Alle 12 Minuten ein Zug: Schweizer Bahnen sind Welt- und Europameister auch in der Zugsdichte

2006 verkehrte im Schnitt auf allen schweizerischen Bahnstrecken alle 12 Minuten ein Zug. Oder anders ausgedrückt: Auf allen Bahnstrecken der Schweiz verkehrten täglich durchschnittlich mehr als 93 Züge. Dies bedeutet einsame Spitze aller Bahnen der Welt. Die dichte Streckenbelegung stösst vor allem in den Agglomerationen und im Fernverkehr an ihre Grenzen. Sie verpflichtet die Bahnen, ihr Streckennetz laufend auszubauen und das Rollmaterial zu erneuern. So kann der ständig wachsende Verkehr fahrplanmässig und komfortabel abgewickelt werden.

litra. 2006 verkehrte im Schnitt auf allen schweizerischen Bahnstrecken alle 12 Minuten ein Zug. Oder anders ausgedrückt: Auf allen Bahnstrecken der Schweiz verkehrten täglich durchschnittlich mehr als 93 Züge. Dies bedeutet einsame Spitze aller Bahnen der Welt. Die dichte Streckenbelegung stösst vor allem in den Agglomerationen und im Fernverkehr an ihre Grenzen. Sie verpflichtet die Bahnen, ihr Streckennetz laufend auszubauen und das Rollmaterial zu erneuern. So kann der ständig wachsende Verkehr fahrplanmässig und komfortabel abgewickelt werden.

In der Eisenbahnstatistik 2006 (Synthese) des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC) folgt der Schweiz mit durchschnittlich 93,8 Zügen pro Tag und Strecke weltweit gesehen und deutlich zurückliegend Japan mit 75,3 Zügen pro Tag. Als nächstes europäisches Land folgen die Niederlande mit 71,0 Zügen. Dänemark weist 55,8 Züge auf, während Österreich, Deutschland und Luxemburg alle rund 47 Züge zu Protokoll geben. Das weitläufige Schweden landet am Schluss der in die Auswertung einbezogenen europäischen Länder. Allerdings konnten wegen fehlenden statistischen Angaben bei Schweden nur die Reisezüge berücksichtigt werden.

Die Schweizer Bahnen sind schon bei der Anzahl Fahrten pro Einwohner und Jahr Europameister und bei den auf dem Schienennetz zurückgelegten Kilometern pro Einwohner und Jahr Weltmeister. 93,8 Züge pro Tag und Strecke ergeben alle 12 Minuten ein Zug. Mit diesem Spitzenresultat haben die Schweizer Bahnen mit grossem Abstand auf das zweitplatzierte Land (Japan) einen weiteren Weltmeistertitel errungen.

Bei der Berechnung der Zugdichte sind nur jene Bahnen berücksichtigt, die beim Internationalen Eisenbahnverband (UIC) Mitglied sind. Das sind in allen Ländern in der Regel die nationalen oder staatlichen Eisenbahngesellschaften. In der Schweiz gehören neben den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auch die BLS Lötschbergbahn, BLS Cargo sowie Cisalpino AG zu den UIC-Mitgliedern. Alle übrigen Bahnen der Schweiz (Privatbahnen, Trambahnen und Seilbahnen) sind somit in der UIC-Statistik nicht berücksichtigt. Für die Berechnung der Streckenlänge wurden einspurige Strecken einfach und mehrspurige Strecken doppelt gezählt. Für die Berechnung der Zugsfolge in Minuten wurde von einer 18stündigen Betriebsdauer (6 bis 24 Uhr) ausgegangen.

Die hohe Zugsdichte in der Schweiz hat aber auch ihre Kehrseite: Auf vielen Teilen des Netzes existieren kaum mehr Spielräume für verspätete oder zusätzliche Züge. Dazu kommt, dass in der Schweiz auf vielen Strecken bis zu vier unterschiedliche Zugsarten verkehren: Die schnellen Intercity-Züge, rasche Schnellzüge, immer wieder anhaltende Regional- und S-Bahn-Züge sowie Güterzüge, die lange Beschleunigungsstrecken benötigen. Kein anderes Land auf der Welt hat einen derart starken Mischverkehr auf seinem Eisenbahnnetz.

Vor allem im S-Bahn-Verkehr und im Fernverkehr zeigt sich, dass das Schienennetz zu den Stosszeiten an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit stösst. Der ständig wachsenden Nachfrage kann mit einem raschen Ausbau der Infrastruktur im Rahmen der Agglomerationsprogramme und aufgrund des zurzeit bei den Eidgenössischen Räten liegenden Bundesgesetzes über die zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEBG) begegnet werden. So können die Zugsdichte und der Komfort für die Reisenden weiter erhöht werden. Gleichzeitig müssen die Schweizer Bahnen aber auch in die Lage versetzt werden, über eine auf den Markt abgestimmte Preisgestaltung genügend Einnahmen generieren zu können, um ihre Fahrzeugflotte laufend zu erneuern und zu vergrössern.

Die hohe Qualität und Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz gilt es im Interesse aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch der Autofahrer (Entlastung der Strassen, weniger Staus) und der Umwelt (weniger Luftverschmutzung) sowie als Beitrag zur Sicherung und Förderung der gesamten Mobilität unserer Gesellschaft zu erhalten. Taktfahrplan, hohe Zugfolge, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Komfort durch moderne Fahrzeuge u.a.m. sind wichtige Voraussetzungen für die nach wie vor hohe Qualität und Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz.


Mehr zum Thema:Anzahl Züge pro Tag und pro Strecke (PDF-File mit Diagrammen und Tabellen)Pressedienst LITRA

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar