Spatenstich zur dritten Etappe der Glattalbahn – Bauarbeiten auf 5.2 Kilometer Länge

Seit anfangs Juli 2008 laufen die Bauarbeiten an der dritten Etappe der Glattalbahn. Die Neubaustrecke führt über 5.2 Kilometer von Zürich Auzelg via Wallisellen und Dübendorf nach Zürich Stettbach. Am 10. Juli 2008 trafen sich die Projektbeteiligten zur offiziellen Spatenstichfeier. Den eigentlichen Spatenstichakt beging die Projektorganisation Glattalbahn an der künftigen Glattalbahn Haltestelle Neugut, zusammen mit den Vertretern der drei Standortstädte und -gemeinden, Gemeindepräsident Otto Halter, Wallisellen, Stadtpräsident Lothar Ziörjen, Dübendorf und Stadtrat Andres Türler, Zürich.

erstellt am 04. September 2008

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Seit anfangs Juli 2008 laufen die Bauarbeiten an der dritten Etappe der Glattalbahn. Die Neubaustrecke führt über 5.2 Kilometer von Zürich Auzelg via Wallisellen und Dübendorf nach Zürich Stettbach. Am 10. Juli 2008 trafen sich die Projektbeteiligten zur offiziellen Spatenstichfeier. Den eigentlichen Spatenstichakt beging die Projektorganisation Glattalbahn an der künftigen Glattalbahn Haltestelle Neugut, zusammen mit den Vertretern der drei Standortstädte und -gemeinden, Gemeindepräsident Otto Halter, Wallisellen, Stadtpräsident Lothar Ziörjen, Dübendorf und Stadtrat Andres Türler, Zürich.

Gegen 200 Gäste durfte Dr. Andreas Flury, Direktor VBG und Gesamtprojektleiter Glattalbahn, zum Auftakt der Spatenstichfeier im Gemeindesaal Wallisellen begrüssen. In seinen einführenden Worten zeigte er sich glücklich darüber, dass die neu gestartete Bauetappe als dritte und letzte der drei Glattalbahn-Abschnitte auf dem Programm steht: „Diese Bauetappe präsentiert sich als die bisher anspruchsvollste, erstreckt sie sich einerseits durch bereits intensiv genutzte Stadt- und Verkehrsräume und andererseits über Gebiete, die einer dynamischen Siedlungsentwicklung unterliegen. Die Realisierung der Etappe profitiert aber vom Know-how einer Projektorganisation, deren Mitglieder im Rahmen der bisherigen Arbeiten stetig hinzugelernt haben.“ In diesem Sinn zeigte sich Flury zuversichtlich, dass auch das dritte Teilstück der Glattalbahn in der sehr kurzen Zeit bis zum Dezember 2010 den hoffentlich jetzt schon erwartungsfrohen Fahrgästen zur Verfügung stehen wird.

Vom Wesen der Stadt und ihrer neuen Bahn
Im Hauptreferat der Spatenstich-Veranstaltung widmete sich Rainer Klostermann als Leiter Stab Gestaltung in der Projektorganisation Glattalbahn dem Thema „Vom Wesen der Stadt“. Er schuf dabei Bezüge zu den ganz unterschiedlichen städtischen Strukturen und Qualitäten, wie sie sich entlang dem Glattalbahn-Trassee präsentieren. Bemerkenswert sei, dass gerade bei der dritten Etappe eine ausgeprägte Impulswirkung der Bahn auf die urbane Entwicklung festzustellen ist: „Die Standortstädte und -gemeinden, wie auch private Investoren setzen viel daran, das Potenzial und die Chancen der Bahn von Beginn weg optimal auszuschöpfen.“ Als eines von vielen Beispielen erwähnte Klostermann die Überbauung Mittim in Wallisellen, die im Rahmen eines privaten Gestaltungsplans zeitgleich zur Glattalbahn realisiert wird. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Projektträger und der Gemeinde Wallisellen, der SBB und der VBG entstehe hier, direkt an – teilweise sogar über – einer attraktiven Verkehrsdrehscheibe ein multifunktionales Zentrumsquartier mit Wohnungen und einem vielfältigen Einkaufs- und Dienstleistungsangebot.

Zukunftsweisende Investition für das Mittlere Glattal
In seinem Diskurs über das Wesen der Stadt brachte Klostermann die an der Spatenstichfeier anwesenden Vertreter der Standortstädte und -gemeinden ins Spiel, die jeweils ihre Sicht auf die sich abzeichnenden Veränderungen darlegten.

