tram>>>bernwest: Die Bauphase beginnt!

Anfang April werden die ersten Bauarbeiten für Tram Bern West aufgenommen. An einer Medienkonferenz am Dienstag in Bern orientierten Gemeinderätin Regula Rytz, BERNMOBIL-Direktor René Schmied und Stadtingenieur Hans-Peter Wyss über das kurz- und mittelfristige Bauprogramm sowie über die Umleitungen für den öffentlichen und den motorisierten Individual-Verkehr.

So sieht die künftige Endhaltestelle in Brünnen beim Freizeitzentrum Westside aus. / Grafik: tram bernwestAnfang April werden die ersten Bauarbeiten für Tram Bern West aufgenommen. An einer Medienkonferenz in Bern orientierten Gemeinderätin Regula Rytz, BERNMOBIL-Direktor René Schmied und Stadtingenieur Hans-Peter Wyss über das kurz- und mittelfristige Bauprogramm sowie über die Umleitungen für den öffentlichen und den motorisierten Individual-Verkehr.

Gemeinderätin Regula Rytz, Direktorin Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, wies darauf hin, Bern befinde sich seit einigen Jahren in einem eindrücklichen Stadtentwicklungsschub. Dabei erwähnte sie Grossprojekte wie Brünnen Westside, das Stade de Suisse, die Siedlung Weissenstein/Hardegg sowie die Aufwertung des Länggassquartiers. Sie verglich den gegenwärtigen Bau am Bahnhofplatz mit dem anlaufenden Bauprojekt Tram Bern West (TBW). Für die städtische Baudirektorin ist der Umbau des Bahnhofplatzes eine „Operation am offenen Herzen“, während TBW einen „Eingriff entlang einer Hauptarterie“ darstelle. Die Bauarbeiten würden sich nicht auf einen intensiv genutzten, überschaubaren Raum konzentrieren, sondern über eine Strecke von knapp 7 Kilometern auf zwei Linienästen erstrecken. Nach der erfreulich grossen Zustimmung zum TBW in der städtischen und der kantonalen Volksabstimmung seien in intensiver Arbeit die verbleibenden – administrativen – Hürden überwunden, Einsprachen geklärt, Landerwerbe getätigt sowie Planungen optimiert worden. „Wir können deshalb fristgerecht mit dem Bau beginnen“, unterstrich sie.
Am 1. April würden die ersten Vorbereitungsarbeiten gestartet und dann die Baumaschinen auffahren. „Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, werden wir Ende 2010 die neuen Tramlinien nach Bümpliz und Brünnen in Betrieb nehmen können“, erklärte Regula Rytz.

Appell an das Verständnis der Anwohnerschaft
Regula Rytz erinnerte daran, dass Bauen mit Lärm, Erschütterungen, Mobilitätsbehinderungen und Einschränkungen verbunden sei. „Die Käseglocke für Grossbaustellen ist leider noch nicht erfunden worden“, bemerkte sie. Auf die betroffenen Quartiere werde in den kommenden 30 Monaten einiges zukommen. „Ich bitte deshalb schon heute um das Verständnis der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Gewerbetreibenden im Baugebiet.“ Es werde alles unternommen, damit die Unannehmlichkeiten auf das nötige Minimum reduziert werden. Die Betroffenen sollen zudem rechtzeitig erfahren, was, wo und wie gebaut wird, und warum es nötig ist, zum Beispiel die Werkleitungen zu ersetzen. Im übrigen sollen die Quartiere in der nun beginnenden Bauphase in regelmässigen Abständen über die geplanten Schritte informiert werden. Abschliessend zeigte sich die städtische Baudirektorin überzeugt, dass der Schwung der Bauleute sich nun auch auf diejenigen übertragen werde, welche dem TBW während langer Zeit skeptisch bis ablehnend gegenüberstanden. „Bald werden wir gemeinsam im Tram Bern West sitzen und uns über die Weiterentwicklung der Stadt Bern und vor allem der Quartiere im Westen freuen. Ganz im Sinne des Mottos: Go west – Go best.“

Warum eine Aktiengesellschaft?
In seinem Referat ging René Schmied, Verwaltungsratspräsident der Tram Bern West AG und Direktor von BERNMOBIL, zuerst auf die Zusammenarbeit zwischen seinem Unternehmen sowie der Stadt Bern und Energie Wasser Bern ein. „Ein Tram zu bauen, bedeutet nicht einfach, Schienen in die Strasse zu legen und eine Fahrleitung zu montieren. Es ist vielmehr ein komplexer Bauvorgang, bei dem eine enge Zusammenarbeit unter Partnern erforderlich ist.“ Deshalb haben die drei Bauherren BERNMOBIL, Stadt Bern und Energie Wasser Bern Mitte August vergangenen Jahres die Tram Bern West AG gegründet. Mit dieser Organisation sei eine optimale Koordination der Arbeiten zwischen den drei Bauherren gewährleistet. Vom Bau von TBW sind gemäss dem BERNMOBIL-Direktor vor allem die Buslinien 13, 14 und 27 betroffen. „Unsere Fahrgäste müssen auf diesen Linien während der gesamten Bauzeit von über zwei Jahren immer wieder wechselnde Umleitungen und teilweise leider auch deutlich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.“ Er sei sich bewusst, dass dies für die Bevölkerung im Stadtteil 6 keine einfache Situation sein werde. „Wir werden daher alles daran setzen, die Situation für die Bevölkerung so erträglich wie möglich zu gestalten“, betonte Schmied.

Statt Eilkurse 4-Minuten-Takt auf der Linie 13
Die Eilkurse der Linie 13 von und nach Bümpliz werden mit dem Beginn der ersten Intensivbauphase im Bereich der Unterführung am 14. April 2008 aufgehoben werden. „Wir werden dafür auf der Linie 13 neu in den Spitzenzeiten im 4-Minutentakt mit Bedienung aller Haltestellen fahren.“ Mit diesem Konzept könne die Zahl der Fahrten durch die Quartierstrassen, die wegen der Umleitungen nötig werden, während den Spitzenzeiten um rund einen Viertel verringert werden. „Damit wird die Quartierbevölkerung durch die Umleitungen weniger stark belastet“, so Schmied. Die Direktkurse der Linie 14 von und nach Gäbelbach werden gemäss Schmied ab Baubeginn vom 14. April 2008 auch stadtauswärts, gleich wie stadteinwärts, über die Murtenstrasse geführt werden. Heute fahren die Direktkurse stadtauswärts gleich wie die Grundkurse. Aufgrund der vielen verschiedenen Umleitungsphasen rief René Schmied die Fahrgäste auf, sich jeweils direkt an den Haltestellen, im Internet unter www.bernmobil.ch und in den Fahrzeugen über die aktuellen Umleitungen, die Verschiebungen von Haltestellen oder über geänderte Abfahrtszeiten der Busse zu informieren.

Erstes Tram-Grossprojekt seit über 30 Jahren
Stadtingenieur Hans-Peter Wyss erinnerte daran, Tram Bern West sei das erste grosse Tramprojekt, das in der Stadt Bern seit über 30 Jahren realisiert wird. „Anfang der siebziger Jahre wurde die 1,67 Kilometer lange Tramlinie vom Burgernziel ins Saali gebaut. Auch dieses Vorhaben war damals – wie heute das Tram Bern West – ein wichtiges Projekt für die Stadtentwicklung.“ Genau viermal länger, nämlich 6,8 Kilometer, seien die Neubaustrecken für das Tram Bern West, hob Wyss hervor. Der Stadtingenieur ging zuerst auf das gesamte Bauprogramm 2008 – 2010 ein. Im Einzelnen sieht dieses wie folgt aus:

  • 2008 werden der Abschnitt Brunnmattstrasse bis Loryplatz, der Bereich bei der Unterführung (wo sich die beiden Linien verzweigen) und der Abschnitt Brünnen / Murtenstrasse gebaut.
  • 2009 steht im Zeichen der Abschnitte auf der Schlosstrasse sowie auf der Bethlehemstrasse. Dort steht vor allem der Bau der neuen Bethlehembrücke im Zentrum.
  • 2010 schliesslich steht vor allem im Zeichen des Trambaus in Bümpliz. Daneben werden die letzten Abschnitte der neuen Linie nach Bethlehem bzw. Brünnen realisiert sowie eine kleine Lücke in Ausserholligen im Gebiet Steigerhubel geschlossen.

Den Schwerpunkt des Bauprogramms 2008 bilden die Teilabschnitte im Raum Brunnmattstrasse / Loryplatz. Bereits vorgängig, im April, werden die Arbeiten im Raum Unterführung aufgenommen. Hier stehen die Sanierung der bisherigen Busrampe sowie der Bau der neuen Velorampe im Vordergrund. In Brünnen bzw. auf der Murtenstrasse werden die Arbeiten bis im kommenden Sommer abgeschlossen. Dank der günstigen Konstellation wurde gemäss dem Stadtingenieur in Brünnen bereits Ende November 2007 mit dem Einbau der Gleise begonnen werden. Damit konnten unnötige Bauverzögerungen bei der Fertigstellung von Brünnen Westside sowie auf der Murtenstrasse verhindert werden. Zum Dorfbrunnen in Bümpliz erklärte Hans-Peter Wyss, dieser werde bis Ende April demontiert und anschliessend saniert. Gleichzeitig werde auf diesem Abschnitt mit den Werkleitungsarbeiten begonnen. Um den Brunnen nicht zu beschädigen bzw. den nötigen Freiraum für die Baumaschinen sicherzustellen, wird der Brunnen erst nach Beendigung aller Strassenarbeiten, also im Herbst 2010, an seinem neuen Standort montiert.

Die Verkehrsumleitungen
Es sei das Bestreben der Bauverantwortlichen, so Wyss, den Verkehr während der ganzen Bauzeit so wenig wie möglich zu behindern. Umleitungen für den motorisierten Individualverkehr (MIV) sind 2008 vor allem nötig im Zentrum von Bümpliz, im Raum Unterführung und im Bereich Loryplatz / Brunnmattstrasse. Durch die Bauarbeiten bei der Unterführung und in Bümpliz wird auch der grossräumige Verkehr tangiert. Auf den Autobahnen sollen die Automobilistinnen und Automobilisten mit Informationstafeln auf die Baustellensituation aufmerksam gemacht werden. Eine Fachgruppe „Verkehr“ hat gemäss Wyss die Erarbeitung des Umleitungskonzepts kritisch überwacht und koordiniert. Im Moment werde noch der Plan für die Umleitungen des Langsamverkehrs (Velo / Fussgänger) fertig gestellt. Die Fussgängerinnen und Fussgänger würden dabei zum Teil kleinere Umwege in Kauf nehmen müssen. Anderseits werde aber sichergestellt, dass die Umleitungen auch von Betagten und Behinderten benützt werden können.


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Medienmitteilung tram bernwest

Autor: Redaktion

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