erste durch den Gotthard-Basistunnel (GBT) fuhren. Die tausend glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner hatten sich am Morgen in Arth-Goldau und Bellinzona zur Begrüssung im Hinblick auf diese Fahrten versammelt und damit den Auftakt zur GBT-Eröffnungsfeier vom 1. Juni 2016 gegeben. Ebenfalls dabei waren zwei Schulklassen. Die beiden Eröffnungszüge wurden mit SBB ICN geführt, von Süden nach Norden verkehrte eine Soloeinheit (300 Reisende), in die Gegenrichtung eine Doppelkomposition (700 Reisende).

Nachdem die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeiern erfolgreich abgeschlossen wurden, stand für das Fest alles bereit, erklärten die Chefs von Bundesamt für Verkehr (BAV), Alptransit Gotthard AG (ATG) und SBB – Peter Füglistaler, Renzo Simoni und Andreas Meyer – am Morgen vor Festbeginn an einer Medienkonferenz in Castione-Arbedo bei Bellinzona.

Bereits am 31. Mai 2016 wurde in der Nähe des Nord-Portals eine Gedenkstätte eingeweiht für die neun Personen, welche beim Bau des Gotthard-Basistunnels ums Leben kamen. Dazu waren auch Angehörige der verstorbenen Mitarbeitenden eingeladen. Am frühen Morgen des 1. Juni 2016 wurde überdies im Zugangsstollen Amsteg der Tunnel in einer interreligiösen Zeremonie gesegnet.

Schon am Vorabend der Eröffnungsfeierlichkeiten fanden in Lugano eine Verkehrsministerkonferenz und ein Treffen europäischer Bahn-Chefs statt. Die Minister und Bahnchefs nahmen zusammen mit dem Gesamt-Bundesrat, dem Schweizer Parlament und vielen weiteren Gästen am Folgetag auch an der Eröffnungsfeier teil. Zudem waren die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Liechtenstein sowie die EU-Verkehrskommissarin unter den Gästen. Insgesamt nahmen rund 1’100 Gäste an den Eröffnungsfeierlichkeiten am 1. Juni 2016 in Rynächt und Pollegio teil. Für sie standen rund 2’000 Personen im Einsatz – Vertreter der Armee, der Polizei, des Bundes, der SBB, der Alptransit Gotthard AG und privater Firmen. Auch mehrere hundert Artisten und Laiendarsteller befanden sich darunter. Sie sorgten unter der Regie von Volker Hesse für ein künstlerisches Spektakel im Norden (Rynächt) und Süden (Pollegio).

Geschlossene Fenster und kein Güterverkehr
Für die Dauer der Eröffnungsfeierlichkeiten durften aus Sicherheitsgründen die Festplätze nur von Personenzügen mit nicht öffnungsfähigen Fenstern passiert werden. Daher wurde die Formation der Gotthard-IR an diesem Tag angepasst, teilweise wurden auch deklassierte Wagen eingesetzt. Mindestens in einem der Wagen waren noch Reservierungsschilder aus einem EC-Einsatz in Deutschland vorhanden.

Zudem wurde der Güterverkehr über die ganze Dauer der Feierlichkeiten eingestellt.

Die zwei Extrazüge, für die An- und Abreise der geladenen Gäste aus der Deutschschweiz nach Rynächt – Pollegio und die Tunnelfahrten, wurden mit EW IV-Pendel – formiert mit A 4/B 4, Apm 61/Bpm 61 und Bt 4 – gebildet. Als Loks kamen die SBB Re 460 046 „Polmengo“ und Re 460 098 „Gottardo 2016“ zum Einsatz, letztere führte im Zugverband auch noch den Funkmesswagen MEWA 2012 mit. Ein weiterer Extrazug verkehrte am Abend von Pollegio nach Lugano.

Über die Eröffnungsfeier berichteten rund 300 Medienschaffende. Gross war das Interesse vor allem in der Schweiz und Europa. Es waren aber auch Medien aus den USA, Kanada, China, Japan, Kuwait und Chile mit eigenen Korrespondenten vertreten.