Gemeindepräsident Otto Halter, Wallisellen, zeigte dabei Respekt vor der über zweijährigen, intensiven Bautätigkeit in seiner Gemeinde: „Für die Anrainer und Verkehrsteilnehmer wird diese Zeit mit einigen Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten verbunden sein. Das Potenzial an neuen Nutzungen, die sich Wallisellen mit der Bahn eröffnen, wiegt diese temporären Nachteile aber bei weitem auf.“ Speziell erwähnte Halter in diesem Zusammenhang die Stadtentwicklungsgebiete Herti, Ortszentrum, Richti- und Zwicky-Areale. Mit der Linienführung quer durch Wallisellen werde der nördliche und südliche Dorfteil noch besser Zusammenwachsen. Die Glattalbahn sei eine zukunftsweisende Investition, die Wallisellen und dem Mittleren Glattal schon kurzfristig viel Positives bringen wird. Ihre volle Wirkung werde vor allem auch den nächsten Generationen zu Gute kommen.

Stadtpräsident Lothar Ziörjen, Dübendorf, führte aus, dass die Projektierung der Glattalbahn gegenüber der Planung wichtiger Stadtentwicklungsgebiete zeitweise im Vorsprung lag. Die Impulse des Bahnprojekts, das immer den gesamten städtischen Raum im Fokus hatte, trügen hier massgeblich dazu bei, schlummernde Entwicklungspotenziale zu aktivieren. Beispiele hierzu seien der Quartierplan Hochbord, das Giessenareal und der überkommunale Gestaltungspan für das Zwicky-Areal.

Stadtrat Andres Türler, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe Zürich, unterstrich ebenfalls die Bedeutung der ÖV-Infrastruktur für die Siedlungsentwicklung. In der Projektierungs- und Bauphase wird sie dabei nicht selten als störend empfunden. Der benötigte Raum müsse den bereits gewachsenen Strukturen oft regelrecht abgerungen werden. Dass sich der Aufwand lohnt, zeige sich aber am Beispiel der Glattalbahn. Besonders bemerkenswert sei, dass sich die Projektierung nicht allein auf das Trassee und die Haltestelleninfrastruktur beschränkt. Vielmehr sei das Mittlere Glattal – darin eingeschlossen die nördliche Peripherie der Stadt Zürich – als funktional zusammenhängender Lebensraum interpretiert worden.

Visualisierung des Viadukts Glattzentrum im Gelände
Im zweiten Teil der Spatenstichfeier erhielten die Gäste Gelegenheit, sich im Gelände ein konkreteres Bild der entstehenden Glattalbahn zu machen. Erste Station bildete das Parkdeck 12 des Glattzentrums. Unmittelbar davor und mit direkter Verbindung ins Einkaufszentrum ist die Haltestelle Zentrum Glatt geplant. Die Haltestelle liegt auf einem rund 1’200 Meter langen Viadukt, welches die zwischen dem Bahnhof Wallisellen und dem Zwicky-Areal liegenden Verkehrsträger (u.a. SBB-Gleise und die Autobahn A1) überquert. Rolf Meichtry, stellvertretender Projektleiter des Objekts (Bauloses) Viadukt Glattzentrum erläuterte den Teilnehmenden des Spatenstich-Anlasses die besonderen bautechnischen Herausforderungen des Bauwerks. Eindrücklich illustriert wurden die Ausführungen durch eine Perlenkette von roten Ballonen, welche den künftigen Verlauf des Viadukts über seine gesamte Länge im Gelände markierte.

Baumaschinenparade als Symbol für den Baubeginn
Zum Abschluss der Veranstaltung mit dem eigentlichen Spatenstich-Akt versammelten sich die Gäste im Bereich der künftigen Glattalbahn Haltestelle Neugut beim Zwicky-Areal, nahe der Stadt-/Gemeindegrenze Dübendorf – Wallisellen. Dr. Dieter Wepf, Projektleiter des Objekts Dübendorf, erläuterte hier, wie sich das heutige Stadtrandgebiet beim Zwicky-Areal Schritt um Schritt zu einem neuen Stadtquartier entwickeln wird und welche Rolle die Glattalbahn dabei spielt.

Anschliessend präsentierten die beauftragten Tiefbauunternehmer eine Auswahl typischer Baumaschinen, wie sie beim Bau der dritten Etappe der Glattalbahn zum Einsatz kommen. Unterstützt von Baggern und kräftigen Bauarbeitern entrollten Gesamtprojektleiter Flury, Gemeindpräsident Halter, Stadtpräsident Ziörjen und Stadtrat Türler schliesslich ein grosses Transparent und setzten so das Zeichen zur offiziellen Eröffnung der dritten Glattalbahn-Etappe.


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Autor: Redaktion

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