Zementwerk Brunnen plant Produktionseinstellung

Der Baustoffhersteller Holcim (Schweiz) AG prüft die Konzentration der Produktionsstandorte. Deshalb wird die Schliessung des Standortes Brunnen geplant.

Der Baustoffhersteller Holcim (Schweiz) AG prüft die Konzentration der Produktionsstandorte. Zur Diskussion steht das Zementwerk in Brunnen, die im Schweizer Verbund kleinste und älteste Anlage. Eingehende Analysen haben gezeigt, dass grössere Investitionen an diesem Standort nicht mehr gerechtfertigt sind. Deshalb wird die Schliessung des Standortes Brunnen geplant. Das Konsultationsverfahren wurde eröffnet. Von der vorgesehenen Massnahme im Zementwerk und dem Schotterwerk sind insgesamt 44 Personen betroffen. Mit den Sozialpartnern werden nun Gespräche aufgenommen.

Die Holcim (Schweiz) AG will zusammen mit den Gewerkschaften ein umfangreiches Massnahmenpaket erarbeiten, um die allfällige Schliessung des Zementwerkes Brunnen und die damit verbundenen Entlassungen sozialverträglich zu gestalten. Vorgesehen sind drei Vorgehensweisen: Ein Teil der insgesamt 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhält das Angebot einer vorzeitigen Pensionierung. Einzelne Personen sollen vorübergehend mit Rückbauarbeiten im stillgelegten Betrieb weiterbeschäftigt werden. Ein internes Beraterteam betreut die verbleibenden 23 Mitarbeitenden und unterstützt sie bei der Stellensuche. Arbeitsplätze, die an andern Standorten frei werden, sollen in erster Linie den bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Brunnen angeboten werden. Die Holcim Schweiz nimmt den Dialog mit den Sozialpartnern unverzüglich auf.

Grosse Investitionen im Infrastrukturbereich als Auslöser
Die hohen Infrastruktur- und Produktionskosten setzen den Standort Brunnen immer stärker unter Druck. Mit einer Jahresproduktion von 170’000 Tonnen Zement ist das 1882 gegründete Werk die kleinste Produktionsstätte in der Schweiz. Im Vergleich dazu verfügen die drei Standorte in Siggenthal, Untervaz und Eclépens über Jahreskapazitäten von je 0,8 bis 1 Million Tonnen Zement. Da grössere Investitionen anstehen, wurde in den letzten Wochen eine sorgfältige Analyse durchgeführt. Um die Produktionsanlagen des Zementwerks Brunnen zu modernisieren und die Energie- und Umwelteffizienz zu steigern, müsste ein zweistelliger Millionenbetrag bereitgestellt werden. Damit liegt das Verhältnis zwischen Investitionshöhe und Produktionsmenge nicht mehr in einem rentablen Bereich.

Holcim bleibt in Brunnen präsent
Der Name des Baustoffproduzenten Holcim bleibt der Zentralschweiz dennoch erhalten. Zwar betrifft die geplante Schliessung des Zementwerks auch den Schotterbetrieb mit den Steinbrüchen Nägeli, Schönbuch und Hettis. Die Schotterwerke werden jedoch weiterhin eine breite Produktpalette von Spezialsteinen für Uferverbauungen bis hin zu den unterschiedlichsten Gesteinskörnungen produzieren. Zementkunden bedient die Holcim auch in Zukunft pünktlich mit den hochwertigen Zementen aus ihren anderen Schweizer Werken.

Noch nicht entschieden ist, was mit dem Areal des Zementwerks geschieht. Da das Gelände in einem wichtigen Entwicklungsgebiet zwischen Schwyz und Brunnen liegt, setzt sich die Holcim Schweiz für eine sinnvolle Nachnutzung ein.


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Medienmitteilung Holcim

Autor: Redaktion

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