Auf die Feier vom 1. Juni folgte am 2. Juni das Fest der Projektbeteiligten, organisiert von der Alptransit Gotthard, und am 3. Juni die Fahrt des ersten Güterzugs durch den Tunnel. Am Wochenende vom 4./5. Juni war unter Federführung der SBB die Bevölkerung zum Publikumsfest an den beiden Portalen eingeladen.

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Am 1. Juni 2016 wurde der Gotthard-Basistunnel (GBT) feierlich eröffnet.Beitrag auf Bahnonline.ch:…

Posted by Bahnonline.ch on Mittwoch, 1. Juni 2016

a milestone in the swiss history!~17 years of construction period. today it was time, the Gotthard Basetunnel was…

Posted by SWISSrailways on Mittwoch, 1. Juni 2016

Heute Nachmittag wurde der Gotthard-Basistunnel feierlich eröffnet. Die schönsten Bilder vom Festakt möchten wir dir…

Posted by SBB CFF FFS on Mittwoch, 1. Juni 2016

Jetzt ist Tunnel offiziell der SBB übergeben. Arbeit beginnt erst recht: Davor haben wir Respekt – und auch die…

Posted by Andreas Meyer CEO SBB AG on Mittwoch, 1. Juni 2016

Seit gestern ist der neue Gotthard-Basistunnel also offen. Die Eröffnung des längsten Eisenbahntunnels der Welt wurde…

Posted by Swissrail Industry Association on Donnerstag, 2. Juni 2016

Unterwegs an die Gotthard-Eröffnung!

Posted by Natalie Rickli on Dienstag, 31. Mai 2016

#Gotthardbasistunnel

Am „Vierertisch“ mit Kanzlerin #Merkel, Präsident #Hollande und Ministerpräsident #Renzi: Eine besondere Bahnfahrt heute auf einer beeindruckenden Strecke im längsten Eisenbahntunnel der Welt. Wir nehmen Sie mit zur Eröffnung in den #Gotthardbasistunnel und auf die Jungfernfahrt. Ab 11. Dezember soll der fahrplanmäßige Betrieb dann für alle aufgenommen werden.

Posted by Bundesregierung on Mittwoch, 1. Juni 2016

VCS freut sich über die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels: Chance für die Verlagerungspolitik nutzen
Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz ist erfreut über die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Dieses Jahrhundertbauwerk bietet der Schweiz die einmalige Chance, die bereits heute erfolgreiche Verlagerungspolitik weiterzuführen.

Der Gotthard-Basistunnel ist der Tunnel der Superlative. Für das Jahrhundertbauwerk haben sich zahlreiche Organisationen eingesetzt, die bereits in den 1990-er Jahren eine nachhaltige Verkehrspolitik forderten, so auch der VCS. Grundlage dieser Politik ist die Verlagerung des Gütertransports von der Strasse auf die Schiene. Die Verlagerungspolitik hat bereits Erfolge gezeitigt, so konnte die Zahl der Transit-Lastwagen bereits stark reduziert werden.

Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ist es nun an der Zeit, die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene weiter voranzutreiben. Das hat der Bundesrat bereits bei der Abstimmung über den Bau des neuen Gotthard Strassentunnels versprochen. Der VCS fordert mit Nachdruck, dass der Bundesrat dieses Versprechen einlöst und konsequent auf den Verlad des Gütertransports auf die Schiene setzt.

Der erste Güterzug wird diesen Freitag durch den Basistunnel rollen. Für den VCS das Signal, den Schwerverkehr durch die Alpen zu reduzieren.

Für die Verlagerung des Güterverkehrs bietet der Gotthard-Basistunnel enorme Kapazität: Die Länge und das Gewicht der Güterzüge werden massiv erhöht. Diese Kapazität muss genutzt werden. Damit das gelingt, müssen genügend Trassen für den Güterverkehr zur Verfügung gestellt werden.

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Erstellt: 1. Jun 2016 @ 21:30

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