Kanton Graubünden: Zugsverbindungen Chur – Zürich und direkte Zugsverbindung Chur – Zürich-Flughafen

Die Steigerung der Attraktivität Graubündens als Tourismus-, Wirtschafts- und Wohnstandort erfordert eine verbesserte Anbindung an das nationale bzw. internationale Eisenbahnnetz, insbesondere auch an die Metropole Zürich.

Die Steigerung der Attraktivität Graubündens als Tourismus-, Wirtschafts- und Wohnstandort erfordert eine verbesserte Anbindung an das nationale bzw. internationale Eisenbahnnetz, insbesondere auch an die Metropole Zürich. Der Kanton Graubünden setzt sich deshalb seit Jahren für raschere und häufigere Bahnverbindungen sowohl aus dem schweizerischen Mittelland als auch von St.Gallen/Süddeutschland nach Graubünden ein. Diese strategischen Schwerpunkte sind auch im kantonalen Richtplan enthalten, der vom Bundesrat am 19. September 2003 genehmigt wurde.

Mit der 1. Etappe BAHN 2000 wurden Ende 2004 stündliche schnelle IC Zürich – Chur mit einer Fahrzeit von 74 Minuten eingeführt, was gegenüber der Strasse als durchaus konkurrenzfähig bezeichnet werden kann. Als weiterer Schritt sollen ab Dezember 2008 die neu im Halbstundentakt verkehrenden IC Basel – Zürich mit den IC Zürich – Chur durchgebunden werden, was zwischen Basel und Graubünden eine weitere Reisezeitverkürzung von 15 Minuten ermöglicht.

Das Ziel der Regierung ist jedoch die (etappenweise) Einführung eines IC-Halbstundentaktes Basel – Zürich – Chur. Zunächst sollen in den Hauptverkehrszeiten in beiden Richtungen halbstündliche IC-Züge Zürich – Chur geführt werden, möglichst auf den Fahrplanwechsel Dezember 2009. Dadurch kann als willkommener Nebeneffekt auch eine Reisezeitverkürzung von einer halben Stunde bei den Verbindungen von Deutschland und Frankreich erreicht werden, da heute der IC aus Chur zur „falschen“ halben Stunde in Basel eintrifft. Diese zusätzlichen IC-Züge ermöglichen auch eine bessere Erschliessung des Sarganserlandes mit Buchs sowie Liechtenstein/Vorarlberg. Selbstverständlich ist auch das Angebot der RhB und der Postautos anzupassen, zum Beispiel durch Führung von Anschlusszügen Landquart – Vereina – St. Moritz, analog „Engadin Star“. Für das Oberengadin resultiert damit eine Reisezeitverkürzung von ca. 15 Minuten und ein halbstündlich alternierendes Angebot via Albula oder Vereina. Auf der Prättigauerlinie könnten die heute fast gleichzeitig verkehrenden Züge Landquart – Davos und Landquart – Scuol um ein halbe Stunde verschoben und damit im RhB-Regionalverkehr ebenfalls ein Halbstundentakt angeboten werden.

Mit den beschriebenen Fahrplanverdichtungen kann dem Auftrag Kunz noch nicht entsprochen werden, die Fahrzeit Chur – Zürich unter eine Stunde zu senken. Eine Einsparung von über 14 Minuten erfordert sehr teure Infrastrukturausbauten (Stabilisierung des Untergrunds auf den geraden Strecken, Kurvenbegradigungen Reichenburg – Thalwil), wofür kurz- und mittelfristig weder beim Bund noch bei der SBB die entsprechenden Mittel vorgesehen sind. Prioritär ist aus Sicht Graubünden die Schliessung der letzten Doppelspurlücke Tiefenwinkel – Mühlehorn und die Prüfung einer Südumfahrung Thalwil unter Nutzung der vorhandenen unterirdischen Verzweigung Nidelbad.

Hinsichtlich der geforderten umsteigefreien Verbindung von Chur zum Flughafen-Zürich (IC- Fahrzeit heute 1 Stunde 37 Minuten) ist festzuhalten, dass dieses berechtige Anliegen vom Bundesrat bereits in den Abstimmungserläuterungen zum Konzept Bahn 2000 im Jahre 1987 erwähnt wurde. Angesichts der beschränkten Kapazitäten im Knoten Zürich ist dessen Realisierung jedoch weiterhin sehr schwierig. Die Variante via Zürcher Oberland mit einem Neubau der Strecke Schmerikon – Rüti wird von den Standortkantonen St.Gallen und Zürich abgelehnt. Unter diesen Gegebenheiten bleibt vorläufig nur die Forderung an die SBB, in Zürich Hauptbahnhof ein Umsteigen am gleichen Perron vom IC Chur – Zürich zu einem Flughafenzug zu ermöglichen, wie es heute bereits für den Interregio-Zug Chur – Basel in Thalwil der Fall ist.

Abschliessend hält die Regierung fest, dass alle Verbesserungen der Bahnzufahrten im Einvernehmen mit den „durchfahrenen“ Kantonen St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich und der SBB erarbeitet werden müssen und deshalb die Möglichkeiten des Kantons Graubünden limitiert sind. Im Sinne der geschilderten Randbedingungen ist die Regierung bereit, den an die SBB gerichteten Auftrag entgegenzunehmen.


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Autor: Redaktion

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